100 Einzelspieler-Level, über 50 Waffensysteme, sechs Mech-Klassen und ein ganzer Planet nur um Krieg zu spielen.
Ich gebe es zu: Wenn etwas zwei Arme und zwei Beine hat, dicke Panzerplatten mit sich herumschleppt und so richtig träge agiert, das aber nur weil die vielen Waffen so schwer wiegen, dann bin ich schon hin und weg. Denn was gibt es faszinierenderes als einen Mech, eine gigantische Kampfmaschine in Menschengestalt, eine Ausgeburt männlicher Fantasie, mit all den Symbolen versehen die nur eines vermitteln, nämlich geballte Zerstörungskraft die nur darauf wartet entfesselt zu werden. Das ist es was mich an den Mechs so fasziniert, die zur Schau gestellte brutale Stärke einer Maschine die so gern ein Mensch geworden wäre.
Incoming!
Auch die Fähren lassen sich zerstören
Die zugrundeliegende Geschichte von War World ist recht einfach gehalten. Aufgrund irgendwelcher alter Konflikte hat der Krieg auf War World nie geendet, immer mächtigere und trickreichere Maschinen werden ins Feld geschickt, auch wenn niemand mehr an den endgültigen Sieg zu glauben scheint. Doch das ist es nicht womit wir uns als Krieger beschäftigen müssen. Unser Fokus liegt auf unserem Kampfkoloss, und seiner Bewaffnung natürlich. Denn zu Beginn besitzen wir erst einen Mech der untersten Klasse, gerade mal bewaffnet mit zwei Maschinengewehren und sonst nichts. Kein Schild, kein Abwehrsystem, noch nichts schützt uns vor den feindlichen Projektilen, wenn wir das erste Mal die Arena betreten. Die Regeln dort sind einfach: Zerlege alle Feindmechs in seine Einzelteile und verlasse das Schlachtfeld lebend. Ob sich das aber auch so einfach durchführen lässt wie es sich anhört, liegt an uns und der Ausstattung unseres Mechs.
Die Mech-Garage
Kehren wir sodann siegreich heim, gilt es die verdiente Kohle in unsere Kampfmaschine zu stecken, denn die Feinde kennen keine Gnade und werden immer besser, und immer mehr. Es liegt an uns zu entscheiden, ob wir ein noch stärkeres Maschinengewehr einbauen oder uns doch für den Laser entscheiden, der eine wesentlich niedrigere Schussfrequenz besitzt, dafür aber auch wesentlich mehr Schaden anrichtet. Selbstverständlich gibt es auch diverse Raketenwerfer, vom einzelnen bis hin zur Mini-Stalinorgel. Aber auch diverse Hilfssysteme gibt es zu kaufen, allen voran die unterschiedlichen Schilde oder die automatischen Abwehrsysteme. Irgendwann jedoch sind wir an die Leistungsfähigkeit unseres ersten Mechs angelangt und es empfiehlt sich über die Anschaffung eines neuen nachzudenken. Insgesamt sechs verschiedene Mechklassen gibt es im Spiel, wobei die Panzerung und das Gewicht rapide zunimmt, die Beweglichkeit aber immer weiter abnimmt, je höher die Klasse der Mechs ist. So kommt es, dass man eigentlich mit jeder Klasse eine Chance auf dem Schlachtfeld hat, je nachdem wie man persönlich am liebsten spielt. Ist man eher der Taktiker der gerne aus dem Hinterhalt zuschlägt und schnell wieder verschwindet, empfiehlt sich natürlich die kleine und schnelle Mechklasse, direkte Spieler hingegen die dem Feind gerne gegenüberstehen während sie ihm die metallenen Grüße senden, sind in den schweren Mechs am besten aufgehoben, welche eine Feuerkraft entwickeln können, dass das ganze Spielfeld wackelt. Doch muss man sich dann besonders vor den schnellen Mechs in Acht nehmen, besonders wenn sie in Gruppen auftauchen, die uns schneller umkreisen als wir uns drehen können.
Zur Steuerung gibt es kaum etwas zu sagen, einfach deswegen weil sie exakt so funktioniert wie man es sich von einem Shooter erwartet. Mit der rechten Hand auf der Maus und der linken Hand auf den A, S, D, und W-Tasten können wir auch schon loslegen und finden praktisch jede Funktion genau dort wo wir sie erwarten. Auch gibt es keinerlei Probleme beim Zielen, der Cursor lässt sich schnell ebenso gut auf dem Ziel platzieren wie ganz langsam und pixelgenau.
Kabumm, kaputt
Die Grafik weiß ebenfalls zu gefallen, auch wenn das gezeigte eher Durchschnitt darstellt. Wenn man sich aber so richtig im Kampfgetümmel befindet und die Fetzen um einen herum fliegen, zeigt das Spiel erst wozu es in der Lage ist. Dazu gesellen sich die recht niedrig gehaltenen Systemanforderungen, sowie die daraus resultierende immer flüssige Framerate. Über die zugehörige Soundkulisse aber kann man streiten, nicht etwa weil sie schlecht ausgefallen wäre, sondern weil sie einem so bekannt vorkommt. Wenn die Stimme aus dem Off einen "Multikill" meldet oder am Anfang zum "Fight" aufruft, dann klingt das wie direkt aus Unreal Tournament extrahiert. Und auch die Musik orientiert sich an dem UT-Stil, mitunter meint man sogar bekannte Musikstücke zu hören.
Multifun
War World
So schön und umfangreich die Singelplayer-Kampagne auch ausgefallen ist, den Langzeitspaß bekommen wir erst im Multiplayer-Mode geboten. Sich mit richtigen menschlichen Spielern zu bekriegen macht einfach mehr Spaß als gegen die Bots anzutreten. Ganze vier verschiedene MP-Modes bietet uns das Spiel, nämlich das klassische Deathmatch, das Team-Deathmatch, ein Capture the Flag und einen Mode getauft Bombenangriff. Dabei stehen sich zwei Teams gegenüber, wobei jedes Team versucht die einzige vorhandene Bombe im Feindlager abzulegen, welches dann als "gebombt" gilt. Ihr seht schon, die Spielmodi sind durchweg bekannt und ideal für einen schnellen Einstig ins Spiel geeignet, aber weniger dafür uns eine neue Spielerfahrung zu bieten. Trotzdem macht War World online richtig Spaß, eben wegen des einfachen Spielprinzips, sowie der klaglos funktionierenden Technik. Denn auch online läuft das Spiel wunderbar flüssig und kommt nie ins stocken, selbst bei vollem Teilnehmerfeld funktioniert War World noch einwandfrei.
