Puzzlespiele werden leider immer seltener. Höchstens als Handyspiel oder in Form günstiger Sharewaredownloads gibt es sie noch: Die guten alten Tetris-Varianten. Comport Interactive und die Leute von Snowstep Development bringen mit Incadia eine weitere Neuauflage des guten alten Klötzchensortierers auf den Markt. Unserer Meinung nach durchaus berechtigt und mit Erfolg, denn Incadia glänzt mit vielen abwechslungsreichen Features, welche man bei anderen Vertretern des alten Spielprinzips vermisst.
Incadia
Das grundlegende Gameplay von Incadia ist natürlich schon seit vielen Jahren bekannt: Von oben ankommende Steine wollen der Farbe nach zusammengebracht werden, um sich beim Entstehen einer passenden 3er-Reihe in Luft aufzulösen. Doch die Reihenbildung ist hier nicht nur in vertikaler und horizontaler Richtung möglich, sondern zusätzlich auch diagonal erlaubt. Die Steuerung des Ganzen geht wunderbar einfach per Maus von der Hand, die Reihenfolge der Seine wird mit der rechten Taste geändert, fallen gelassen werden die bunten Inka-Götter mit der linken Taste.
Incadia
Zwei Spielmodi stehen zur Wahl: Arcade und Abenteuer. Ersterer ist der klassische Spielhallenmodus, bei dem über 20 Level hinweg eine möglichst hohe Punktzahl unter stetig ansteigender Spielgeschwindigkeit erzielt werden muss. Der alternative Abenteuermodus wird von kurzen Zwischensequenzen per Bild und Text begleitet und erzählt die Entdeckungsreise eines im Dschungel verirrten Forschers. In diesem Spielmodus warten ebenfalls 20 Level auf auch, allerdings allesamt mit einzigartigen Aufgabenstellungen: Mal müsst ihr bis zum Ablauf eines Zeitlimits durchhalten, mal dürfen nur horizontale Reihen abgebaut werden oder es zählen nur eingesetzte Spezialsteine. Und genau die sind es auch, die Incadia zu etwas besonderem unter den Puzzlespielen macht.
Die richtigen Zutaten machen's
Incadia
Natürlich sind Nachbauten von Tetris oder Columns mittlerweile etwas angestaubt und Spiele dieser Machart müssen sich gehörig anstrengen um auch heute noch - stattliche 20 Jahre nach Tetris - überzeugen zu können. Incadia profitiert wie erstmals Segas Bloxeed aus dem Jahre 1989 von ganz besonderen Bonussteinen, welche die nötige Portion Abwechslung in die bunte Klötzchenstapelei bringen. Da gibt es beispielsweise den hilfreichen "Wechselbalg", ein Stein der überall passt oder den "Hammer", welcher bei richtiger Kombination alle Steine derselben Farbe vom Spielfeld fegt. Auch Dynamit in Steinform spielt eine wichtige Rolle und sprengt ganze Reihen auf einmal vom Bildschirm, ähnlich wie der rettende Flut-Stein, welcher gleich mehrere Reihen wegspült. Außerdem müsst ihr Fallen ausweichen und hin und wieder ein Totem zusammenbauen, um in einen geheimen Bonuslevel zu gelangen. All diese im Genre eher vernachlässigten Spielelemente und die dadurch ausgelösten Kettenreaktionen machen den Ausgang der Spielrunden zwar unberechenbarer, sorgen aber genau deshalb auch für viel Motivation und Spielspaß. Auch sind nicht alle Spezialsteine von Anfang an verfügbar, sondern werden erst im Laufe der Zeit ins Spielgeschehen eingestreut, was wiederum für Spannung bis zum Schluss sorgt und das Spiel somit immer komplexer macht.
Auf einen Mehrspielermodus per Internet oder Netzwerk muss man leider verzichten, dafür gibt es aber die gelungene Möglichkeit die erzielten Punktzahlen online zu veröffentlichten, was mit Sicherheit für harte Punktekämpfe um die führenden zehn Plätze sorgen wird.
Technischer Genre-Standard
Incadia
Natürlich ist Incadia in technischer Hinsicht nicht besonders anspruchsvoll, aber von einem Puzzlespiel erwartet sich der Käufer wohl auch nicht viel mehr. Die Hintergründe und die Spielsteine sind ordentlich und schön bunt realisiert worden und wirken insgesamt gesehen für das Genre gut gelungen. In Sachen Sound wird leider nicht sonderlich viel geboten, lediglich drei verschiedene Lieder untermalen das knifflige Geschehen. Dafür sind die drei Stücke aber thematisch sehr gut gelungen und passen hervorragend zur Inka-Atmosphäre.
