BioWares perfekte und spannende Mischung aus Rollenspiel und Third-Person-Shooter konnte uns vollends überzeugen.
Die Technik
Mass Effect
Wenn ihr das erste Mal die Citadel Station erblickt, werdet ihr wahrscheinlich innehalten und den Ausblick genießen. Grundsätzlich müsst ihr euch jedoch auf den sterilen Sci-Fi-Look einstellen. Texturen, Lichteffekte, Explosionen, das alles ist absolute auf der Höhe der Zeit. Besonders die extrem detailliert ausgearbeiteten Charaktere sind ein Highlight der technischen Umsetzung, ebenso wie die gelungene Mimik und Gestik. Merkwürdigerweise haben alle Frauen immer kurze bzw. gebundene Haare auf ihren hübschen Köpfen. Dadurch wollte BioWare wahrscheinlich Clipping-Fehler vermeiden, die übrigens sonst nur selten vorkommen. Zu bemängeln s sind jedoch die oft sehr kargen Außenlandschaften, was oft durch eine fabulöse Sichtweite relativiert wird. Dennoch sind viele Ortschaften ein wenig zu undetailliert ausgefallen. Aber jedes bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Zimmer kann man bei der Größe von Mass Effect sicherlich nicht erwarten. Und trotz alle dem steckt das Spiel so manchen Shooter locker in die Tasche. Nur die absolute Grafische Genrespitze zieht vorbei. Dafür wirkt jede Welt in Mass Effect einzigartig und abwechslungsreich.
Mass Effect
Obwohl Tearing so gut wie nicht vorkommt und auch Kantenflimmern kaum zu bemerken ist, leidet Mass Effect an durchaus starken technischen Problemen. So bauen sich detaillierte Texturen erst nach wenigen Sekunden vollständig auf, wodurch ihr anfangs nur matschige Tapeten zu sehen bekommt. Dies stört gerade bei Videosequnezen und Gesprächen. Die Texturaufplopper nerven schlicht und kamen beispielsweise auch bei Halo 2 zum Vorschein, um mal ein prominentes Beispiel zu nennen. Bei Mass Effect wirkt dies aber noch ein Stück auffälliger. Hinzukommt noch, dass das DVD-Laufwerk Höchstarbeit leistet, nicht nur das es scheinbar noch lauter röhrt, als bei anderen Spielen, müssen pausenlos Daten gestreamt werden. Das führt dazu, dass Mass Effect eigentlich nie durchgehend flüssig läuft. Ständig müsst ihr Nachladeruckler in Kauf nehmen. Wenn man sich langsam durch die Level bewegt, fällt das Problem selten auf, lauft ihr aber zielorientiert von einem Punkt zum anderen, merkt ihr die Ruckler extrem. Ladezeiten während des Spiels gibt es scheinbar nicht, oder doch? Die wurden nämlich geschickt getarnt. Fahrt ihr beispielsweise in einem Aufzug zu einer anderen Ebene, dient dies quasi als Ladebildschirm. Deswegen dauern vielen Fahrten auch ungewöhnlich lange. Überhaupt stört es gelegentlich, dass man durch viele Areale reisen muss und so der Spielfluss ins stocken kommt. Schade, dass diese technischen Probleme den ansonsten sehr guten Gesamteindruck trüben.
Auf ganzer Linie kann hingegen der Sound überzeugen. Stimmungsvolle Hintergrundmusik baut die passende Atmosphäre auf, während die Deutsche Synchronisation ebenfalls überzeugen hat. Zwar muss man sich an die männliche Stimme von Shepard erstmal gewöhnen, doch selbst der unwichtigste NPC hat einen professionellen Sprecher bekommen. Überhaupt ist es BioWare und Microsoft hoch anzurechnen, dass jede noch so unwichtige Konversation komplett vertont wurde.
