Tennis gehört zu den anspruchsvollen und schnellen Sportarten und hat nun auch auf dem DS ein Zuhause bekommen.
Rafael - Rafa - Nadal Parera, wie der 1986 auf Mallorca gebürtige Tennisspieler richtig heißt, stand Pate für Codemasters neusten und vor allem sportlichen DS-Streich. Ganz im Zeichen des weißen Sports mit der gelben Filzkugel entführt euch der Spanier, u.a. Gewinner der French Open 2005 und 2006, auf den Tennisplatz und lädt euch dazu ein, mal so ganz anders Aufschläge, Returns und Lops zu schlagen. Dank Touchpad und Touchpen soll euch ein neues Tennis-Gefühl vermittelt werden.
Die Tennisschule ruft
Rafa Nadal Tennis
Wer bisher eher klassisch Tennis auf dem PC bzw. der Konsole gespielt hat, darf sich auf eine komplett neue Handhabe einstellen. Damit euch der Einstieg nicht zu schwer fällt, steht ein umfangreiches Trainingsprogramm zur Verfügung. Hier bekommt ihr verschiedene Kategorien serviert, in denen euch Aufschlag, Returns, High-Lops, Stopp-Bälle und dergleichen mehr näher gebracht werden. Nach einer ausführlichen Erklärung folgt der Praxistest, bei dem ihr immer mehrfach das Gehörte umsetzen sollt. Dabei wird schnell klar, dass die Steuerung mit Touchpen und partiell ergänzend eingesetzten Tasten gar nicht so einfach ist. Viel Gefühl, ein gutes Auge und ein gesundes Maß an Timing helfen weiter und sorgen dafür, dass der Gegner viel Laufarbeit aufgebrummt bekommt und so manchem Ball nur noch hinterher gucken kann. Die verschiedenen Tasten, die nicht nur Lops, Returns und Co. mit bestimmen - können gleichfalls genutzt werden, dem Ball ein wenig Effet zu verpassen.
Nummer eins der Weltrangliste ... gespickt mit Hindernissen
Rafa Nadal Tennis
Wenn ihr im Training erfolgreich die Vielzahl der möglichen Schläge und damit Tastenkombinationen verinnerlicht habt, steht einer Karriere als Tennisprofi nichts mehr im Wege. Ziel ist es, die Nummer eins der Weltrangliste zu werden. Dafür spielt ihr euch über 17 verschiedene wenn auch nicht originalgetreue Courts und versucht möglichst als Match-Winner aus jedem einzelnen Spiel hervorzugehen. Euere Gegner sind wahlweise 17 männlich oder 17 weibliche Protagonisten und gehören leider der Fraktion der Unbekannte an - denn außer dem Namensgeber für das Spiel, Rafa Nadal, ist kein weiteres Tennisass dabei. Gesamt sind 20 Turniere zu bestreiten, bei denen ihr - ganz nach eigenem Gusto - mit Nadal selbst, einem der Unbekannten oder aber einem selbst kreierten Spieler über den Court jagt. Dabei kommt euch zweifelsfrei die Tennisschule zur Gute - wenngleich die kombinierte Steuerung nicht ganz ohne ist. Auf eurem Weg an die Spitze werdet ihr so manches Mal ins Straucheln kommen, denn die Ausführung der Schläge ist die eine Seite. Die andere Seite verlangt von euch, dass ihr immer günstig zum Ball steht, damit die gelernten Returns und Spezialschläge auch von Nutzen sind. Im Klartext heißt das, dass ihr den Spieler erst positionieren müsst bevor ihr einen sauberen Schlag ausführen könnt. Ihr tippt mit dem Touchpen an die Stelle, wo ihr glaubt, dass euer Spieler gut positioniert ist - was im Übrigen voraussetzt, dass ihr abschätzen solltet, wo der Ball eueres Widersachers landet - und dann könnt ihr eine der zahlreichen Kombinationen anwenden. Hierbei solltet ihr ebenfalls wieder darauf achten, wie der Ball kommt und wo euer Gegner steht und wie ihr euch letztlich im Anschluss bewegen müsst, damit ihr einen möglichen Return erneut sauber annehmen könnt.
Rafa Nadal Tennis
Was sich so einfach anhört, stellt sich in der Praxis allerdings als ziemlich nervig dar. Selbst geübte Spieler mit gutem Timing werden nicht selten der puren Verzweiflung erliegen. Grund dafür ist die Tatsache, dass ihr die benötigte Position als auch den gewünschten Schlag quasi ins Blaue setzt, denn wenn ihr erst loslegt, wenn der Ball schon fast bei euch im Feld ist, sieht es düster für euch aus. Vor allem dann wenn ihr euch schnelle Ballwechsel mit euerem Gegenüber liefern wollt, bleibt ihr auf der Strecke, da die spielbestimmende Prozedur - Platz erahnen, auswählen und dann Schlag im richtigen Moment ansetzen - zu langsam ist.
Halbgar und mittelprächtig
Für gewonnene Matches klingelt die Kasse. Eingestrichene Preisgelder können von euch u.a. in neue Outfits, Schläger und Spielwerte umgesetzt werden. Speziell letzteres klingt zumindest theoretisch interessant, könnt ihr auf diesem Wege eueren Aufschlag, Return, Spin & Co. verbessern. Praktisch jedoch ändert es nichts an den gegebenen Umständen, denn euer Tennisspieler wird dadurch leider nicht schneller bzw. agiler.
Rafa Nadal Tennis
Auch in Sachen Spielumfang bedient man sich dem "mehr Schein als sein" Prinzip. Habt ihr euer Training als auch die Karriere erfolgreich absolviert, bleibt nur der Mehrspielermodus übrig. Immerhin erlaubt euch Rafa Nadal Tennis das Spiel zu zweit mit nur einem Modul. Allerdings werdet ihr auch in diesem Modus mit einer sehr nervigen Musik berieselt, denn man hat sich lediglich auf einen Song festgelegt. Nicht einmal die sonst recht gelungenen Soundfiles, welche dem Tennisspiel akustisch Leben einhauchen, schaffen das tüdelige Musikstück zu übertönen. Auch bei den zugegeben zahlreichen Gegner war man wenig bis gar nicht einfallsreich - hat man die Statisten nicht nur mit gleichen Bewegungsmustern ausgestattet sondern auch mit identischem Platzgebaren. Die Widersacher präsentieren allesamt ein einheitlichen Stil, womit die Matches nur wenig Abwechslung bieten und die Herausforderung allenfalls darin besteht, nicht dem zugegeben hohen Frustfaktor zu erliegen.
Optisch bemessen zeigt sich der virtuelle Auftritt des spanischen Tennisstars eher durchwachsen und wenig aufregend. Ohne sonderliche Höhen und Tiefen schlagt ihr euch von Platz zu Platz und werdet am Ende eines Matches mit eher kantigen Animationen belohnt. Immerhin bekommt ihr während der Ballwechsel durchaus flüssiges und einwandfreies Tennis zu sehen.
