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NFL Tour

Playstation 3-Review von Thomas Pfnür (11.02.2008)
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Eine Woche nach der Xbox360-Version folgt nun die Umsetzung von "NFL Tour" für die Playstation 3. Mit einer kleinen zeitlichen Verschiebung können also auch "Sonyisten" den indirekten Nachfolger der Last-Gen-Reihe "NFL Street" in das BluRay-Laufwerk legen. Die Voraussetzung bleiben natürlich hierbei gleich, d. h. die PS3-Fortsetzung, auch wenn sie namentlich erstmal nicht so zu enttarnen ist, hat ebenso die Bürde, einiges besser zu machen, als noch die diversen Vorgänger. Fortschritte in Grafik und Technik setzt man bei Umsetzungen für die aktuelle Konsolengeneration sowieso voraus, aber auch Gameplay bzw. Umfang sollten einen deutlichen Schritt nach vorne machen, schließlich will man neben dem Spielspaß auch eine gewisse Spieltiefe geboten bekommen. Gerade bei letzteren hatte der Xbox360-Ableger nicht überzeugen können. Da stellt sich natürlich die Frage, ob die Entwickler beim PS3-Pendanten alles besser gemacht haben. Oder vielleicht doch nicht? Der folgende Test wird es zeigen.

"Street" wird zu "Tour" - auch auf PS3

NFL Tour - Review - Test
NFL Tour
Auch wenn es auf den ersten Blick durch die geschickte Namensänderung nicht ersichtlich ist, aber bei "NFL Tour" handelt es sich mehr oder weniger um den Next-Gen-Nachfolger der "NFL Street"-Reihe. Mehr oder weniger? Ja, denn ein paar Unterschiede gibt es - neben den hardware-bedingten technischen, aber dazu kommen wir später noch genauer - dann doch. Da wären die Spielstätten. Während beim Vorgänger diverse Hinterhöfe und Gassen, gespickt mit Hindernissen, wie etwa Mülltonnen, und auch Goodies, wie etwa Turboboosts, herhalten mussten, man also direkt auf der Strasse ein heißes Football-Match durchführte und irgendwie ein gewisser dreckiger, düsterer Flair vermittelt wurde, wird bei "NFL Tour" mehr Style geboten. Das beginnt bei den Arenen, die nun einem Eishockeyfeld im Freien mit grünem, künstlichen Belag gleichen, mit der obligatorischen Wand als Begrenzung, und endet bei der knalligen Präsentation. Pyrotechnik, Lichteffekte und rockiger Sound lassen einem eher in der Disco als bei einem Footballgame vermuten. Also eins kann man dem aktuellen Ableger nicht vorwerfen, dass es ruhig zugehen würde - und dadurch unterscheidet er sich schon enorm vom letzt jährigen "NFL Street". Weniger unterscheiden tun sich die Titel allerdings im integrierten Gameplay. So werdet ihr auch heuer wieder eine leicht zugängliche Steuerung geboten bekommen, die durch ihre intuitive Belegung selbst Neueinsteigern schnell ins Blut übergehen sollte. Allerdings vermisst man auch die nötige Abwechslung bzw. den nötigen Tiefgang. Sicher die Bedienung der Protagonisten ist bei weitem nicht so überbelegt, wie noch bei "Madden NFL", dafür bietet sie aber auch nicht annähernd die Möglichkeiten.

Sixaxxis-Steuerung für Arme

NFL Tour - Review - Test
NFL Tour
Zwar verspricht der Publisher die totale Kollisionskontrolle - im Endeffekt handelt es sich hierbei um eine arg abgespeckte Kopie der aus dem "großen Bruder" bekannten "Hit Stick"-Control - und grundsätzlich funktioniert diese auch annehmbar, doch irgendwie merkt man dem ganzen Titel, trotz solcher realistischer Einflüsse, einfach die arcadelastige Ausrichtung an. Aber gerade weil dies so ist, gehen einem dann doch die entsprechenden Tricks ab. Ein wirklich tiefgängiges Tricksystem gar fehlt dem Titel komplett. Ok, man kann einen "Wallrun" machen, auch ist es möglich "Monsterjumps" durchzuführen, aber Combos oder einen Gamebreaker sucht man vergeblich. Die Steuerung beschränkt sich stattdessen wie schon auf der Xbox360 weitestgehend auf das stupide Drücken der Aktionstasten. Weitestgehend deshalb, weil es einen Unterschied dann doch gibt. So wurde, praktisch als kleines Schmankerl für die PS3-Version, noch ein Sixaxxis-Feature eingebaut. Tackles durchbricht man auf der Sony-Konsole nicht durch "button mashing", sondern durch wildes Rütteln des gesamten Controllers. Übrigens war sich scheinbar auch EA der Bedeutung dieser PS3-Spezialität bewusst und erwähnt sie daher mit keinem Wort in der Beschreibung - Einschätzung ist alles. Insgesamt bleibt es, wie es bereits war: die Steuerung gibt sich auch hier mehr als oberflächlich, was den Gelegenheitsspieler jubeln, den Hardcoregamer allerdings aufgrund der fehlenden Abwechslung enttäuscht abwinken lässt.

Taktik ist nicht gefragt

NFL Tour - Review - Test
NFL Tour
Selbiges wird auch durch die Tatsache unterstützt, dass es nur eine oberflächliche taktische Ausrichtung gibt, d. h. die im Spiel integrierten Playbooks bringen weder die nötige Abwechslung, noch sind sie besonders fordernd. Alles ist, wie schon bei "NFL Street", auf die "Action" und weniger auf irgendwelche Planspiele ausgelegt. Damit dürfte auch klar sein, dass wirkliche Fans der Sportart mit diesem Titel nicht glücklich werden dürften. Ebenfalls wie beim Vorgänger, verzichtet auch "NFL Tour" auf sämtliche Kicks. Kein Kickoff, kein Punt und kein Fieldgoal. Die Entwickler sahen nur den schnellen, oberflächlichen Spielspaß und der ist zweifelsohne auch gegeben - auch oder gerade weil das Gameplay nicht mehr viel mit dem herkömmlichen realen Sport zu tun hat.

NFL Tour - Review - Test
NFL Tour
Selbiges trifft übrigens auch auf die im Spiel angewendeten Regeln zu. Zwar hat man als User die freie Wahl in welches Regelkorsett man sein Spiel zwängen will, allerdings sind selbst hier die Auswahlmöglichkeiten nur auf das nötigste beschränkt. Etwas mehr Auswahl hat man dann beim Schwierigkeitsgrad, welcher immerhin vier Stufen ermöglicht. Allerdings, um es vorweg zu nehmen, wirklich fordernd wird der Titel zu keinem Zeitpunkt. Selbst im höchsten Level ist es noch ohne weiteres möglich die gegnerische Mannschaft zu beherrschen. Womit wir schon beim nächsten Punkt wären: der integrierten KI. Bedingt durch die gesamte Spielausrichtung fällt diese aber bei weitem nicht so ins Gewicht, wie noch in "Madden NFL". Bei "NFL Tour" ist es trotz der auf sieben Spieler pro Team verringerte Mannschaftsstärke grundsätzlich hektisch und von daher kann man kaum beurteilen, ob sich die Mitspieler nun besonders klug oder besonders dämlich verhalten - zumindest sind keine größeren Aussetzer zu beobachten und alle nicht gesteuerten Mit- und Gegenspieler machen mächtig Wirbel auf dem Platz.

Mageres Menü, magere Umfang, magerer Tiefgang

Sehr aufgeräumt, sehr übersichtlich, sehr wenig. So oder so ähnlich werden wohl bei den meisten Usern die Gedanken sein, wenn sie das Spiel erstmals in die Konsole legen und nach einem kurzen, dafür aber um so knalligeren Intro das karge Menü zu Gesicht bekommt.

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NFL Tour Cover

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[23 Bilder]
Details Titel:
NFL Tour
System:
Playstation 3
Publisher:
Electronic Arts
Developer:
Electronic Arts
Genre:
Sport

Release: 08.02.2008
Spieler: 1 Spieler
Version: DE

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