Delaware St. John 3: The Seacliff Tragedy im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

Manchmal holt einen die Vergangenheit ein - bei diesem Adventure besonders in technischer Hinsicht.

Es ist Abend, die Sonne hat sich verzogen, dazu leichter Regen, zu Hause ist niemand außer euch selbst, im Laufwerk Geisterjäger Delaware St. John 3: Die Seacliff-Tragödie. Und, wird's gruselig?

There is something strange...

...in the Vergnügungspark. Leider hat das Schicksal mal wieder erbarmungslos zugeschlagen. Vor Jahren schon passierte in einem Freizeitpark ein schrecklicher Unfall, bei dem viele Menschen ihr Leben lassen mussten. Seitdem ist die Anlage geschlossen. Über die Jahre hinweg wurden jedoch immer wieder paranormale Aktivitäten festgestellt. Scheinbar können die Seelen keine Ruhe finden. Als unser Held, er könnte der Praktikant der Ghostbusters sein, plötzlich eine Vision von dem Park erhält, macht er sich auf, die vergangenen Geschehnisse zu untersuchen.

Delaware St. John 3: The Seacliff Tragedy Delaware St. John 3: The Seacliff Tragedy Geisterjäger Delaware St. John 3: Die Seacliff-Tragödie ist ein Adventure im Stile des altehrwürdigen Myst. D.h., dass ihr euch aus der Ego-Perspektive von einem Standbild ins nächste klickt. Nach reichlicher Suche mit dem Mauscursor, finden sich dabei immer mal wieder nützliche Gegenstände, die ihr in euer Inventar aufnehmen könnt. So braucht ihr beispielsweise eine rostiges Rohr, um eine Kette von der Tür zu entfernen. Leider sind viele Objekte auf den ersten Blick nur schwer zu erkennen, weswegen (fast) jeder Bildschirm millimetergenau mit der Maus untersucht werden sollte. Die Rätsel von GDSt.J3:ST (ist keine Casting-Show, nur die Abkürzung des Spiels) dürften ebenfalls keinen halbwegs begabten Spieler länger als wenige, kurze Minuten beschäftigen. So muss unter anderem ein Safe geöffnet werden. Um den dreistelligen Code herauszufinden, sollen drei Divisionsaufgaben, die dazu noch auf dem Safe eingeritzt sind, gelöst werden. Die Schwierigkeit hierbei: Sie sind in römischen Zahlen niedergeschrieben. Wer also Rambo- oder Rocky-Fan ist, oder gar in der Schule das eine mal nicht geratzt hat, bekommt keine Probleme.

Taschenlampe > Schattenmensch

Delaware St. John 3: The Seacliff Tragedy Delaware St. John 3: The Seacliff Tragedy Das Tempo von GDSt.J3:ST, auf Action-Einlagen braucht ihr gar nicht zu warten, ist behäbig. Naja, fast, denn da gibt es die so genannten Schattenmenschen. Das sind Dämonen, die Menschen die Energie aussaugen. Die netten Kerlchen tauchen immer mal wieder auf dem Bildschirm auf. Nun habt ihr nur wenige Momente Zeit, mit dem Taschenlampensymbol auf die Gestallten zu klicken. Problem hierbei: Wahrschein liegt euer Kopf bereits vor Langeweile auf der Tastatur. Sterben könnt ihr jedoch nicht, denn ihr werdet nur kurz ohnmächtig. Also was soll's.

Da die Standbilder menschenleer sind, könnt ihr euch zum Glück noch ab und zu mit eurem Laboranten unterhalten, der zu Hause im gemütlichen Sessel sitzt, und mehr oder weniger schlaue Ratschläge ausspuckt. Zudem könnt ihr ihm Fotos und Tonaufnahmen schicken, die prompt nach Übernatürlichem untersucht werden. Davon abgesehen hat GDSt.J3:ST nur wenig Eigenständigkeit. Hyperaktive Gamer, die millimetergenau Haedshots verteilen, werden vom gemächlichen und höhepunktlosen Gameplay begeistert sein.

Eigentlich spielt sich GDSt.J3:ST, wie sich ein Mystery-Jugendbuch aus der Teenagerzeit liest, in welcher der 12 jährige Karl von Jutta am Wochenende nicht zu ihrer Pyjama-Party eingeladen wurde, und nun die Zeit mit etwas Lesestoff verschwendet. Besonders gruselig kommt GDSt.J3:ST nicht daher, obwohl dennoch eine schön schaurige Stimmung versprüht wird. Resident Evil und Silent Hill gestählte Gamer werden verständlicherweise nur müde über irgendwelche Schattenmenschen lachen. Für die etwas Jüngeren ist GDSt.J3:ST jedoch eine ideale "Gute Nacht"-Geschichte, vor allem da das Abenteuer auch sehr zügig durchgespielt ist.

Zurück in die Vergangenheit: Die Technik

Delaware St. John 3: The Seacliff Tragedy Delaware St. John 3: The Seacliff Tragedy Die Technik von GDSt.J3:ST ist auf dem Stand, wie vor etwa 10 Jahren. Und auch 1997 hätte sie keine Bäume ausgerissen. Obwohl die einzelnen vorgerenderten Standbilder durchaus eine schaurige Stimmung rüberbringen, sind sie bei näherer Beobachtung doch recht steril und detailarm ausgefallen. Ebenso vorsintflutlich sind die extrem groben Zwischensequenzen, die schlicht lächerlich wirken. Dafür reicht bereits ein 600 Mhz PC aus, um GDSt.J3:ST problemlos zu spielen. Aber eine fest vorgegeben Auflösung von nur 800x600 Bildpunkten hätte dann doch nicht sein müssen. Die deutsche Sprachausgabe wirkt bemüht, aber nicht gekonnt. Trotzdem dürfte sie den TÜV gerade so bestehen. Minimalistisch gruselige Hintergrundmusik schließt das bescheidene Auftreten des Geisterjägers ab.

Meinung

Wertung zu Delaware St. John 3: The Seacliff Tragedy (PC)

Wertung:

5.4 /10
Pro & Contra
Recht nette Rahmenhandlung (wenn auch nicht besonders gruselig oder einfallsreich)läuft auf Uralt-PCsSteuerung funktioniert bestens
Steinzeit-TechnikAuflösung nur in 800x600triviale Rätselpeinliche Zwischensequenzenmenschenleere Standbilderführt zu Müdigkeit (fragen Sie Ihren Apotheker)minimalistische Sounduntermahlung
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