Hermann Maier und ColdWood zeigen uns, dass die Skispiele inzwischen in der oberen Liga mitspielen.
Verschneite Berge, glänzende Outfits und rasante Geschwindigkeit, das ist es was uns Ski Racing 2005 aus dem Hause ColdWood Interactive verspricht. In der Vergangenheit war es leider oft so, dass die typischen Wintersportspiele, mal abgesehen von den ganzen Snowboard-Games, eher unterdurchschnittlich ausfielen. Wo wir in den Kampfspielen schon seit langem fast lebensecht wirkende Charaktere geboten bekommen, mussten wir uns in diesem Genre oft noch mit eckigen Polygonmännchen und staksigen Animationen zufrieden geben.
Linker Schwung, rechter Schwung
Ski Racing 2005 featuring Hermann Maier
Umso erfreulicher bereits der erste Eindruck den Ski Racing 2005 vermittelt, denn die gezeigte Grafik muss sich ebenso wenig verstecken wie die kredenzte Physik, die uns tatsächlich glauben lässt einen Fahrer aus Fleisch und Blut über die Piste zu steuern. Auch der Geschwindigkeitseindruck ist sehr hoch und sorgt für den erwarteten Adrenalinschub, wenn wir mit über 100 Sachen nur knapp am Fähnchen vorbeizischen.
Doch bevor wir uns ins Vergnügen stürzen gilt es erst einen Sportler zu entwerfen, sich für ein Outfit zu entscheiden und die Ski der gewünschten Marke kaufen. Schon können wir an den Einzelrennen oder der Karriere teilnehmen. Bei den Einzelrennen haben wir freie Auswahl zwischen einem Abfahrtslauf, Super G, Slalom oder Riesenslalom, in der Karriere sind natürlich alle gefragt. Die Karriere ist in vier Etappen plus das Finale eingeteilt. Innerhalb einer Etappe kann man sich frei entscheiden welchen Event man in welcher Reihenfolge fährt. Hat man genug Punkte im jeweiligen Event gesammelt, beginnt die nächste Etappe.
Um mit seinen Pokalen und Bestzeiten nicht alleine da zu stehen, kann man sie im Internet uploaden und der Weltöffentlichkeit zur Verfügung stellen. Ein richtiges Onlinespiel aber ist nicht möglich.
Carving und Aufkanten
Ski Racing 2005 featuring Hermann Maier
So einfach die Steuerung unseres Skifahrers auch ausgefallen ist, so gut funktioniert sie gleichzeitig. Denn im Grunde steuern wir unseren Sportler nur mit den Richtungstasten und zwei weiteren. Selbstverständlich ist auch der Einsatz eines Joypads möglich, auf dem wir dann neben dem linken Analogstick nur noch zwei Tasten benötigen. Das sind die Tasten für das Aufkanten und Sprung unterdrücken, wobei die zweite Taste noch eine Funktion beim Starten besitzt.
Beim Start nämlich wird ein Balken eingeblendet auf dem sich eine Markierung hin und her bewegt. Unsere Aufgabe besteht darin unseren Sportler exakt zu dem Zeitpunkt zu starten wenn sich die Markierung in der Mitte befindet. Nur dann stößt er sich mit der maximalen Kraft ab. Beim Abfahrtslauf und beim Super-G kann man zusätzlich noch einige Male vor der ersten Fahne anschieben.
Ski Racing 2005 featuring Hermann Maier
Ab diesem Augenblick dient die zweite Taste nur noch dazu einen Sprung zu unterdrücken, also unsere Beine auf den Boden zu pressen. Mit der ersten Taste setzen wir unsere Kanten ein, was uns zwar erlaubt sehr enge Kurven zu fahren, aber auch viel Geschwindigkeit kostet. Der Analogstick besitzt neben der Lenkung noch eine zweite Funktion. Mit ihm verlagern wir nämlich auch noch das Gewicht unseres Skifahrers, entweder nach Vorne um Geschwindigkeit aufzunehmen, oder nach hinten um langsamer zu werden. Wie es unserer Vorliebe entspricht können wir auch aus verschiedenen Kamerapositionen wählen. Dabei ist es völlig egal ob wir die Egosicht oder die Verfolgerkamera wählen, beide eignen sich hervorragend um Bestzeiten einzufahren.
So schee der Schnee...
Wie bereits erwähnt muss sich die Optik von Ski Racing 2005 keinesfalls verstecken. Ganz im Gegenteil wird uns eine Weitsicht und eine Detailvielfalt geboten die Freude macht. So wird uns praktisch immer der Blick bis ins Tal geboten wenn wir die Abhänge hinabrauschen ohne uns auch nur ein einziges PopUp zu zeigen. Zwar wirkt unser Sportler selbst noch etwas künstlich, seine Bewegungen aber sind mehr als gelungen. Gerne nimmt man ihm ab wie er sich Anstrengen muss um auf Kurs zu bleiben, und wenn er seine Kanten einsetzt um im wahrsten Sinne des Wortes die Kurve zu kratzen vermeinen wir selbst auf den Skiern zu stehen. Die Physik also und zugehörige Animation unseres Sportlers sind ebenso gelungen wie das Erscheinungsbild der Umwelt.
Ski Racing 2005 featuring Hermann Maier
Apropos Umwelt: Die enthaltenen Pisten sind nicht etwa Fantasieprodukte, sondern die Originalstrecken der Saison 2004/2005 inklusive Kitzbühel, Wengen, Val d' Isere, Garmisch Partenkirchen und Schladming. Diese bieten uns selbstverständlich auch die bekannten Highlights wie die Mausefalle, den Kamelbuckel oder der Hundsschopf. Hat man sich auf diesen dann so richtig ausgetobt und die Karriere das erste mal beendet, dürfen wir auch den integrierten Streckeneditor benutzen und unsere eigenen Pisten abstecken.
Bimmelimmelim
Die gebotene Soundkulisse gibt sich eher realistisch als fulminant. So hören wir während des Rennens Hauptsächlich den Schnee unter unseren Skiern flitzen und den Wind an unseren Ohren vorbeisausen, während im Hintergrund die Zuschauer grölen und mit ihren Kuhglocken bimmeln. Einen Kommentator gibt es ebenso wenig wie eine Hintergrundmusik, die sich auf das Menü beschränkt, was in einem Sportspiel nicht negativ ist. Trotzdem dürfte die Soundkulisse der schwächste Part dieses durchaus gelungenen Sportspiels sein.
