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Wertung der Redaktion:
7.4
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Penumbra: Im Halbschatten

PC-Review von Peter Grubmair (16.04.2007)

Wer sagt denn, dass es literweise Blut braucht um einen so richtig gruseln zu lassen? Ist es nicht viel mehr das, was sich schon in unseren Köpfen befindet, was uns eine Höllenangst einjagen kann? Genügt nicht schon die Vorstellung von dem was sein könnte, um uns die Schauer über den Rücken laufen zu lassen? Genau diese Ängste sind es, mit denen Penumbra herrlich zu spielen versteht. Wie würdest du dich verhalten, völlig auf dich alleine gestellt und nicht wissend was dich erwartet? Mit dem ersten Teil der Penumbra Trilogie kannst du es herausfinden, falls deine Nerven stark genug sind.

Nachricht aus dem Jenseits

Penumbra: Im Halbschatten - Review - Test
Penumbra: Im Halbschatten
Penumbra ist ein Spiel welches auf die Urängste des Menschen abzielt ohne Splatter-Effeckte zu benutzen, stattdessen spielt es mit dem Verstand und den Gefühlen des Gamers, der in Person von Phillip, dessen Mutter vor kurzem gestorben ist, ein wahrlich klaustrophobisches Abenteuer erlebt. Denn die Geschichte beginnt damit, dass Phillip einen Brief erhält, und das nicht von irgendwem, sondern von seinem Vater, den er nie kennen gelernt hat, da er kurz vor seiner Geburt verstarb. So kommt er an ein seltsames Notizbuch welches Informationen enthält die ihn verwirren und faszinieren zugleich. Denn sein Vater bittet ihn in dem Brief das Buch zu verbrennen, ohne zu verraten warum. Da es sich dabei aber um das einzige Erinnerungsstück handelt, beschließt er es zu behalten. Mit enthalten ist eine Karte auf der ein geheimnisvoller Ort eingezeichnet ist. So geschieht es, dass sich Philipp entschließt diesen Ort aufzusuchen um das Geheimnis zu lüften. Und so kommt es wie es kommen muss, Philipp begibt sich auf die Reise zu dem aufgezeichneten Ort und findet was er nicht erwartet hätte: Eine Luke im Boden. Kurzentschlossen steigt er die metallene Leiter hinab, doch noch ehe er unten angekommen ist zerbirst sie und er findet sich in einer verlassenen Mine wieder. Es gibt kein Zurück mehr, er muss einen anderen Weg finden sie wieder zu verlassen. An diesem Punkt kommen wir ins Spiel und übernehmen ab sofort die Kontrolle über Philipps Schicksal.

Penumbra: Im Halbschatten - Review - Test
Penumbra: Im Halbschatten
Wir steuern unseren Charakter aus der Egosicht heraus, sehen also durch Philipps Augen und agieren mit seinen Händen. Denn auch wenn Penumbra Adventure-Elemente benutzt, es müssen also diverse Rätsel gelöst werden um voranzukommen, bewegen wir uns doch in einer richtigen 3D-Welt und müssen regen Gebrauch von der hervorragenden Physik-Engine machen um die jeweiligen Aufgabe zu lösen. Wir verfügen ebenfalls über ein großes Inventory, in dem sich beispielsweise unsere Taschenlampe befindet und in dem wir auch alle anderen gefundenen Gegenstände im Laufe des Spiels sammeln. Sehr interessant wurde auch die Benutzung von Werkzeugen umgesetzt, die wir mitunter auch als Waffen benutzen können. Mit der Spitzhacke beispielsweise können wir uns den Angriffen der Wölfe erwehren, wobei wir nicht einfach nur eine Taste drücken um zuzuschlagen, sondern die Maus entsprechend des gewünschten Schlages bewegen. Ziehen wie sie von Rechts nach Links schlägt Philipp entsprechend zu. Dementsprechend können wir auch zustoßen damit, indem wir die Maus nach vorne schieben. Auf diese Art und Weise können wir auch Kisten zertrümmern oder anderweitig mit der Umwelt agieren. Wem das Schieben der Maus zu ungenau ist, kann sich einer speziell nur für uns Deutsche einprogrammierte Funktion bedienen, die das Ausholen und Schlagen automatisch durchführt, wenn wir nur eine einzige Taste dafür drücken. Allerdings geht einem dann etwas von der Authentizität verloren, da es zum Spieleindruck gehört jeden Gegenstand "anfassen" zu können. Aber auch von seinen Händen machen wir regen Gebrauch, greifen Gegenstände, heben und schieben sie oder drehen an Ventilen und drücken Schalter und Tasten.

Penumbra: Im Halbschatten - Review - Test
Penumbra: Im Halbschatten
Hinzu kommt das Stealth-Element in Penumbra, denn es ist klüger einer direkten Konfrontation aus dem Weg zu gehen, im Verborgenen zu bleiben um nicht entdeckt zu werden. Denn wer wie in einem Egoshooter vorstürmt haucht schneller das Leben aus als er das erste Rätsel gelöst hat. Das ist es nämlich was Penumbra ausmacht, Informationen und Notizen zu sammeln und Funksprüchen zu lauschen, um das bevorstehende Hindernis überwinden zu können. Denn mit Personen interagieren wir nicht, das Spiel legt es darauf an uns die Einsamkeit spüren zu lassen und die Ungewissheit was sich wohl hinter der nächsten Biegung verbirgt. Wobei es mir persönlich am meisten die Aufgabenstellungen selbst angetan haben, die durch den exzessiven Einsatz des Physik-Features weit über das hinausgehen was wir aus den betagten Point & Click Adventures her kennen. Bei Penumbra hat man das erste mal das Gefühl wirklich selbst teil des Abenteuers zu sein, sich wirklich selbst in der Welt zu befinden in der wir agieren. Um das zu verdeutlichen empfehle ich euch die beiden Videos zu diesem Titel die ihr hier auf Gamezone findet, sie lassen bereits tief blicken wie Penumbra funktioniert.

Technisches

Penumbra: Im Halbschatten - Review - Test
Penumbra: Im Halbschatten
Im ersten Teil der Penumbra-Trilogie befinden wir uns in einer seit langer Zeit verlassenen Mine. Dementsprechend finster ist es dort und wir sind ständig auf das Funktionieren unserer Taschenlampe und der Leuchtstäbe angewiesen. Später im Spiel können wir auch andere Lampen entzünden, welche uns die Orientierung erleichtern. Zwar sieht man auch ohne Licht durchaus genug um sich bewegen zu können, so richtig Spaß macht es aber natürlich nur wenn wir auch sehen wohin wir gehen. Und erst im Lichtschein der verschiedenen Quellen zeigt sich zu was die Engine in der Lage wäre, wenn es mehr Licht gäbe. Dann nämlich zeigen sich die scharfen Texturen und die netten Glanzeffekte sowie die unterschiedlichen Materialien, wie Stein, Metall oder Holz.

Penumbra: Im Halbschatten - Review - Test
Penumbra: Im Halbschatten
Doch ist es viel mehr die Physik-Engine und die Möglichkeiten die sie uns bietet, welche Penumbra zu so etwas Besonderem machen, weniger die gebotene und durchaus als unspektakulär zu bezeichnende Grafik. Denn im Spiel öffnet sich keine einzige Schublade durch schnödes Anklicken, stattdessen fassen wir diese richtig an und ziehen sie mit der Maus auf, so wie wir auch die Türen anfassen und langsam öffnen können oder ganz schnell aufstoßen. Die gebotenen Rätsel bedienen sich ebenfalls stark der physikalischen Möglichkeiten und wir hantieren mit Flüssigkeiten ebenso wie mit Gewichten. Und wenn wir eben nicht dabei sind mit irgendetwas herum zu experimentieren, dann studieren wir die gefundenen Notizen, lernen wie man selbst Sprengstoff herstellt oder dechefrieren Morsecodes.

Penumbra: Im Halbschatten - Review - Test
Penumbra: Im Halbschatten
Das ist es was Penumbra ausmacht, das es uns von Anfang an nicht nur das Gefühl gibt ganz allein auf sich gestellt zu sein, sondern richtig ins Spiel eingebunden zu sein, da man alles Relevante "richtig angefasst" hat und nicht einfach nur angeklickt. Man löst die Rätsel nicht indem man einfach Gegenstand A mit Gegenstand B kombiniert, stattdessen hantieren wir richtig mit den verschiedensten Sachen, was einen viel tieferen Eindruck hinterlässt. Genau deswegen aber ist das Spiel nichts für ungeduldige Naturen, denn nicht selten bewegen wir uns nur ganz langsam und im Verborgenen vorwärts, hören gespannt auf die Geräusche um nicht entdeckt zu werden oder hantieren besonders leise mit den eben gefundenen Gegenständen und Maschinen um nur nicht entdeckt zu werden.


Gamezone Fazit:
Der erste Teil der Penumbra-Trilogie bietet uns - wie zu erwarten war - ein für ein Adventure schon sehr einmaliges Gameplay. Das liegt zum einen an der verwendeten Egoperspektive, wir erleben das Spiel also durch die Augen des Hauptdarstellers Philip, sowie der starken Verwendung der physikalischen Möglichkeiten, nichts wird einfach angeklickt und funktioniert dann, stattdessen fassen wir alles richtig an, bewegen und positionieren es, um es verwenden zu können. Sogar wenn wir uns mit dem Eispickel eines Wolfes erwehren, bewegen wir die Maus schnell hin- und her, so als hielten wir diesen selbst in den Händen. Das ist es was uns unglaublich tief in das Spiel involviert, mehr als in allen anderen Adventures, und uns mit dem Eindruck zurücklässt die Geschichte tatsächlich selbst erlebt, und nicht einfach nur gespielt zu haben. Wer also bereit ist die Grenzen seiner psychischen Belastbarkeit kennen zu lernen, öffnet die Luke in den Untergrund und steht Philip bei seinem Albtraum bei.
Grafik7
Sound7
Steuerung7
Gameplay8
7,4
Brauchbar
Negative Aspekte:
Nichts für ungeduldige Naturen, manchmal setzt die KI der Wölfe aus

Positive Aspekte:
Der klaustrophobische Eindruck, der Einsatz der Physik-Engine der das Spiel so besonders werden lässt, das durchdachte Rätseldesign, der günstige Preis


Weitere Links zum Thema:
News:
  Penumbra Collection: Download-Variante verfügbar  09.07.2010
  Penumbra: Soundtrack als Audio-CD und Download  12.01.2010
  Penumbra: Collection Edition schon nächsten Monat  15.01.2009
  Penumbra: Requiem: Jetzt auch für Mac OS und Linux  18.11.2008
  Penumbra: Collection-Ausführung angekündigt  02.11.2008
  Penumbra: Requiem: Erstes Update zum Addon  16.09.2008
[weitere News anzeigen] Userreviews:
  Wer im Dunkeln sitzt, zündet sich einen Traum an (PC)  7,7   Kanyoka

Downloads:
  Penumbra Launch-Trailer   Gamezone TV
  Penumbra Prolog   Demo
  Penumbra Entwicklervideo #2   Gamezone TV
  Penumbra im Halbschatten Teaser   Gamezone TV

Verwandte Reviews:
  Penumbra: Im Halbschatten  7,4   PC

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  Penumbra: Im Halbschatten  7,4   PC

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Penumbra: Im Halbschatten Cover

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Details Titel:
Penumbra: Im Halbschatten
System:
PC
Publisher:
Kalypso Media GmbH
Developer:
Frictional Games
Genre:
Adventure
Sub-Genre:
Horror

Release: 21.02.2007
Spieler: 1 Spieler
Version: DE

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