Hier offeriert uns Ubisoft ein ganz besonders einfaches Rennspiel im Cell-Shading-Look für Nintendos neueste Konsole.
Gleich zum Einstand von Nintendos Wii gibt es ganze drei verschiedene Rennspiele für die neue Konsole aus denen sich der begeisterte Rennfreak das passende aussuchen kann. Während Electronic Arts ihren Ableger von "Need for Speed: Carbon" ins Rennen schickt, steht Ubisoft gleich mit zwei Renntiteln am Start, nämlich dem OffRoad-Spaß "Monster 4x4 World Curcuit" und dem hier besprochenem "GT Pro Series", wobei es sich um einen Arcade-Racer im Cell-Shading-Look handelt. Beiden Ubisoft-Rennspielen für Wii ist gemein, dass sich in der dicken Verpackung zum Spiel auch ein aus drei Teilen bestehendes Lenkrad befindet, in welches man die Wii-Mote einsteckt woraufhin man ein richtiges Luftlenkrad in Händen hält, was zumindest ein Gefühl erzeugt als würde man tatsächlich am Steuer eines Fahrzeugs sitzen. Doch ist dieses Lenkrad nur ein netter Gag der vom Spiel selbst nicht unbedingt benötigt wird, steuern lässt es sich auch ganz ohne dies.
Lizenz, Rennen, Meisterschaft
GT Pro Series
Vom Gameplay her ist das was uns GT Pro Series bietet aus ganz einfachem Holz geschnitzt. Eine Präsentation des Geschehens um die Piste herum gibt es nicht, ebenso wenig eine Rahmenhandlung oder ähnliches, im Mittelpunkt stehen alleine die recht großzügig ausgefallene Wagenauswahl sowie die zugrundeliegende Meisterschaft, welche dazu dient weitere Fahrzeuge und die wenigen vorhandenen Pisten freizuschalten. Zwar gibt es auch das bekannte Quick-Race für ein schnelles Rennen zwischendurch und auch die Time-Attack, also schlichte Zeitrennen stehen uns zur Verfügung, so richtig für Abwechslung aber sorgen schon eher der Versus-Mode für bis zu vier Spieler an einem Gerät sowie der Drift-Mode, bei dem es mehr um Punkte als die eingefahrene Zeit geht. Dreh- und Angelpunkt des Spiels aber ist die Meisterschaft, Championship-Mode getauft, welche uns vier Klassen bietet die wir uns Stück für Stück hocharbeiten müssen.
GT Pro Series
Jede Klasse verlangt das komplette Absolvieren der vorhergehenden Klasse sowie das Ablegen der Führerscheinprüfung für die jeweilige Klasse. Haben wir die jeweilige Lizenz erworben, können wir an jedem Rennen der Klasse teilnehmen, insofern wir auch schon über das verlangte Fahrzeug verfügen. Denn es gibt Rennen bei denen bestimmte Fahrzeuge vorgeschrieben sind ebenso wie welche die auf Non-Turbo-Fahrzeuge zutreffen oder eine bestimmte Leistungsklasse voraussetzen. Die diversen Klassen unterscheiden sich neben den vorgeschriebenen Fahrzeugen auch durch die Anzahl der Runden die man auf den zehn angebotenen Strecken hinter sich bringen muss. Dabei anzumerken ist, dass man die zehn Strecken auch rückwärts befahren kann, was den Schwierigkeitsgrad aber auch nicht erhöht.
GT Pro Series
Als Belohnung für siegreiche Rennen erhalten wir zum einen viele verschiedene Tuning-Teile, welche wir sodann in unseren Fahrzeugen verbauen können, sowie neue Fahrzeuge, die wir besonders in den beiden höchsten Klassen der Meisterschaft gebrauchen können. Denn besonders zu Beginn der Meisterschaft sind die angebotenen Gefährte nicht besonders prickelnd, viele davon dürften in unseren Breitengraden sogar gänzlich unbekannt sein, wie die ganzen Kleinwägen. Denn die komplette Fahrzeugauswahl beschränkt sich ausschließlich auf japanische Hersteller, amerikanische oder europäische Fahrzeuge sucht man vergeblich.
Gameplay & Steuerung
GT Pro Series
Das Gameplay von GT Pro Series darf man mit Fug und Recht als recht einfach bezeichnen. Die Meisterschaft verlangt von uns immer drei aufeinanderfolgende Rennen im selben Fahrzeug zu absolvieren und danach punktemäßig an erster Stelle zu stehen, um die erhofften Belohnungen einheimsen zu können. Dabei gibt es auf der Strecke nichts weiter zu tun als Gas zu geben, zu lenken und in den engeren Kurven auch noch etwas zu Driften, das war es auch schon. Besondere Fahrkünste muss man ebenso wenig an den Tag legen wie eine besondere Reaktionsfähigkeit, denn das Geschehen läuft zu allem Überfluss nicht besonders schnell über den Screen.
GT Pro Series
An der Steuerung mit dem Wii-Mote aber kann das nicht liegen, denn diese funktioniert im Grunde recht gut und verzögerungsfrei. Wie bei allen Rennspielen für die Wii halten wir die Wii-Mote quer mit beiden Händen, geben mit der 2-Taste Gas und bremsen mit der 1-Taste. Wenn es nötig ist, und das ist es eigentlich nur bei den Drift-Rennen, betätigen wir mit dem Steuerkreuz nach links oder rechts die Handbremse. Die A-Taste schließlich dient zum Hupen, was die wohl sinnloseste Funktion in diesem Spiel ist, denn weder hupen die anderen Fahrzeuge noch reagiert irgendwer auf unser Horn.
Denn auch die KI der CPU gesteuerten Fahrzeuge ist von der ganz einfachen Sorte, nicht umsonst befinden sich praktisch alle Fahrer des Feldes auf derselben Spur und fahren wie auf einer Perlenkette aufgereiht brav hintereinander. Auch reagieren sie nicht auf den Spieler, selbst wenn sie dieser anrempelt, stattdessen versuchen sie einfach immer auf der Ideallinie zu bleiben. Nur ganz selten bricht ein einzelner Fahrer aus dem Verband aus und zieht das Feld etwas auseinander.
Zur Steuerung ist noch zu sagen, dass man auf das Luftlenkrad auch komplett verzichten kann, denn es existieren zwei Settings die uns ebenfalls erlauben einfach mit dem Steuerkreuz zu lenken, statt die Wii-Mote quer vor uns zu halten. Zwar ist dies nicht besonders anstrengend, trotzdem kann man mit dem Steuerkreuz alleine schneller reagieren als mit der Wii-Mote die man in der Luft herumdrehen muss.
Grafik und Sound
GT Pro Series
Grafisch kommt GT Pro Series im sogenannten und inzwischen wohl mehr als bekanntem Cell-Shading-Look daher. Zumindest behauptet das die Aufschrift auf der Verpackungsrückseite. Wir sind eher der Meinung, dass nur die Fahrzeuge in richtigem Cell-Shading erstrahlen, denn die Umgebung sieht eher nach N64-Grafik aus, als nach Cell-Shading. Sie glänzt nämlich mit einem Texturgeflimmer auf das einem die Augen tränen und Treppchenbildung ebenso wie flimmernde Kanten gehören wie selbstverständlich zum Erscheinungsbild. Dazu gesellt sich eine recht unsaubere Anpassung an das 16:9 Format, denn wo wir beim 4.3 Seitenverhältnis noch ein komplett gefülltes Bild ohne Ränder und Balken bekommen, müssen wir im 16:9 Mode mit zwei dicken Balken links und rechts im Bild leben. Dafür scheint das Spiel keinerlei Probleme mit der 50 oder 60 Hertz Darstellung zu haben, bei beiden läuft das Game offensichtlich mit gleicher Geschwindigkeit, wobei PAL 50 sogar vorzuziehen ist, weil dort das Texturflimmern nicht ganz so stark ins Gewicht fällt.
GT Pro Series
Leider kann auch die Soundkulisse nicht überzeugen, die allen voran an den nervigen und keineswegs real klingenden Motorsounds leidet. Denn dieses nähmaschinengleiche Rattern bohrt sich einem in die Gehörgänge bis man den Sound gerne herunterdreht um weiterspielen zu können. Die dabei im Hintergrund dudelnde Fahrstuhlmusik vermisst man dann auch nicht mehr, ist sie an Langeweile doch kaum mehr zu überbieten. Die schlimmsten Soundorgien entstehen dabei wenn man im Pulk fährt und sich die eigenen Motorgeräusche mit denen der umgebenden Fahrer mischt, was einen Soundmüll ergibt den keiner gerne hören mag.
