Der neueste Ableger der Conflict-Reihe punktet besonders mit seinem gelungenem Coop-Mode, überzeugt aber auch technisch.
Der aktuellste Ableger der Conflict-Reihe mit dem Untertitel "Denied Ops" führt uns diesmal um die ganze Welt. Auf der Suche nach dem Diktator eines Drittweltstaates, welcher versucht atomare Waffen in die Hände zu bekommen, sorgen wir auf drei verschiedenen Kontinenten für Ordnung. Wir, das sind zwei Spezialagenten der Special Activities Division (SAD), die wir entweder abwechselnd steuern, wenn wir das Spiel alleine zocken, oder gemeinsam mit einem Freund, denn die komplette Kampagne lässt sich auch im Koop-Mode spielen.
Abschnitt gesichert!
Schon vom ersten Augenblick an kann man sich in Conflict: Denied Ops voll auf das Spielgeschehen konzentrieren, denn die Steuerung geht absolut intuitiv von der Hand, alle Funktionen liegen genau dort wo man sie erwartet. Es bedarf jeweils nur eines einzigen Tastenklicks um die jeweilige Waffe nachzuladen, den Teamkameraden an eine bestimmte Stelle zu befehligen oder einen Sprengsatz zu platzieren. Ebenso einfach hechten wir mit einem einzigen Tastendruck über Mauern oder Vorsprünge, werfen eine Granate oder schalten in die Zoom-Ansicht unseres Gewehres. Im weiteren Verlauf des Spiels, wenn wir entsprechend Erfahrung gesammelt haben, bekommen wir zudem zusätzliche Ausrüstung für unser Waffenarsenal spendiert, meist, weil sie in den folgenden Missionen gebraucht wird. So verfügen wir schon recht bald über eine ansehnliche Waffensammlung und diverse Hilfsmittel, wie den Restlichtverstärker beispielsweise.
Graves, der Scharfschütze
Wie schon erwähnt, lässt sich auch die komplette Kampagne zu Zweit im Koop-Mode spielen. Zwar ist es dem zweiten Spieler nicht möglich direkt an einer laufenden Singleplayer-Session teilzunehmen, das aktuelle Spiel muss erst gespeichert und beendet werden, sodann jedoch kann man exakt an der Stelle fortfahren an der man das Spiel gespeichert hat. Wie schon fast üblich bei derlei Games ist es den Spielercharakteren nur schwer möglich zu sterben, werden sie angeschossen können sie bis zum Ablauf eines Countdowns von ihrem Kameraden per Adrenalinspritze wiederbelebt werden. Spielt man alleine, schaltet man in so einem Augenblick auf den jeweils anderen Charakter um und sucht den Niedergestreckten auf um ihm die lebensnotwendige Adrenalinspritze zu geben. Spielen wir hingegen zu Zweit, hilft nur lautes Rufen, bis einem der Mitspieler aus der Misere befreit. Einzig wenn beide Spielercharaktere ihr Lebenslicht aushauchen gilt die Mission als gescheitert und man muss vom letzten Checkpoint aus neu einsteigen, kann alternativ aber auch das komplette Kapitel neu starten.
Lang im Nahkampf
Die Checkpoints sind aber recht fair gesetzt, wofür man besonders in den späteren Kapiteln recht dankbar ist, auch wenn es uns die Entwickler nicht zu leicht machen und keine Checkpoints während entscheidender Auseinandersetzungen gesetzt haben. Könnte man anfangs noch meinen die Gegner-KI wäre eher von der durchschnittlicheren Sorte, überzeugt sie einem schon bald vom Gegenteil. Besonders wenn die anvisierten Feinde immer genau dann, wenn das Fadenkreuz richtig sitzt, weglaufen, oder im Zickzack durchs MP-Feuer, könnte man meinen es mit richtigen Spielern zu tun zu haben. Auch sehr schön zu sehen, dass sie offensichtlich das Manöver des Flankierens beherrschen, oder Blend- und Rauchgranaten einsetzen um uns die Sicht zu rauben während sie sich anschleichen. Dies in Kombination mit der immer auf Teamwork ausgelegten Herausforderungen, erzeugt manch spannende und fordernde Situation.
Lang prescht vor, Graves sichert ab.
Spielen wir das Game alleine, können wir nicht nur jederzeit zwischen den beiden Charakteren wechseln, wir können dem anderen auch direkte Befehle erteilen, wie sich an eine bestimmte Position zu begeben, einen bestimmten Feind anzugreifen oder ein Fahrzeug zu besetzen. Diese scheinen meist für zwei Spieler ausgelegt, egal ob es das schwer zu lenkende Hovercraft ist oder der brutale Panzer, ein Charakter übernimmt die Steuerung und der zweite die jeweiligen Waffensysteme. Der Clou an der Sache ist, dass man sich als derjenige der die Waffen besitzt nicht einfach darauf verlassen muss, dass der CPU-Charakter den richtigen Weg findet, denn nach wie vor können wir ihm Befehle geben und ihn anweisen wohin er fahren soll.
Zum Koop-Mode bleibt noch zu sagen, dass man ihn nicht nur, wie so manch ähnlicher Vertreter des Genres, über das Netz spielen kann, es ist auch möglich ihn ganz klassisch per Splitscreen an einer Konsole zu zocken. Die gebotenen Multiplayer-Varianten lassen sich zudem auch per lokal miteinander vernetzter Konsolen bzw. PCs spielen.
Puncture Technologie?
Waffen können auch aus der Deckung heraus benutzt werden.
Was einem recht schnell ins Auge sticht ist die herrliche Physik-Engine, welche uns glauben lässt, als wäre wirklich jedes Objekt im Spiel zerstörbar. Das geht soweit, dass man mit dem Panzergeschütz beispielsweise ganze Häuserwände einstürzen lassen kann. Trotzdem war es ein viel unauffälligeres Feature welches uns regelrecht begeisterte, nämlich die Möglichkeit in Bretterverschläge oder dünne Mauern ein Loch schießen zu können, um es fortan wie eine Schießscharte benutzen zu können. Auf diese Weise kann man zumindest vorübergehend aus der sicheren Deckung heraus agieren, zumindest so lange, bis sie einem unter den Füssen weggeschossen wird. Doch neben den "fassbaren" Objekten selbst simuliert die Engine auch die Atmosphäre hervorragend. Explosionen vertreiben den Staub physikalisch korrekt, und die Hubschrauber lösen fast schon einen Orkan aus, wenn sie zu tief herunter kommen.
Die zwei Mann Armee, liegt sich auch gern mal in den Haaren.
Auch das optische Erscheinungsbild macht eine gute Figur und muss sich nicht vor der Konkurrenz verstecken. Ganz im Gegenteil wird uns eine hervorragende Weitsicht ganz ohne PopUps, ein recht hoher Detailgrad und nicht zu vergessen recht authentisch wirkende Animationen der Soldaten geboten. Dazu gesellen sich die faszinierenden Explosionseffekte, die einen schon mal staunend innehalten lassen, sowie die sehr atmosphärisch inszenierten Lokalitäten auf den drei Kontinenten die wir im Laufe der Geschichte kennen lernen. Egal ob es die trockene Wüste, die unübersichtliche Stadt oder die tiefgefrorene Arktis ist, allesamt sorgen sie für die erwünschte Abwechslung während des Spielens. Denn genau davon bietet uns Conflict: Denied Ops erstaunlich viel, aus den gebotenen Settings hätten andere Studios drei einzelne Spiele gemacht. So aber sorgt dieser Umstand dafür, dass man kaum das Pad bzw. die Maus aus der Hand legen kann, weil man nur noch schnell den nächsten Abschnitt sehen will, und was sich die Entwickler dort wieder für Überraschungen einfallen haben lassen.
Sicht durchs Scharfschützengewehr.
Um die Munition muss man sich kaum Gedanken machen, zwar kann sie einem theoretisch durchaus ausgehen, in der Praxis aber stolpert man, besonders vor größeren Auseinandersetzungen, immer wieder über die verteilten Munitionskisten, wo wir uns versorgen können. Waffentechnisch sind wir die komplette Kampagne über gleich ausgestattet, allerdings bekommen wir im Laufe der Missionen neue Funktionen für unsere Schießprügel, sowie neue Granaten, geliefert. Lang trägt seine Maschinenpistole und auf dem Rücken einen Raketenwerfer, wohingegen Graves mit einem Scharfschützengewehr ausgerüstet ist, welches später eine Art PumpGun-Funktion spendiert bekommt. Beide besitzen quasi zur Reserve noch eine Pistole, doch wenn man erst einmal auf die zurückgreifen muss, hat man irgendwas falsch gemacht. Wobei sich unsere beiden Helden auch im Nahkampf recht gut schlagen, und gerne mal die Fäuste sprechen lassen. Und für den Fall, dass wir mal zu lange unterwegs sind, gibt's auch noch einen Restlichtverstärker.
PC-Spieler werden wahrscheinlich die gebotene Steuerung per Maus und Tastatur bevorzugen, trotzdem aber unterstützt auch "Conflict: Denied Ops" das inzwischen zum Standard erhobene 360er-Pad sofort, wenn es am USB-Port erkannt wird. Fürs Coop-Gaming dürfen es natürlich auch zwei davon sein, aber auch die Kombination Maus/Tastatur-Spieler mit Pad-Spieler funktioniert.
