Ein nettes RTS voller Ideen, welches das Aufbau- mit dem Echtzeitstrategie-Genre gekonnt verbindet.
Zum Kampf, Brüder!
Imperium Romanum
Während das Spiel im Wirtschafts- und Aufbauteil fast schon brilliert, kommt der Militärische Part leider viel zu kurz. Denn obwohl neue Einheiten zu den bestehenden und aus "Die Römer" bekannten hinzugefügt wurden, so ist der Aufbau einer Armee meist ziemlich simpel: Bogenschützen, Nahkämpfer und Reiter. Zusätzlich dazu gibt es noch Belagerungswaffen, die zwar nett aussehen, aber im Kampf nicht sonderlich hilfreich sind. Das Spiel weicht hier leider komplett vom vorherigen Realitäts-Wahn ab, denn historisch korrekte Truppenformationen sucht man ebenso wie halbwegs taktisches Vorgehen der Mannschaft vergeblich. Denn dass ausgebildete Krieger der Römischen Legionen bei Feindsichtung plötzlich losrennen und die Formation komplett fallen lassen können wir uns beim besten Willen nicht vorstellen. Dem Kampfsystem zu Grunde liegt ein Stein-Schere-Papier System, KI ist auf Gegnerseite leider kaum vorhanden. Und auch wenn sie Barbaren heißen ist es nicht allzu spielspaßförderlich wenn die lieben Nachbarn immer nur auf ihre Vernichtung warten und sonst kaum aktiv sind.
Imperium Romanum
Wenn dieser mickrige Kampfmodus nun wenigstens mit Freunden und Kollegen rund um den Globus genießbar wäre könnte dies über den geringen Umfang hinwegtrösten, doch Imperium Romanum bietet keinerlei Multiplayer an. Das höchste der Gefühle ist, sein Ergebnis an die Haemimont-Server zu schicken und dort mit dem Rest der Welt im Kampf um die meisten Punkte anzutreten. Spaß oder gar Konkurrenzdenken in Form von "Ha, den besieg ich!" kommt da leider nicht auf.
Technik
Imperium Romanum
Technisch hat der Titel einiges zu bieten, neben einer ansehnlichen Grafik wartet es mit vielen kleinen Details auf, die liebevoll ins Spiel integriert wurden. Und während der Militärmodus im Spiel regelrecht enttäuscht, so sind die nett anzusehenden, wuseligen Städte dafür schon fast Ausgleich genug, man kann eigentlich Stunden damit verbringen, seinen Bürgern einfach nur beim alltäglichen Treiben zuzusehen. Ein Tag-Nacht-Wechsel bietet eine lebendige Spielwelt, Wetter- und Wassereffekte runden dies noch ab. Und wahrlich: Ein Gewitter in Pompeji am Fuße des Vesuvs ist eine Augenweide.
Der Sound weiß dahingegen leider wieder nicht zu überzeugen. Im Hintergrund dudelt spärlich eine überflüssige und völlig fehlplatzierte Melodie und soll wohl römisches Ambiente vorgaukeln, sonst ist es mit Geräuscheffekten leider nicht weit her. Außer Warnmeldungen und einigen raren Vogelgeräuschen gibt es nur wenig zu hören. Die Questtafeln wurden dahingegen gut synchronisiert, von ihm kriegen wir ab und an auch Zwischenberichte.
Imperium Romanum
Bei der Steuerung muss man zwischen Wirtschaft und Militär unterscheiden. Während die Maussteuerung im Wirtschaftspart zweckmäßig und passend belegt ist, handeln die Militärs leider nie so ganz, wie wir uns das vorstellen. Gespielt wird Imperium Romanum komplett mit der Maus, Einarbeitung ist kaum notwendig und eindeutig wie der Rest des Spieles an Gelegenheitsspieler und Neueinsteiger ausgerichtet.
