Der etwas verspätete Nachfolger demonstriert eindrucksvoll, wie "Enter the Matrix" hätte aussehen sollen.
Zwiespältige Technik
The Matrix: Path of Neo
Grafisch hat "The Matrix: Path of Neo" ordentlich zugelegt und lässt seinen Vorgänger alt aussehen. Die zahlreichen Areale sind mit sehr detaillierten Texturen versehen, die den Leveln dank Bump-Mapping und weiteren modernen Grafikspielereien einen plastischen Eindruck verpassen und auch die Spielfiguren sehen ihren Vorbildern sehr ähnlich, wobei an der Polygonanzahl leider etwas gespart wurde. Die Grafikengine kann die effektreichen Kämpfe bestens darstellen, was auch daran liegt, dass ihr die Umgebung fachmännisch zerlegen könnt. So werden bei den Kämpfen ganze Wände eingerissen, Holzbalken zersplittert, Scheiben gehen zu Bruch und Putz bröckelt unter Beschuss realistisch zu Boden. Leider haben die detailreichen Levels auch ihren Preis, denn die Optik flimmert merklich, und in Verbindung mit den immer wieder auftretenden starken Rucklern, fällt der Gesamteindruck dann doch nicht so positiv wie erwartet aus. Besonders störend fällt dies auch während der Zwischensequenzen auf, die grundsätzlich nie flüssig ablaufen. Die Entwickler waren sich aber dem Kantenflimmern durchaus bewusst, da an vielen Stellen durch Tiefeneffekte versucht wird diesen unschönen Punkt etwas zu kaschieren. Etwas nervig aber nicht besonders schlimm: Ab und zu muss das Spiel während der Missionen kurz nachladen, was den Spielfluss zwar etwas ins Stocken bringt, aber aufgrund der geringen Dauer und Häufigkeit nur unwesentlich stört.
Man spricht Deutsch
The Matrix: Path of Neo
Atari hat sich die Mühe gemacht "The Matrix: Path of Neo" komplett ins Deutsche zu übersetzen und das sehr vorbildlich. So werdet ihr bis auf einige wenige Ausnahmen die deutschen Synchronstimmen der Schauspieler hören können, die ihren Job zwar nicht so emotional wie im Kino verrichte, ihr Handwerk aber dennoch ohne Fehl und Tadel beherrschen. Nur einige wenige Nebenfiguren wurden etwas lieblos und teils unpassend synchronisiert, was aber im Endeffekt kaum negativ auffällt. Da es sich hierbei um ein Lizenzprodukt handelt, könnt ihr euch natürlich auch auf die gelungene Filmmusik freuen, die mitreißend das Spielgeschehen untermalt. Leider ist die Abmischung nicht immer ganz gelungen, wodurch die Sprachausgabe in den Filmsequenzen oft zu leise wirkt.
