Turok im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

Es hätte nur ein kurzer Einsatz von drei Tagen werden sollen, doch dann ging alles schief, und jetzt zählt nur noch zu überleben.

Gut drei Jahre hat es gedauert, bis der nun erschienene "neue" Turok das Licht der Welt erblickte. Nun endlich können wir in die Haut von Joseph Turok schlüpfen, einem ehemaligen Mitglied des Wolfsrudels, und nun Mitglied der Spezialeinheit Whiskey Company. Anfangs wissen wir noch nicht was genau vorgefallen ist, wir bekommen nur die Anfeindungen unserer Teammitglieder mit, die uns vorwerfen den Wolfsrudel im Stich gelassen zu haben. Doch sie können nicht wissen was uns widerfahren ist, weswegen ihre Kritik an uns abprallt wie Wasser auf einer Öllache.

Turok Turok Eben diese Vorgeschichte erleben wir im Spiel in Form von immer wieder eingestreuten Zwischensequenzen, die langsam aber sicher das Dunkel der Vergangenheit erhellen. Doch vorerst plagt uns ein viel akuteres Problem. Denn statt einer sauberen Landung hat unsere Fähre eine katastrophale Bruchlandung auf dem Planeten hingelegt, auf dem sich Turoks früherer Mentor, Roland Kane und seine Truppe versteckt hält. Und so kommt es, dass wir uns mit einem Messer bewaffnet, auf einem Planeten der vor Echsen und Sauriern nur so wimmelt, auf den Weg machen der Mendel-Gruman Corporation so richtig ins Hinterteil zu treten.

Turok Turok Ab sofort bewegen wir uns fast ausschließlich durch lange Schlauchlevel, entweder im Schutze der Nacht, oder umringt von viel Grün, messern alles nieder was sich uns in den Weg stellt, und kommen bald an unsere erste Schusswaffe sowie den bekannten Bogen natürlich, ohne den Turok kein Turok wäre. Die Schusswaffen können wir sogar beidhändig benutzen, und wenn wir zwei verschiedene davon tragen, hat Joseph auch damit kein Problem und bedient die eine Waffe mit der linken und die andere mit der rechten Hand. Von der Waffenvielfalt aus den Vorgängern aber ist kaum etwas übrig geblieben, man muss sich mit dem Grundlegendem zufrieden geben. Dafür stellt das komplette fehlen eines AutoAim-Features durchaus eine Herausforderung dar, die man im Singleplayer verflucht aber im Multiplayer von Turok zu schätzen lernt. Denn im Story-Mode ist nichts mit einfach in die richtige Richtung leuchten, man muss schon zielen, damit der Kopfschuss sitzt. Ist im Grunde auch kein Problem, würde da nur nicht ständig dieses Echsenzeug um einen herum abhängen. Besonders wenn es unverhofft aus irgendwelchen, für einen selbst absolut undurchdringbaren Dickicht über einen herfällt, woraufhin wir entweder heftigst die A-Taste massieren, oder selbiges mit der rechten Schultertaste vollführen müssen, damit sich Turok mit heftigen Messerstichen in den Kopf der Dinos wehrt, wird die ganze Sache ziemlich schnell ziemlich lästig. Zu allem Überfluss sind wir während dieser QuicktTimeEvents aber keinesfalls unverwundbar, werden wir gleichzeitig von den bösen Schergen Kanes aufs Korn genommen, verlieren wir schon mal ein Leben, und müssen vom letzten Checkpoint aus neu starten.

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Turok Turok Und genau diese Checkpoints sind alles andere als gut verteilt. Manchmal bewegt man sich nur wenige Meter durch ein Tal in dem einen nicht mal eine Fliege begegnet, und es wird davor wie danach gespeichert, nur um uns sodann einen gigantischen Abschnitt, mit zig Gegnerwellen und Verstärkungstrupps zu kredenzen, bestenfalls noch ein dicker Gegner am Ende, bevor endlich mal wieder der Spielfortschritt festgehalten wird. Dadurch bedingt gibt es natürlich so manchen Abschnitt im Spiel, den man unfreiwillig oft spielt, was zwar die Spieldauer in die Länge zieht, aber nicht unbedingt Spaß macht.

Turok Turok Doch das ist es nicht was Turok so mittelmäßig erscheinen lässt. Denn technisch kann man dem Titel kaum etwas vorwerfen, ziemlich alles funktioniert erwartungsgemäß, die Physik-Engine gibt sich auch keine Blöße und lässt an manchen Stellen, aber nicht überall, sogar das Gras umknicken wenn wir drauf treten, und die Grafik gehört auch nicht zur schlechten Sorte, auch wenn man auf den NextGen-Konsolen schon besseres gesehen hat. Es ist die gesamte Präsentation des Spiels, die lieblos und uninspiriert wirkt. Die Überraschungsmomente wirken gekünstelt und überraschen kaum, die erzählte Story verliert schon schnell ihren Dampf und taugt kaum uns weiter die ewigen Schlauchlevel entlang zu treiben, und das Leveldesign selbst lädt nicht zum Durchsuchen der Umgebung ein, stattdessen nervt es uns mit unsichtbaren Wänden und absoluter Geradlinigkeit. Einzig die immer wieder auftauchenden, wirklich gigantisch ausgefallenen T-Rex's bringen etwas Pfiff ins ansonsten tröge Gameplay.

Turok Turok Wären die mitunter unfair gesetzten Checkpoints nicht, könnte man Turok auf Anhieb in unter acht Stunden durchspielen. So aber können es schon zehn oder mehr werden, wobei man so manchen Abschnitt doppelt und dreifach absolviert. Wer dagegen nichts hat, darin vielleicht sogar die gewünschte Herausforderung sieht, wird ein paar angenehme Stunden mit dem Story-Mode von Turok verbringen können. Wen so was aber nervt, der wird auch mit dem Titel nicht glücklich. Da helfen auch die drei gebotenen Schwierigkeitsgrade nicht mehr viel, die sich kaum voneinander unterscheiden. Wer bereits einen Egoshooter gespielt hat, kann ruhig den schwierigsten wählen, denn der Frust im Spiel entsteht durch die ungünstig gesetzten Checkpoints, weniger aber durch die durchaus schlau agierenden NPCs. Denn gerät man einmal ins Kreuzfeuer, genügt es kurz in Deckung zu gehen, und Turok ist wieder geheilt.

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