NFL Tour im Gamezone-Test

Test Thomas Pfnür

Auch die PS3-Version bietet uns das gewohnt einfache Gameplay, worüber sich besonders der Gelegenheitsspieler freuen dürfte.

NFL Tour NFL Tour "Play Now", Tour-Modus, Freundschaftsspiel, ein paar Minigames und der Online-Modus - mehr gibt es nicht zu sehen. Schon jetzt dürfte vielen klar sein, dass der Titel sicher keine Monate im Laufwerk der PS3 rotieren wird, wenn überhaupt dann wird man wohl eher nur sporadisch für das Spielchen zwischendurch zur BluRay-Disc greifen. Geradezu prädestiniert sind hierfür die Spielvarianten "Play Now" und "Exhibition". Beide verlangen keine große Einarbeitung, beide bringen den Spielwilligen ziemlich schnell solo oder mit bis zu drei Mitspielern in die Arena und zumindest letztere wurde noch durch Aufgabenstellungen, wie etwa Gewinne mit einem gewissen Punktevorsprung oder Erziele einen "First down" mit mindestens 20 Yards, aufgewertet. Kurz: perfekt für den Gelegenheitsspieler. Ebenfalls nur recht oberflächlich kommen "Smash & Dash", sowie "Redzone Rush" daher. Minigame-typisch wird hierbei das Spielkonzept nochmals umgeändert. So bekommt ihr beim einen nur Punkte, wenn ihr den Tackles der Verteidigungsreihe möglichst geschickt ausweicht und beim anderen nur, wenn ihr vor dem Touchdown diverse zusätzliche Aktionen erfolgreich ausgeführt habt.

NFL Tour NFL Tour Etwas mehr Tiefgang will hingegen der so genannte Tour-Modus verbreiten. Doch bei weitem nicht so viel, wie man vielleicht durch das PR-Material des Publisher suggeriert bekommt. Ganz im Gegenteil. Der hier beinhaltete Spielablauf ist mehr als simpel und irgendwie kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass es sich nur um eine Aneinanderreihung von diversen "Exhibitiongames" handelt. So erstellt ihr euch zu Beginn einen Spieler, wobei hierbei wieder die von EA-Produkten mittlerweile hinlänglich bekannten und sehr umfangreichen Editoren zur Verfügung stehen. Habt ihr also euer Alter-Ego bezüglich des Aussehens gestaltet, geht es nur noch darum die Position zu wählen, auf der ihr spielen wollt. Noch ein paar Fähigkeitspunkte auf euer digitales Ich verteilt, sich für eins der integrierten NFL-Teams entschieden und schon kann die Tour beginnen. Ziel ist es hierbei auf den diversen Plätzen innerhalb der USA gegen die unterschiedlichsten Mannschaften zu bestehen und auf euerer Position voll zu überzeugen. Siege bringen euch weiter, Niederlagen bedeuten das Aus. Von San Diego über New York bis zum großen Showdown in Washington. Habt ihr die Hauptstadt erreicht, geht es in einer Art Endspiel um das Hauptziel: den Vertrag bei einem NFL-Team. Hört sich nicht uninteressant an? Ist es ja auch nicht, zumindest beim ersten Durchspielen. Danach allerdings krankt der Modus an einer gewissen Einfallslosigkeit und vor allem den immer wiederkehrenden bzw. gleichen Aufgaben, die bewältigt werden sollen. Das Flair einer Karriere bzw. des Aufbaus einer Spielerfigur kann der Modus sowieso zu keinem Zeitpunkt wirklich versprühen. Da kennt man schon deutlich intensivere Spielvarianten, die einen auch tiefer ins Geschehen ziehen - erwähnt sei hier nur "Superstar" aus "Madden NFL".

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NFL Tour NFL Tour Bleibt noch der Online-Modus, vielleicht kann dieser ja das Spiel noch in höhere Wertungsbereiche ziehen. In gewisser Weise rettet er den Titel sogar vor der Bedeutungslosigkeit. Denn nicht nur, dass "NFL Tour" im Multiplayer am meisten Spaß macht - was wohl auch durch die Fun- bzw. Arcardeausrichtung bedingt ist -, nein gerade durch die Möglichkeit des Erstellens einer Online-Liga bekommt man hier sogar mehr Tiefgang geboten, als es der gesamte Solopart überhaupt zu Stande bringt. Ganz nebenbei hat man aber auch über das World Wide Web die Möglichkeit nur eine "Quick Game" oder ein "Custom Match" zu bestreiten. Einziges Manko am Online-Modus: die Teilnehmerzahl ist bisher sehr überschaubar und die integrierte Lobby glänzt eigentlich nur mit einem: der Leere. Aber vielleicht ändert sich das ja noch.

NFL rockt

NFL Tour NFL Tour "NFL Tour" rockt und das ist wörtlich zu nehmen. Alles ist auf eine recht effektvolle Inszenierung ausgelegt - zumindest auf dem Spielfeld. Da werdet ihr neben den klasse, natürlich leicht überzeichnete Animationen, auch unheimlich schöne Lichteffekte zu Gesicht bekommen. Farbige Scheinwerferspielchen beim Throwoff - Feuerwerk beim Touchdown. Wenn man dem Titel eins nicht vorwerfen kann, dann ist es wohl optische Langeweile auf dem Spielfeld. Unterstützt wird das Ganze auch durch die vor allem während der Matches immer vorantreibenden, sehr rockig gehaltenen Beats. Klar über Musikgeschmack lässt sich bekanntlich streiten und jeder muss für sich selbst entscheiden in wie weit ihm der Soundtrack zusagt - gehört ihr aber der "harten Fraktion" an, dann werdet ihr sicher nicht enttäuscht werden. Ganz anders sieht das bei der restlichen akustischen Untermalung aus. Ein überdrehter, zum ganzen passender Reporter? Fehlanzeige - nicht vorhanden. Nach vorne peitschendes Fangejohle? Fehlanzeige - nicht vorhanden. Überhaupt bleibt die Präsentation außerhalb des Spielfelds doch deutlich hinter dem sonst von Electronic Arts gewohntem zurück. Einzig ein ins Bild gezappter realer Moderator erklärt kurz den vor uns liegenden Event, das war's. Irgendwie verbreitet dies den Charme von Spielen aus den 90zigern und selbst dort war das professioneller integriert. Kurz: alles recht bieder, um nicht zu sagen öde.

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