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Star Trek - Encounters

Playstation 2-Review von Michael Sosinka (06.12.2006)

Lang mussten sich die Fans der Weltraumsaga, die es immerhin auf 10 Filme, 5 Serien und eine Zeichentrickreihe gebracht hat, auf ein neues Spiel mit der Star Trek-Lizenz freuen, denn nachdem sich Activision mit den Rechteinhabern zerstritten hat, sah es in den letzten Jahren ziemlich düster aus. Nun erscheint dank Bethesda Softworks und Ubisoft mit Star Trek: Encounters endlich wieder ein Titel rund um Klingonen, die Föderation und die Weiten des Weltraums.

Ran an die Waffen...an das Gamepad

Star Trek - Encounters - Review - Test
Star Trek - Encounters
Der Weltraum, unendliche Weiten? Nicht ganz, denn bei Star Trek: Encounters bewegt ihr euch eigentlich nur auf einer Ebene und seht das Geschehen aus der Schräg-Oben-Perspektive, ähnlich wie bei den beiden RTS-Ablegern Star Trek: Armada 1&2. Zwar könnt ihr mit den L1- und L2-Tasten eine Ebene abtauchen bzw. auftauchen, doch dies ist nur in den seltensten Fällen, wie z.B. dem Hindernissparcour in der ersten Mission, nötig. Gesteuert wird das ganze mit dem linken Analog-Stick: Bewegt ihr ihn nur leicht in eine Richtung, fliegt das Raumschiff auch dementsprechend langsam durchs All. Mit dem rechten Analog-Stick hingegen steuert ihr einen ca. 45 Grad großen und grauen Kegel um das Raumschiff herum. Dieser dient der Zielerfassung und unabhängig von der Flugrichtung könnt ihr damit eure Feinde von allen Seiten unter Beschuss nehmen. Zwar hat die Enterprise NX01 noch einige tote Winkel, doch spätestens mit Schiffen der Galaxy-Klasse hat sich dieses Problem schnell erübrigt. Ansonsten dürft ihr noch jederzeit zwischen Phasern bzw. Disruptoren oder Torpedos wechseln. Auch Spezialfähigkeiten wie gefährliche Weltraumminen, eine eventuelle Tarnvorrichtung, der Traktorstrahl sowie der Transporter lassen sich schnell durchschalten. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit geht die Steuerung gut von der Hand.

Alle Serien in einem Spiel

Star Trek - Encounters - Review - Test
Star Trek - Encounters
Entscheidet ihr euch für den Einzelspieler Modus, werden euch sechs einzelne Kampagnen zur Verfügung gestellt, die nach und nach freigeschaltet werden, wobei jede Kampagne zwischen 2-5 Missionen zu bieten hat. Zuerst geht es mit Captain Archers Enterprise NX01 an den Start, danach folgt Kirk mit seinem Schiff. Anschließend werden die Serien The Next Generation, Deep Space Nine und Voyager abgearbeitet. Zu guter Letzt könnt ihr noch einige Missionen mit der USS Sovereign absolvieren, welche das Schwesterschiff der Enterprise E von Captain Picard ist. Die einzelnen Kampagnen und Missionen orientieren sich teils lose an den bekannten Serien. So müsst ihr mit Captain Archer die Erde vor den Xindi beschützen, während Picard es mit hinterhältigen Romulanern zu tun bekommt. Auf eine interessante Story dürft ihr dabei aber nicht hoffen.

Star Trek - Encounters - Review - Test
Star Trek - Encounters
Obwohl die Kämpfe aufgrund der gelungenen Steuerung durchaus Spaß machen, ist das Missionsdesign alles andere als prickelnd. So müsst ihr beispielsweise minutenlang einer Warpspur hinterher gondeln, die nur zu leicht verloren gehen kann. Oft genug kommt dabei die Frage, ob das ganze irgendwann mal ein Ende hat. Dann müsst ihr an anderer Stelle ein anderes Schiff mit dem Traktorstrahl abschleppen und dabei feindliche Schiffe pulverisieren. Die Wege zwischen den Punkten sind aber derartig lang, dass ein etwas straferes Missionsdesign durchaus wünschenswert gewesen wäre. Da die Checkpoints dementsprechend weit auseinander liegen und sich die Missionstypen ständig wiederholen, macht die Sache natürlich nicht unbedingt besser. Ansonsten gilt es grundsätzlich von Punkt A nach B zu hetzen, Schiffe oder Raumstationen eine gewisse Zeit zu beschützen und ordentlich die Phaser sprechen zu lassen. Leider sind einige Aufträge wirklich dabei ziemlich frustig und unfair. Wenn ihr 10 mal hintereinander an einem Ziel scheitert, weil die Übermacht an Gegner unendlich zu sein scheint, kann das Pad schon mal in der Ecke landen und solche Situationen gibt es genügend.

Star Trek - Encounters - Review - Test
Star Trek - Encounters
Da die Feinde nicht gerade in der Unterzahl sind, findet sich im Weltall allerlei Zubehör. So könnt ihr Munition für Torpedos sammeln, euch für kurze Zeit ein Unsterblichkeitsbonus besorgen oder anhand von so genannten Charakter-Karten einzelne Schiffsysteme wie Waffen, Schilde oder Sensoren um 20 Prozent verbessern. Obwohl Star Trek: Encounters ein simpler Shooter ist, haben sich dann doch noch einige taktische Elemente ins Spiel eingeschlichen. So könnt ihr mit dem Digi-Kreuz die Energie von Systemen umleiten. Braucht ihr mehr Antriebskraft, wird beispielsweise etwas Saft von den Schilden abgezwackt. Manche Missionen lassen sich sogar kaum bewältigen, wenn man den Waffensystem nicht etwas mehr Energie spendiert. Neben der Kampagne könnt ihr mit einem Freund an einer Konsole auch Multiplayer-Kämpfe austragen. Dazu benutzt ihr die in den Storymissionen freigeschalteten Schiffen. Außerdem könnt ihr in einem Überlebensmodus versuchen möglichst lange gegen immer neue Gegnerwellen zu bestehen. Besonders lange können diese Modi allerdings nicht an die PS2 fesseln.

Wird die Lizenz würdig genutzt?

Star Trek - Encounters - Review - Test
Star Trek - Encounters
Star Trek hat viele kritische Fans und gerade die werden darauf achten, ob sich das Spiel in das bestehende Universum gut einfügt, denn bei Star Trek ist kaum etwas wichtiger als die Kontinuität und dies gilt bekanntlich nicht nur für Filme und Serien. Auf der einen Seite machen die actionreichen Kämpfe gelungen, doch andererseits würde die Enterprise nie Raumschiffe im Sekundentakt pulverisieren. Wenn es Kämpfe bei Star Trek gibt, laufen diese meist zwischen wenigen Schiffen ab, dauern länger und sind taktisch orientiert. Da es sich bei den Gerätschaften nicht um kleine Raumjäger handelt, sondern um riesige Pötte, die schon mal mehrere Hundert Meter lang sein können, ist es schon etwas merkwürdig, dass sie so schnell in ihre Einzelteile zerspringen. Und da wären wir schon bei einer weiteren Unstimmigkeit, denn die riesigen Schlachtschiffe steuern sich eher wie kleine, wendige Jäger. Von der Trägheit einer so großen Ansammlung von Metal und Waffen keine Spur. Aber gut, Star Trek: Encounters ist ein kurzweiliges Action-Spiel und keine akkurate Enterprise-Simulation.

Star Trek - Encounters - Review - Test
Star Trek - Encounters
Was viel schwerwiegender wirkt, ist der fehlende Soundtrack aus den Serien und Filmen. Zwar ertönen auch hier orchestrale Klänge, doch diese können es nicht annähernd mit den Anfangs-Intros von Star Trek: Next Generation und Co. aufnehmen. Warum die Entwickler die originalen Klänge nicht verwendet haben, bleibt unklar. Vielleicht hat das gewählte Lizenzpaket nicht mehr hergegeben, denn auch Phaser- und Photonentorpedo-Geräusche wollen nicht ganz original klingen, obwohl die Ähnlichkeit durchaus vorhanden ist. Ebenfalls etwas schade: Kein einziger Charakter zeigt sich in Star Trek: Encounters: Weder Picard, Janeway, Sisko, Data oder Worf haben einen Auftritt in dem Spiel. In den Ingame-Videosequenzen erzählt ganz kurz ein Sprecher aus dem Off in englischer Sprache, was Sache ist und das ist schon alles. Ein paar Filmschnipsel aus Serie und Film hätten der Atmosphäre ebenfalls sehr gut getan. Ein weiteres Manko, das Trekkies sicher auffallen wird, ist die Tatsache, dass die Größenverhältnisse einfach nicht stimmen wollen. Ein klingonischer Bird of Prey wirkt fast schon größer als Kirks Enterprise, während ein ausgewachsener Warbird der Romulaner eigentlich viel größer ausfallen müsste als die Enterprise D. So tragisch ist dies zwar nicht und spielerisch ist es sicher auch sinnvoll, dass ein Bird of Prey nicht wie ein kleiner Pixel im Weltraum wirkt, doch die Liste der Ungereimtheiten, die gerade Fans sauer aufstoßen dürfte, ist leider ziemlich lang und so ergibt sich ein recht negatives Bild, wenn es um die akkurate Umsetzung der Star Trek: Lizenz geht.

Grafische Darstellung

Star Trek - Encounters - Review - Test
Star Trek - Encounters
Obwohl ihr euch grundsätzlich nur auf einer Ebene bewegt und die Dritte Dimension spielerisch kaum eine Bedeutung hat, gibt sich der Weltraum dennoch in einer hübschen 3D-Kullise. Riesige Planten drehen im Hintergrund gemächlich ihre Bahnen, Asteroiden sorgen dafür, dass euer Schutzschild Bekanntschaft mit den schlecht gelaunten Brocken macht und auch die verschiedensten Nebel in all ihren Farbkombinationen sorgen für grafische Abwechslung. Hinzu kommt noch, dass die Grafik-Engine durchaus schöne Explosionen und Waffeneffekte liefert und stets flüssig läuft, auch wenn sich schon mal 10 Raumschiffe auf dem Bildschirm befinden. Da das Spielgeschehen aus der Schräg-Oben-Perspektive stattfindet und ziemlich weit rauszoomt, wirken die Schiffe leider nicht so majestätisch groß wie in den TV-Vorbildern. Der Detailreichtum einer Enterprise lässt ebenfalls etwas zu wünschen übrig aber wir reden hier von der PlayStation 2 und in dem fortgeschrittenen Alter kann sich der Gesamtauftritt durchaus sehen lassen, wobei bei den Raumschiff-Modellen durchaus mehr hätte drin sein können.


Gamezone Fazit:
Man muss ehrlich sein, denn würden hier nicht kleine Voyagers, Enterprises und Defiants über den Bildschirm huschen, würde das Spiel absolut niemanden interessieren. Bei Star Trek: Encounters handelt es sich lediglich um einen mittelmäßigen Weltraum-Shooter, den es im Regal im Dutzend gibt. Zudem haben es die Entwickler verpasst die Star Trek-Lizenz würdig zu nutzen: Keine Original-Musik, kein einziger bekannter Charakter tritt auf und die taktischen Kämpfe, wie man sie aus Star Trek kennt, verkommen zur anspruchslosen Ballerei, wobei das extrem zähe Missionsdesign das Spiel unnötig in die Länge zieht. Obwohl Star Trek: Encounters seit langem das erste Spiel mit der beliebten Lizenz ist, werden Trekkies mit diesem Titel nicht all zu glücklich werden. Vielleicht liegt es auch daran, dass das vorliegende Spielprinzip nicht so recht zu Star Trek passen will.
Grafik6
Sound5
Steuerung7
Gameplay6
6,4
Geht so
Negative Aspekte:
Missionsdesign zieht sie wie Kaugummi, anspruchslose Massenschlachten, unfaire Stellen, bekannte Charaktere tauchen nicht auf, kein originaler Soundtrack, keine zusammenhängende Story, Lizenz wird schlecht genutzt, Videosequenzen nicht abbrechbar, es fühlt sich einfach nicht wie Star Trek an

Positive Aspekte:
Gelungene Steuerung, hübsche Grafik mit ansprechenden Effekten, die Schlachten können im Ansatz durchaus Spaß machen


Weitere Links zum Thema:
News:
  Star Trek: Encounters: PS2 Spiel zum 40-jährigen Jubiläum  05.08.2006
Verwandte Reviews:
  Star Trek - Encounters  6,4   Playstation 2

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Details Titel:
Star Trek - Encounters
System:
Playstation 2
Publisher:
Ubisoft
Developer:
Bethesda Softworks
Genre:
Echtzeit-Strategie

Release: 28.11.2006
Spieler: 2 Spieler
Version: DE

Freigegeben ab 12 Jahren

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