Ein technisch und spielerisch unglaublich ambitionierter sowie kompetent umgesetzter Sport-Titel aus dem Hause EA.
Ansichtssache: Schwächen in der Perspektive
Skate
Dafür, dass es sich auch lohnt, irgendetwas auf virtuellem Band festzuhalten, sorgt die Optik von Skate. Man muss es EA hoch anrechnen, dass sie nicht der Versuchung erlagen, Skate. hier in direkter Konkurrenz zu TH antreten zu lassen und noch MTV-mäßiger daherzukommen als der Konkurrent. Das bedeutet nicht, dass Skate. unstylisch wäre. Menüs und Drumherum wirken wie eines der aktuellen Hochglanz-Skate-Magazine, nur halt ohne das dominierende Werbeelement auf jeder 0,5ten Seite. Sobald es dann auf die Straße geht, wirkt der Look absolut geschliffen mit seinen Lichteffekten, aufwendigen Texturen, einer großartigen Architektur der virtuellen Stadt und seiner stabilen Framerate. Ganz kleine Ruckler sollen hier nicht verschwiegen werden, aber sie sind so minimal, dass sie wirklich unrelevant sind.
Skate
Wichtiger ist dagegen die Perspektive, bei der sich EA klar an der sehr flachen Action-Perspektive knapp über dem Board orientierte, die wir so gut aus Skate-Videos kennen. Der Vorteil ist klar, Skate. vermittelt den Eindruck ein solches Video zu spielen und das funktioniert auch solange, wie es kein Hindernis gibt, das von der Spielfigur verdeckt wird. Häufig genug aber kreuzt ein Passant oder anderes Hindernis euren Weg und holt euch, da Ihr keine Chance hattet rechtzeitig zu reagieren, unsanft vom Board. Damit wird das entspannte Cruisen an einigen Stellen etwas anstrengend. Auf der Plusseite steht dafür, dass Ihr auf diesem Wege häufiger in den Genuss des wunderbaren Ragmodells der Spielfigur kommt. Nicht nur, dass sie an sich schon gut aussieht, die Stürze des Charakters gerieten hier so schön, dass man nicht umhinkommt jedes Mal Sympathieschmerzen zu empfinden.
Skate
Der Sound sollte jeden Fan des Skate-würdigen Rocks zufrieden stimmen. Nicht weniger als 45 Tracks hat EA zu einer ausgesprochen soliden Sounduntermalung zusammengestellt und von Agent Orange bis ZZ Top versammeln sich hier durchweg musikalische Größen Ihrer Genres. Zumindest fast, von den Dwarfes oder Mac Mall hatte ich noch nicht viel gehört, eine Rolle spielt das bei der stimmigen Gesamtzusammenstellung aber nicht. Perfekt getroffen ist auch das euch ständig begleitende Geräusch der Rollen, das sich je nach Untergrund verändert und gelegentlich vom Rumble bei schwierigem Terrain unterstützt wird. Für das Auffinden der interessanten Skatespots hat sich EA etwas Besonderes Ausgedacht und nutzt fleißig das 5.1-System aus. Wenn Ihr euch einem interessanten Platz nähert, hört Ihr genau aus dieser Richtung schon die Musik herüberschallen, die langsam lauter wird, je näher ihr kommt. Es ist schon ein weiterer Spaß für sich, einfach nur durch die Stadt zu fahren und nach Spots zu lauschen.
