Heavenly Sword im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Kurz und heftig schlägt die gute Amazone Nariko zu und beschert uns ein aufwendig inszeniertes Metzelabenteuer.

Neuer technischer Vorzeigetitel?

Heavenly Sword Heavenly Sword Auch wenn spielerisch einiges geboten wird und das Gameplay ein durchdringendes Vergnügen darstellt, so hat der künstlerische Wert in Form von Grafik und Design ein deutliches Wörtchen mitzureden. Hätten die Entwickler keine bildgewaltige und cineastische Kinooper als Spiel aufgetischt, wäre "Heavenly Sword" wohl ein "namenloses" Schnetzelspiel unter vielen anderen geworden. Die rothaarige Amazone weiß aber, wie sie sich richtig zur Geltung bringt und sorgt nicht nur innerhalb der zahlreichen Videosequenzen für bombastische Ausblicke, auch die diversen Spezialangriffe wurden durch kinoreife Animationen äußerst lebhaft in Szene gesetzt. Beachtlich ist vor allem das Ausmaß der Schlachtszenen, speziell zu Beginn und am Ende des Spieles, bei denen Hunderten von Feinden auf die zierliche Figur einstürmen. Dennoch läuft der Titel weitestgehend flüssig. Zweifelsohne dienen auch zahlreiche Splitscreensequenzen der Unterhaltung, welche zum Teil nicht nur aus Gründen der Optik integriert wurden, sondern auch spielerische Inhalte vermitteln. Lobenswert ist aber auch die musikalische Begleitung mit fetzigen Melodien und einer mehr als gelungenen Sprachausgabe. Bis auf eine etwas unkonstante Abmischung der Soundkanäle kann diesbezüglich kaum gemeckert werden.

Heavenly Sword Heavenly Sword Dank zahlreicher Videosequenzen kommt "Heavenly Sword" an ein effektvolles und ausgereiftes Kinoerlebnis heran und eines muss man den Entwicklern durchaus gestehen: Die Gesichtsmimik wird ihresgleichen suchen und plattformübergreifend neue Maßstäbe setzen. Nirgends spiegeln sich solche Charakterzüge in den vernarbten Antlitzen wieder, welche nicht nur Emotionen, sondern zugleich auch Gedankenweisen und Persönlichkeiten verraten. Vor allem der böse König Bohan wirkt wie eine lebendig gewordene Hollywood Figur in einem Spiel und lässt erfahrene Größen wie Jean Reno (Onimusha 3) und sogar Chow Yun-Fat (Stanglehold) richtig alt aussehen. Der Grund liegt aber nicht nur am englischen Synchronsprecher Andy "Gollum" Serkis, sondern eben auch an der technischen Feinarbeit der "Maskenbildner".

Heavenly Sword Heavenly Sword Aber auch wenn die Grafik hier und da etwas öd, das Leveldesign teils etwas trist und die Detailtiefe manchmal schwächer ausfällt, die Gesamtkomposition ist stimmig und vor allem auf einem HDTV atemberaubend ausgefallen. Während auf einem Röhrenfernseher die Hintergründe und Gräser noch etwas unscharf wirken, beglücken auf modernen Flachbildschirmen kontrastreiche und scharfe Bilder das Spielerherz - auch wenn nur 720p unterstützt wird. Makellos ist der neue Diamant von Sony aber keinesfalls. Die Schatten gestalten sich als hüpfende Pixelgrafiken, diverse Kanten neigen weiterhin zum Flimmern und Laufen und gelegentliche Ladehemmungen trüben das Spielgeschehen. Zudem wird die Aussicht mit Weitblick oftmals bei der kleinsten Bewegung mit einer Teilung des Bildes quittiert. Das Tearing fällt vor allem auf den modernen HD Kisten auf, aber auch das normale PAL Bild kämpft mit derartigen Problemen, auch wenn dies dort weniger auffallend ist. Darüber hinaus sorgen extrem lange Ladezeiten für eine unnötige Spaßbremse. In technischer Hinsicht hätte man sich deutlich mehr Mühe geben sollen, denn all diese Problematiken sollten auf einer solch leistungsstarken Hardware der Vergangenheit angehören.

Meinung

Wertung zu Heavenly Sword (PS3)

Wertung:

8.2 /10
Pro & Contra
Intensives Actionscharmützeltolle Kameraperspektivencineastische Präsentationhervorragende Gesichtsmimiken die Maßstäbe setzeneingängiges Gameplayfür Anfänger ebenfalls geeignetProjektilangriffe
Technische Mängel wie fehlende Detailtiefe und Tearinglange Ladezeitenäußerst kurzes Spielvergnügenwenig Abwechslungkaum spielerische Freiheitenzu wenige und simple Rätseleinlagen
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