Kann Sega dem eingeschlafenen Genre der Kasinospiele auf dem Nintendo DS zu einem zweiten Frühling verhelfen?
Kasinospiele sind fast so alt wie Videospiele selbst: Bereits auf dem guten alten Intellivision und dem Atari 2600 konnte man sich in einfachster Klötzchengrafik die Karten legen lassen oder am Roulettetisch auf die richtigen Zahlen setzen. Sega belebt nun mit "Sega Casino" das eingeschlafene Genre der Kasinosimulation auf dem Nintendo DS wieder. Doch kann ein derart altes Spielprinzip auch heute noch überzeugen?
SEGA Casino
Wenigstens ist Sega zu seinen Kunden ehrlich, denn was einem auf der Packung von "Sega Casino" versprochen wird, bekommt man auch tatsächlich geboten: 10 altbekannte Kasino-Klassiker, einen kabellosen Mehrspielermodus und eine handliche Bedienung über den DS-Touchscreen. Typische Kasinospiele wie "Blackjack", "Roulette", "Craps", "Baccarat" und "Texas Hold'Em" sind von Anfang an verfügbar, im Laufe des Spiels werden zudem auch noch Dauerbrenner wie "Chuck a Luck", "7 Card Stud", "Keno", "Jacks or Better" und "Video Poker" verfügbar. Auf spezielle Sega-Features wie beispielsweise einen Sonic-Flipper hat man genauso verzichtet, wie auf die in den Kasinos eigentlich sehr beliebten Slot Machines. Derartige Spielchen hat ein guter Programmierer innerhalb von ein paar Tagen zusammengeschustert, es wäre wirklich nicht zuviel Aufwand für Sega gewesen, auch ein paar einarmige Banditen im virtuellen Kasino aufzustellen.
Virtuelle Dollars und Belohnungen
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Die einzige wirkliche Motivation um die virtuellen Dollars zu zocken, besteht darin, neue Spiele freizuschalten. Die werden nämlich erst ab bestimmten Beträgen auf dem Spielerkonto verfügbar und für einen suchtfördernden Knaller wie "Video Poker" muss man schon ziemlich lange zocken. Aber auch das bei den spielsüchtigen Hausfrauen von Las Vegas äußerst beliebte "Keno" wird erst nach einem erspielten Kontostand von 20.000 Dollar verfügbar. Außerdem besitzen alle Kasino-Klassiker verschiedene Tische, welche ebenfalls erst ab einem höheren Kontostand zugänglich werden. In Vegas nennt man so etwas "High Roller Tables", in Segas Casino arbeitet man sich vom Bronze-Mitglied schließlich zum Gold-Mitglied hoch.
Einen weiteren Spielanreiz gibt sicherlich auch der Mehrspielermodus: Bis zu fünf Spieler können gleichzeitig "Blackjack", Texas Hold'Em" und "7 Card Stud" über die drahtlose Verbindung des Nintendo DS spielen. Echte Pokerfans werden den virtuellen Kartengeber zu schätzen wissen, aber wenn man ohnehin in unmittelbarer Nähe zum Kartenspielen zusammensitzt, könnte man eigentlich auch gleich zu echten Karten greifen. Wäre eine Online-Anbindung auf dem Nintendo DS etwas verbreiteter und einfacher möglich, hätte das "Sega Casino" damit natürlich ein ganz besonders gutes Blatt gehabt.
Optisch alles andere als ein Full House
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Von einem Kasinospiel erwartet man sich natürlich keine aufwendige Grafik und auch "Sega Casino" verzichtet gänzlich auf aufwendige Optik-Spielereien. Das Prächtigste in dieser Hinsicht ist sicherlich die dreidimensional animierte Roulettekugel - das wars dann aber auch schon. Das restliche Spiel ist im typischen Spieltisch-Grün gehalten, bleibt dank der beiden DS-Bildschirme aber immer sehr schön übersichtlich. Auch die Bedienung ist dank Touchscreen sehr einfach und ganz besonders das Setzten am Roulettetisch geht somit sehr einfach von der Hand. Die musikalische Untermalung ist dafür wieder sehr dürftig ausgefallen, aber auch in dieser Hinsicht erwartet man sich von einem Spiel dieser Art wohl nicht viel mehr als unauffällige Fahrstuhlmusik und das realistische Geräusch einer Roulettekugel oder klimpernder Spielchips.
