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Wertung der Redaktion:
8.2
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Restricted Area

PC-Review von Bastian Stein (12.10.2004)

Eine wirklich actiongeladene Zukunft!

Spielbare Software aus Deutschland hat es nicht immer einfach gehabt. Doch gerade in den letzten Jahren gab es immer mehr ambitionierte deutsche Projekte von teilweise noch ganz jungen Entwicklungsstudios, die es dann schließlich doch auf den Markt geschafft haben und sogar die Fachpresse überzeugen konnten. Die Hamburger Spieleschmiede Master Creating unter der Leitung von Jan Beuck und Martin Jässing werkelt nun schon seit geraumer Zeit am viel versprechenden Projekt Restricted Area und hat es nun endlich damit in die Regale der Händler geschafft. Die beiden Hamburger haben sich mit diesem Spiel einen Traum verwirklicht und zugleich bewiesen, dass man auch mit wenig Manpower und einem kleinen Budget hervorragende Spiele entwickeln kann - und das sogar in Deutschland.

Restricted Area - Review - Test
Restricted Area
Restricted Area ist eigentlich ein klassisches Action-Rollenspiel. Allerdings spielt es in einer für dieses Genre eher untypischen Zukunftswelt, in der die großen Regierungen jegliche Macht verloren und korrupte Megakonzerne das weltweite Sagen übernommen haben. Um ihren Konkurrenten zu schaden, schrecken diese riesigen Firmen vor keinem noch so hinterlistigen Mittel zurück und engagieren zu diesem Zweck auch gerne professionelle Söldner um die Drecksarbeit erledigen zu lassen. An dieser Stelle kommt natürlich ihr ins Spiel. Das verwendete Cyberpunk-Szenario im Stil von "Neuromancer" oder "Blade Runner" ist bei einem Spiel dieser Sorte äußerst erfrischend und wir fanden sehr schnell Gefallen daran, nicht schon wieder mit einem Elfen oder Barbar auf Monsterjagd gehen zu müssen, sondern stattdessen mit einem biotechnisch frisierten Söldner die radioaktiven Mutanten zu Kleinholz verarbeiten zu dürfen.

Da wir uns hier nicht in einer klischeebelasteten Fantasywelt im Stil von "Herr der Ringe" befinden, gibt es natürlich auch keine genretypischen Spielerklassen. Ihr habt zu Beginn des Abenteuers die Wahl zwischen vier Charakteren, welche alle über eine eigenständige Storyline und sehr verschiedene Fähigkeiten verfügen. Hier die Unterschiede im Detail:

Johnson
Er hat nicht nur die Synchronstimme von Arnold Schwarzenegger, sondern mimt auch in Bezug auf seine Eigenschaften den immercoolen Actionhelden. Durch massive Muskelpower ist es ihm möglich besonders große Wummen wie Plasma- oder Flammenwerfer zu verwenden, außerdem ist Johnson geradezu prädestiniert für jede Menge körperliche Upgrades in Form von illegaler Bioware.

Victoria Williams
Diese Schönheit besitzt die in Videospielen immer mehr in Mode kommenden PSI-Kräfte, welche ihr während eines verbotenen Experimentes antrainiert wurden. Als kleines Mädchen wurde sie aus den Fängen der skrupellosen Forscher gerettet, nun schwört sie auf Rache. Victoria hat zwar jede Menge nützliche Tricks in Form von Gedankenkontrolle bis hin zum PSI-Schuss auf Lager, kann aber nur sehr bedingt Bioware einsetzen.

Kenji Takahasi
Als Sohn eines Yakuza Bosses hat man es nicht sonderlich leicht - erst recht nicht, wenn man seinen Vater im Zweikampf besiegt hat. Kenji ist auf der Flucht und verfügt als einziger Charakter über die besondere Möglichkeit Nahkampfwaffen in Form von Katanas oder futuristischen Todeskrallen einzusetzen. Außerdem kann nur er zwei Pistolen auf einmal benutzen.

Jessica Parker
Sicherlich der anspruchsvollste Charakter in diesem Spiel. Jessica ist zwar selbst recht schwach ausgefallen, hat aber ständig ihre tödliche Kampfdrohne bei sich. Außerdem kann sie als einzige im Cyberspace auf Punktejagd gehen und durch Entwicklung ihrer Fähigkeiten eigene Cyberware und sogar automatische Wachkanonen hererstellen.

Restricted Area - Review - Test
Restricted Area
Die Story der einzelnen Charaktere wird im Laufe des Spiels mit kleinen Renderfilmchen weitererzählt, hin und wieder dürft ihr eure Laufbahn auch durch die Wahl zwischen verschiedenen Antworten oder Aktionen entscheiden. Die düstere Atmosphäre wird übrigens auch durch die dynamisch reagierenden NPC's getragen, welche im Laufe der Zeit diverse Spezialaufgaben für euch haben und dann auch abhängig von eurer getroffenen Entscheidung reagieren. Aufträge bekommt ihr von zwei streng geheimen Agenten in der Stadt, einer versorgt euch mit neuen Missionen der Storyline, ein anderer hat beliebig viele Zufallsmissionen im Angebot. Jason der Pilot bringt euch mit seinem Gleiter zu den Missionen, welche ihr einfach auf einer Übersichtskarte anklickt und so zur eigentlichen Action gelangt.

Ein Fest für Action-Rollenspieler

Restricted Area - Review - Test
Restricted Area
Spielerisch macht vieles einen bekannten Eindruck: Nachdem ihr euch eventuell noch beim örtlichen Händler mit allerlei zufallsgenerierten Wummen und Bio-Implantaten (hier als komplexe Rüstung fungierend) ausstaffiert hat, geht es in den nächstgelegenen Dungeon um sich mit den mehr als 50 verschiedenen Gegnern anzulegen. Die Dungeons sind ebenfalls zufallsgeneriert, somit bleibt beim nächsten Durchspielen mit einem anderen Charakter genügend Abwechslung garantiert. Eine kleine Minimap am Bildschirmrand führt euch durch die rostigen und miefigen Stahlgänge bis ins Herz der mehrstöckigen Einrichtungen. Ganz im Stil von Doom gibt es auch hier jede Menge explodierender Fässer, welche ihr zu eurem Vorteil nutzen könnt. Doch damit nicht genug: Wie in einem klassischen Shooter sieht auch die restliche Action auf dem Bildschirm aus, denn die zahlreichen Schusswaffen im Gepäck eures Helden sorgen für knallige Action auf dem Bildschirm und ein wesentlich rasanteres Gameplay als bei anderen Genrevertretern. Auch wenn es etwas mehr Waffengattungen hätten sein können, so gibt der Focus auf Fernkampfwaffen dem Spiel eine ganz besondere Note und begeistert von Anfang an.

Restricted Area - Review - Test
Restricted Area
Natürlich bekommt man für jeden erlegten Feind auch Erfahrungspunkte, welche zur tiefgängigen Charakterentwicklung verwendet werden dürfen. Neben den üblichen Werten wie Stärke, Geschick und Konstitution können bei einem Levelaufstieg natürlich auch neue Fertigkeiten erlernt werden. Die teilen sich in zwei Bäume auf: Einer mit Standardfertigkeiten wie "mehr Lebensenergie" und "schneller Laufen", ein anderer mit charakterspezifischen Dingen. Die vielen verschiedenen Skills machen aus den anfangs noch recht ähnlichen Charakteren im Laufe der Zeit sehr unterschiedliche Recken und sorgen für einiges an Abwechslung und Motivation. Dafür sorgen natürlich auch die zahlreichen Gegenstände, welche bereits sehr früh und in großer Zahl von den besiegten Gegnern fallen gelassen werden. Die Bioimplantate verbessern nicht nur eure Rüstwerte, sondern auch Geschicklichkeit oder Waffeneffizienz. Tolle Idee: Wer mehrere Implantate desselben Herstellers nutzt, bekommt auf jeden Gegenstand einen besonderen Wertebonus. Aber auch die Waffen lassen sich beim Händler modifizieren und anpassen und können somit in ihrer Leistung um ein Vielfaches verbessert werden. Absolut einzigartig ist auch das gemeinsame Inventar-Feature: Wer sich mit mehreren Charakteren abwechselnd ins Abenteuer stürzt, darf in der Stadt seine gesammelten Gegenstände in ein gemeinsames Inventar ablegen - eine Funktion, die Vielspieler lieben werden.

Von echten Zockern für echte Zocker

Restricted Area - Review - Test
Restricted Area
Das die beiden Macher selbst begeisterte Zocker und große Fans von Blizzards "Diablo" sind, merkt man dem Spiel ganz deutlich an. Aber obwohl Restricted Area demselben Genre angehört, gibt es genügend spielerische Finessen und Feinheiten in der Steuerung um eigenständig überzeugen zu können. Dazu gehören sehr viele kleine Details, die eben nur Leuten einfallen können, die selbst gerne spielen und die Nachteile ihrer Vorbilder genau kennen. Zu diesen hilfreichen Gimmicks gehört unter anderem der handliche "Alles aufsammeln Button" oder auch eine Funktion zum automatischen Sortieren des Inventars, ja sogar eine Funktion zum Ausrüsten der optimalen Gegenstände. Viele unnötige Klicks werden somit erspart, weshalb man sich mehr auf das eigentliche Spiel konzentrieren kann als auf unnötiges Micromanagement. Es ist sogar für große Teile möglich, dieses Spiel mit lediglich einer Hand zu spielen, alles Nötige kann wunderbar mit einer 3-Tasten-Maus erledigt werden. Dies liegt natürlich auch an der überaus praktisch gehaltenen Steuerung, welche auf die drei Tasten der Maus frei verteilt werden kann. Gerade weil man die meiste Zeit mit Fernwaffen kämpfen wird, ist es sehr hilfreich eine "Nur angreifen Taste" und eine "Laufen und dann angreifen Taste" zu haben, die dritte Maustaste kann dann zum Beispiel für die erlernbaren Spezialangriffe oder für den Einsatz der Medipaks verwendet werden. Auch im Optionsmenü sind handliche Features versteckt: Nicht nur die Introvideos können mit einer Checkbox deaktiviert, sondern auch die komplette Tastatur- und Mausbelegung darf nach Lust und Laune umgekrempelt werden.

Grafisch durchwachsen

Restricted Area - Review - Test
Restricted Area
Grafisch präsentiert sich das in 2D gehaltene Restricted Area leider etwas durchwachsen: Zwar wurde die zentrale Stadt mit sehr viel Liebe zum Detail und äußerst abwechslungsreich gestaltet, was auch sehr viel zur guten Stimmung des Spiels beiträgt, allerdings fehlt der Umgebung während der eigentlichen Missionen etwas die Abwechslung. Trotzdem hat man auch hier auf Details geachtet: Flackernde Lichter, jede Menge Leichen auf dem Boden und natürlich 50 verschiedene Gegnersorten. Früher oder später hat man sich allerdings in Bezug auf die Grafik satt gesehen und wünscht sich etwas mehr Abwechslung. Ein ganz großes Lob hat die musikalische Untermalung des Ganzen verdient. Die bietet nämlich mindestens so viel Atmosphäre wie einst die Musik von Diablo und passt absolut hervorragend zum Cyberpunk-Szenario. Ganz offensichtlich hat man versucht die unaufdringlichen, aber dennoch unverwechselbaren Klänge von Blizzards Kultspiel mit der düsteren Soundkulisse aus "Blade Runner" zu verbinden -unserer Meinung nach mit großem Erfolg. Die komplett gesprochenen Dialoge sind nicht weniger aufwendig produziert worden, man hat für diesen Titel nämlich die deutschen Synchronstimmen von Arnold Schwarzenegger, Pamela Anderson, Alicia Silverstone und Jet Lee ans Mikrofon holen können.

Dann doch lieber offline bleiben

Der enthaltene Mehrspielermodus über Netzwerk oder Internet verspricht einen Kooperativ-Modus, in dem es jede Menge Zufallsmissionen mit großem Focus auf Teamplay für bis zu vier Spieler geben soll. Leider wollte das Internetspiel während unserer Tests überhaupt nicht funktionieren, sogar das in dieser Hinsicht unglückliche "Sacred" machte da am ersten Verkaufstag eine weitaus bessere Figur. Spieler, die Wert auf ausgiebige Mehrspielerpartien legen, sollten daher erst die nächsten Patches abwarten. Schade um den Mehrspielerpart, wir wären wirklich gerne im Team auf Metzeltour gegangen.


Gamezone Fazit:
Restricted Area ist ein Action-Rollenspiel der besonderen Art, denn ganz besonders das düstere Zukunftsszenario fesselt Freunde des Genres von Anfang an. Es macht einfach jede Menge Spaß den Gegnerscharen mit futuristischen Fernkampfwaffen einzuheizen. Hinzu kommt ein wirklich gut ausgeklügeltes Rüstungssystem in Form von Bioware, herrlich abwechslungsreiche Charaktere und ein mehr als vorbildliches Interface. Leider muss man dem Mehrspielerpart des Spiels die rote Karte zeigen, denn so richtig funktionieren wollte er während unserer Tests leider nicht. Wir sind uns allerdings sicher, dass seitens der Entwickler bereits fleißig an einem passenden Patch gearbeitet wird. Wer also nicht unbedingt im Netzwerk oder online auf Mutantenjagd gehen will und schon immer seinen Spaß mit Spielen im Stil von Diablo gehabt hat, sollte auf jeden Fall zugreifen. Auch wenn es eigentlich nicht in die Wertung mit einfließt, so bekommt dieses Spiel von uns einen kleinen Sonderbonus, da die geleistete Arbeit der beiden Entwickler wirklich eine besondere Würdigung verdient. Ein so gelungenes Spiel mit so wenig Manpower zu entwickeln ist zweifelsohne eine kleine Meisterleistung. Hätten wir einen Respekt-Award, Restricted Area hätte ihn auf jeden Fall verdient.
Grafik7
Sound9
Steuerung9
Gameplay8
8,2
Gut!
Negative Aspekte:
Mehrspielermodus funktioniert nicht, Grafik wird während der Missionen schnell langweilig, zu wenige Waffengattungen

Positive Aspekte:
tolles Cyberpunk-Szenario, Focus auf Fernwaffen, schön ausgearbeitete Charaktere mit facettenreichen Skilltrees, gut inszenierte und motivierende Story, vorbildliches Interface, sehr guter Sound, komplexes Waffen- und Rüstungssystem


Weitere Links zum Thema:
News:
  Restricted Area: Patch Version 1.1  26.11.2007
  Restricted Area wird günstiger  26.02.2005
  Restricted Area: Neuer Patch v1.09  02.12.2004
  Demo zu Restricted Area erschienen  29.10.2004
  Restricted Area : Patch 1.07 veröffentlicht  29.10.2004
  Restricted Area: Neues Update  19.10.2004
[weitere News anzeigen] Downloads:
  Restricted Area Update 1.06   Patch
  Restricted Area - Cinematic Trailer   Video
  Restricted Area - Trailer   Video

Verwandte Reviews:
  Restricted Area  8,2   PC

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  Restricted Area  8,2   PC

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Restricted Area Cover

Restricted Area

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Details Titel:
Restricted Area
System:
PC
Publisher:
Vidis electronic
Developer:
Master Creating
Genre:
RPG

Release: 29.09.2003
Spieler: Internet
Version: DE
Hardware: Win 98 / ME / 2k / XP, Pentium III 800 MHz, 256 MB RAM, 1.5 GB Festplattenplatz, DirectX Soundkarte, 3D Grafikkarte mit 32 MB, Maus, Tastatur.

Freigegeben ab 12 Jahren

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