So sieht es also aus, wenn sich die Dynasty Warriors und die Samurai Warriors in einem Spiel die Klingen in die Hand geben.
KOEI entführt uns schon seit einigen Jahren mit ihren zahlreichen "Warrior" Ablegern in fernöstliche Massenschlachten um Ruhm und Ehre. Während sich ursprünglich die "Dynasty Warrior" Serie mit der alten chinesischen Kultur beschäftigte, sorgten später Ableger unter dem Namen "Samurai Warrior" für gepflegte Schnetzeleinlagen im alten Japan. Nun ist es an der Zeit, einen neuen Pfad zu beschreiten und die bisher erschaffenen Welten in einen Topf zu werfen. Heraus kommt ein Titel namens "Warriors Orochi", der zahlreiche Charaktere der vergangenen Tage aufgreift und die Geschichten aller Kulturen zusammenfasst. Dies ist aber nicht der einzige Grund, warum das Spiel nur hart gesottenen Fans empfohlen werden kann!
Warriors Orochi
Bei der Hintergrundgeschichte waren die Entwickler mal so richtig einfallsreich! Ein dämonischer König namens Orochi vereint aus Langeweile Raum und Zeit und entführt die bekanntesten Krieger der chinesischen und japanischen Geschichte, um sie unter seine Fittiche zu nehmen. Die fragwürdige Verbindungslücke, wie man die Helden von "Dynasty Warrior" und "Samurai Warrior" in ein und dasselbe Spiel packen konnte, ist damit vollends geklärt. Bekannte Größen wie Nobunaga Oda oder Cao Cao vereinen sich somit auf den Schlachtfeldern, was sicherlich den einen oder anderen Fan freuen wird. Ein Wiedersehen mit den Lieblingshelden ist auf jeden Fall garantiert, da insgesamt 77 Charaktere aus beiden Serien wie Zhao Yun und Yukimura Sanada feischaltbar und natürlich auch vollends spielbar sowie aufrüstbar sind. Das Sammeln aller Figuren ist mitunter auch die am meisten motivierende Angelegenheit von "Warriors Orochi" und wird euch sicherlich einige Stunden an Spielzeit abverlangen.
Sollte man den Sound abschalten?
Warriors Orochi
Um aber an alle Charaktere zu kommen, müsst ihr jeden Clan zu seinem Erfolg verhelfen. Mit geradezu typischen und einfach nur ausdruckslosen Hintergrundgeschichten stürzt ihr euch in eine der Kampagnen der "Dynasty Warrior" Helden des Wu, Wei und Shu Clans, oder aber kämpft Seite an Seite mit der einzigen Gruppierung aus den "Samurai Warrior" Spielen. Ein anfängliches Rendervideo sieht ja schon mal ganz nett aus, ist aber für jeden Storymodus gleich gehalten. Anschließend beginnt ein Erzähler, über die Geschichte des Clans und Orochi zu berichten. Während die einfühlsame Erzählerstimme richtig gut ankommt, fällt das Niveau bei den weiteren Synchronsprechern rapide ab. Sobald sich Nobunaga Oda und seinen Kumpanen zu Worte melden, beherrscht ein emotionsloses, monotones und einfach künstlerisch niveauloses Gebrabbel das Erscheinungsbild. Dass die Geschichtsschreiber nicht gerade Meisterwerke verfassen, war ja eh klar. Die mehr als belanglose Texte werden aber zusätzlich ziemlich schlecht von den Synchronsprechern wiedergegeben.
Warriors Orochi
Spielerisch hat sich auch nicht wirklich viel getan! Nach einem kurzem Briefing und der Erläuterung, wo sich die Truppen auf dem Schlachtfeld befinden, stürzt man sich in eine fernöstliche Welt gespickt mit schier unendlich vielen Gegnern. Diese treten meist zu Hunderten in Gruppen auf und werden von euch mit nur wenigen Handgriffen kurzerhand ins Jenseits geschickt. Simples Buttonsmashing sorgt dafür, dass sich die geschärfte Klinge wie ein Rasiermesser durch Aberhunderte von Feinden schneidet und innerhalb von wenigen Minuten das Schlachtfeld geräumt ist. Erstaunt blickt man auf die Zahl am linken unteren Bildrand, welche die Anzahl getöteter Feinde aufzeigt und durchaus mal einen vierstelligen Bereich erreichen kann. Der Grund für das schnelle Ableben der Gegenüber ist deren hirnloses Verhalten im Kampf gegen einen Samurai-Krieger. Ihr Denkorgan scheint die Größe einer Erbse zu haben und deshalb stürmen sie gedankenlos und ohne eine Künstliche Intelligenz aufzuzeigen in die herabsausenden Attacken aus eurer Hand. Definitiv gehören diese Feinde zu den dümmsten Gegnern der Videospielgeschichte - denn zum schnetzeln sind sie da!
Stupide Aufgaben nach Schema F
Warriors Orochi
Das pausenlose und eher schlichte Dauermetzeln dürfte einen Fan aber sicherlich nicht abschrecken, schließlich sind solche Massenschlachten seit jeher ein Markenzeichen der "Warrior" Spiele gewesen. Und um auch wirklich fair zu bleiben, steckt in dem Prinzip ja durchaus eine gewisse priese an Spielspaß. Das Missionsdesign ist aber recht langweilig ausgefallen. Man stürmt schlicht an die jeweiligen Einsatzorte, schnetzelt sich durch die Soldaten und schaltet kurzerhand deren Kommandanten aus. Nebenbei muss man freundlich gesinnte Truppen beschützen oder zumindest ab und an zur Hilfe antraben, wenn sie durch den Feind in die Ecke getrieben wurden. In "Warriors Orochi" finden sich durchaus auch neue Elemente. Erstmalig gibt es so etwas wie einen teambasierenden Kampf, da man selber drei Charaktere gleichzeitig spielen darf. Hört sich nun augenscheinlich spektakulärer an, als es letztendlich leider ausfällt. Denn zu sehen ist stets nur ein Haudegen und auf Knopfdruck tritt dieser in den Hintergrund, während die nächste Figur dann an der Reihe ist.
Warriors Orochi
Im Setup vor jeder einzelnen Mission könnt ihr das jeweilige Team individuell anpassen. Gerade bei der Auswahl von bis zu 77 Charakteren dürfte es nicht gerade leicht sein, seine Favoriten auszumachen. Es gibt auch durchaus Unterschiede im spielerischen Verhalten, dennoch gleichen sich leider sehr viele Haudegen. Dies ist aber auch kaum verwunderlich, bei einer solch stattlichen Auswahl. Für erlegte Feinde erhalten eingesetzte Krieger übrigens reichlich Erfahrung und erlernen dadurch neue Kampftechniken und Fähigkeiten. Des Weiteren gibt es zahlreiche Waffen, die auf dem Schlachtfeld eingesammelt werden können. In einem gesonderten Menü lassen sich diese den jeweiligen Charakteren zuweisen und sogar verschmelzen. Zwingend notwendig ist die Charakterentwicklung aber nicht, denn auch mit demselben Team kann man sich durchaus wacker schlagen, doch bietet diese immerhin einen spielerischen Tiefgang.
