MySims im Gamezone-Test

Test Andreas Keser

My Sims bietet uns keine Klogänge mehr, dafür eine neue Möbelwerkstatt und einen Animal Crossing-Look der gefällt.

Die verschiedenen Essenzen

MySims MySims Ganz so einfach ist das mit dem Möbelbauen aber nicht. Neben dem Wunsch, einen Kühlschrank zu bekommen oder ein DJ-Pult, haben die Kunden auch noch genaue Vorstellungen zur Farbe. Hier kommen die Essenzen ins Spiel. Das sind bestimmte Gegenstände, die man auf unterschiedlichste Art und Weise bekommen kann. Eine Apfel- oder Blütenessenz findet man in einem Garten. Man nimmt die Wii-Remote, zeigt damit auf einen Baum, hält die B-Taste gedrückt und schüttelt kräftig. Nun fallen alle Äpfel oder Blüten herunter und können eingesammelt werden. Es gibt außerdem noch Stein- und Billardkugelessenzen, die man mithilfe eines Metalldetektors im Boden findet und ausgraben muss. Die Glücksessenz ist wiederum sehr leicht zu finden. Seid einfach nett zu einem anderen Sim und schon erhaltet ihr diese. Bei der Clownfischessenz müsst ihr euch an den Teich begeben und immer da wo es blubbert mit der Wii-Remote hinzeigen, die B-Taste betätigen und eure Hand wie eine Angel mit Schwung aus dem Wasser ziehen, wenn etwas angebissen hat. Es gibt die thematisch unterschiedlichsten Essenzen. Wenn ein Kunde nun einen Kühlschrank will, an dem mindestens vier Teile mit gelber Blüte und sechs Teile mit rotem Apfel verziert sein sollen, dann müsst ihr diese natürlich erst einmal beschaffen, bevor ihr den Kühlschrank einfärben könnt. Die Beschaffung der Essenzen, so simpel sie auch sein mag, nimmt leider einen großen Teil des Spiels ein. Anfangs macht es ja noch Spaß, ein paar Bäumchen zu schütteln, ein wenig zu graben oder zu angeln und all solche Dinge zu erledigen, aber irgendwann geht das einfach nur auf den Keks, denn man braucht unheimlich viele Essenzen. Das ganze Spiel läuft dann immer nach einem Schema ab: Neue Leute in die Stadt locken, ihnen ein Haus bauen, dafür Möbel basteln und Essenzen zum Einfärben suchen. Natürlich ist es interessant zu sehen, wie die Stadt wächst und man gelangt mit der Zeit auch an Orte, die man zuvor noch nicht besuchen konnte, aber irgendwann ist einfach die Luft raus und man hätte gerne mehr Abwechslung. Man kann zwar noch immer schlafen oder etwas essen und all das, muss es aber nicht. Auch die Konversation mit anderen Sims beschränkt sich darauf, dass man sie entweder ärgert, um Traurigkeitsessenzen zu bekommen oder nett ist um Glücksessenzen zu erhalten. Ansonsten redet man nur mit ihnen um sie zum Einzug zu bewegen oder die verlangten Möbelstücke vorbeizubringen. Mehr ist da leider nicht.

Bunt und zuckersüß - Grafik und Sound

MySims MySims Die Sims kennt man in optischer Hinsicht eigentlich in einem Stil, der in Richtung Realismus geht. Mit "My Sims" hat man das geändert. Alles ist unheimlich bunt und äußerst niedlich dargestellt. Man könnte es fast schon mit "Animal Crossing" vergleichen, nur eben ohne Tiere. Das tut dem Spiel aber gewiss keinen Abbruch, denn der Stil gefällt und zeigt, dass man auch mal was anderes ausprobiert. Da die Wii eine sehr familientaugliche Konsole ist, scheint dieser Schritt sinnvoll. Die Charaktere sind liebevoll gestaltet und mit flüssigen Animationen ausgestattet. Ihre Mimik und Gestik ist irgendwie sympathisch, manch einem aber mit Sicherheit einfach zu niedlich. Auch die Musik schließt sich diesem zuckersüßen Stil an, ist aber nicht übertrieben fröhlich. Man hört den typischen Sims-Sound sehr deutlich heraus. Beruhigende, man mag fast schon sagen teils einschläfernde, Melodien platzieren sich ganz dezent und fast unbemerkt im Hintergrund. Was auffällig ist, sind die Musikstile der einzelnen Leute. Kommt ihr an der Pizzeria vorbei, so findet ein Umschwung in der Musik statt und ihr werdet mit italienischen Klängen beschallt. Aus der Disco dringen hingegen wilde Techno-Beats. Auch die Sprache der Sims ist wieder sehr lustig, wobei man sich so langsam schon fast an Simlisch gewöhnt hat - ich sag nur "Sul-sul".

Technisch ist soweit also alles in Ordnung. Keine Grafikpracht und auch kein Bombast-Sound, aber guter Durchschnitt. Was aber extrem nervt, sind die Ruckler. Die kommen besonders nach den wahnsinnig häufigen Ladezeiten vor. Es fällt schwer das nachzuvollziehen, denn so wirklich aufwändig ist die Grafik ja nicht. Das ist daher ziemlich ärgerlich.

Meinung

Wertung zu MySims (Wii)

Wertung:

7.2 /10
Pro & Contra
Interessanter neuer Stilknuffige CharaktereMöbelbauen macht LauneSteuerung funktioniert (meist) gut
Nerviges Suchen nach Essenzensich ständig wiederholendes Spielprinzipkeine Konversation zwischen den Sims mehrabgespeckte Möglichkeiten beim Hausbaustörende Ruckler und Ladezeitentechnisch nur Durchschnitt
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