Hurrican im Gamezone-Test

Test Denis Brown

Turrican Fans kommen an diesem Freeware Nachfolger von den Hobbyprogrammierern Poke53280 nicht vorbei!

Normalerweise testen wir keine Freeware-Games für den PC. Liegt einfach am viel zu großen Aufwand, denn dann müssten wir wöchentlich Hunderte von Tetris-Klonen und qualitativ durchwachsenen Mausklickspielchen über uns ergehen lassen. Bei "Hurrican" vom deutschen Freizeit- Programmierteam "Poke53280", machen wir allerdings eine Ausnahme, denn selten war ein Freeware-Remake so verdächtig nah am Original, wie dieses, welches sich beim Commodore64 bzw. Amiga-Klassiker "Turrican" bedient. Der sehr ähnlich klingende Name ist allerdings kein müder Versuch, einem Copyright-Streit zu entkommen, sondern eine Hommage an den Klassiker von Mastermind Manfred Trenz, denn der Name Hurrican war auch für das Original- "Turrican" im Gespräch. Somit lässt schon der Name des Spiels darauf schließen, dass es sich um ein liebevoll aufbereitetes Produkt von echten Fans handelt. Liebhaber der Serie werden jedenfalls nicht enttäuscht.

Im Jahre 1990 versetzte der deutsche Programmierer Manfred Trenz die Spielerschaft des C64 Homecomputers ins Staunen. Das Plattform-Ballerspiel "Turrican" war zu dieser Zeit nicht nur eine Augenweide, es spielte sich auch hervorragend, obwohl der Joystick mit Funktionen nur so überladen war. Ballern und springen konnte der Sci-Fi Held, der in einen Kampfanzug gepackt wurde, wie kein anderer, aber sein größter Kniff war die Verwandlung in eine Kugel, die sich mit ablegbaren Bomben wehrt. Ja, Metroid gabs damals schon, daher dürften sich einige Nintendo Fans evtl. beim lesen dieser Zeilen gefragt haben, ob sie beim falschen Review gelandet sind. Nein sind sie nicht, denn Turrican ist dank der Non-Stop Action kaum mit Metroid vergleichbar, auch wenn die Steuerung anfangs sehr ähnlich erscheint. Dazu ist das Gameplay viel zu actionreich

Action ohne Ende

Turrican Fans werden sich bei Hurrican sofort heimisch fühlen Turrican Fans werden sich bei Hurrican sofort heimisch fühlen Die inoffizielle Fortsetzung "Hurrican" setzt auf das gleiche Grundrezept und orientiert sich offensichtlich stark an "Turrican 2", welches als Höhepunkt der Serie gilt. Zumindest die Waffenauswahl und die Levelstruktur sorgen für so manches Aha-Erlebnis beim Spielen des in moderner Grafik aufbereiteten Revivals, welches vom Spielgefühl her wirklich erstaunlich nah an das Vorbild herankommt und selbst auf älteren Rechnern extrem flüssig über den Screen flimmert, wobei sich im Notfall auch einige Effekte herunterdrehen lassen, um Rechenzeit einzusparen. Im Vergleich zum Retro-Original sieht Hurrican jedenfalls recht zeitgemäß aus und überzeugt auf Anhieb durch fein ausgearbeitete, recht farbenfroh vorgerenderte Umgebungen und Objekte.

Auf dem Screen ist ne Menge los Auf dem Screen ist ne Menge los Wer Turrican bisher nicht kannte, braucht aber keine Defizite beim Spielen zu befürchten, denn auch der Klon "Hurrican" ist im Spielablauf schnell durchschaut. Es gilt lediglich hüpfend und ballernd den Ausgang des aktuellen Levels zu finden, und dabei nicht zu viel Energie durch Feindkontakt zu verlieren. Die mechanischen und organischen Widersacher haltet ihr euch mit eurer Wumme vom Leib, die durch das Aufsammeln von Symbolen die Schussart wechselt und auch aufgerüstet werden kann. Jede Waffenart hat ihren Vorteil, denn der Streuschuss deckt große Flächen ab, während der grüne "Kugel-Laser" von den Wänden reflektiert wird, was euch z.B. ermöglicht, auf höhere Ebenen zu ballern. Per Knopfdruck löst ihr zudem eine Bildschirmfreiräumende Smart-Bombe aus oder verwandelt euch in die besagte Kugel, die schmal genug ist, um durch niedrige Tunnels zu rollen, die den Weg zum ein oder anderen Bonusraum freigeben.

Für ein Freeware-Spiel ist Hurrican ziemlich detailverliebt Für ein Freeware-Spiel ist Hurrican ziemlich detailverliebt Natürlich haben es auch einige Obermotze auf euch abgesehen, die naturgemäß erst nach wiederholtem Beschuss einer Schwachstelle kleinbei geben und somit nach taktischem Vorgehen verlangen. So gibt es auch ein Wiedersehen mit dem altbekannten "Faust"-Obermotz, der noch genauso zu bezwingen ist, wie vor rund 17 Jahren. Da zielloses Herumlaufen ohne überlegtes Vorgehen aber auch bei den normalen Gegnern selten sinnvoll ist, hat man sich spätestens beim zweiten Boss sowieso schon daran gewöhnt, jede neue Situation erst mal genauer zu analysieren.

Der technische Aspekt

Hurrican Hurrican Da Hurrican ein völlig kostenlos erhältliches Freeware Game ist, wollen wir nicht anfangen, an der Leistung von Poke53280 zu mäkeln. Hurrican macht wirklich einen Heidenspaß und gibt sich auch technisch recht modern. Aber ein kleines Feedback wollen wir schon hinterlassen. So ist uns z.B. aufgefallen, das der Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrund in manchen Level größer sein könnte - einfach nur um die Unterscheidung zu erleichtern. Außerdem waren wir enttäuscht, das die moderne Technik heutiger PCs nicht für Spielereien ausgereizt wurde. So hätte man z.B. ein Feuerwerk an Parallax scrollenden Ebenen oder Pseudo-3D Effekten einbauen können, welches leider ausbleibt. In dieser Hinsicht ist Hurrican genauso bodenständig wie bei der Musik. Die Melodien nutzen die gleichen stilistischen Mittel wie die Kompositionen von Chris Hülsbeck und setzen auf die gleichen fröhlichen, ja fast schon naiven Intervalle und heroischen Akkorde, welche in ein Elektro-Pop Gewand eingebettet wurden. Allerdings fehlt einfach der Hauch Genialität, den das Vorbild unter anderem durch das Ausreizen der damals beschränkten Technik vermittelte. In Hurrican hätte man einfach noch eins obendrauf setzen können, auch was die Länge der Tunes angeht. Stattdessen zielte Poke53280 wohl absichtlich auf einen hohen Wiedererkennungswert, was wir den drei Jungs aber keineswegs zum Vorwurf machen wollen.

Meinung

Wertung zu Hurrican (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Ein astreines Turrican Remake für lauschöne 2D Grafikenjede Menge Actionwohlklingender Retro SoundtrackSteuerung frei belegbarJoypad SupportLevel Editor9 Spielstufen und 4 SchwierigkeitsgradeSave-Funktion
Kontrast zwischen Hinter- und Vordergründen manchmal zu geringLevelstruktur hin und wieder etwas einseitig
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