Besonders der hohe Anspruch sowie der enorme Umfang von R-Type Tactics wissen zu begeistern.
Bereits vor über einem Jahr erschien in Japan der neueste "R-Type"-Ableger mit dem Zusatz "Command". PSP-Besitzer in den USA bekamen den Titel dann im Mai dieses Jahres und die Europäer haben seit einigen Wochen die Gelegenheit das Spiel zu zocken, welches bei uns aber als "R-Type: Tactics" erschien. Der Titel trägt zwar den Namen der bekannten und überaus beliebten Shoot'em Up Serie, allerdings versucht die Entwicklerschmiede "Irem" mit einem rundenbasierten Konzept dieses Mal einen ganz anderen Weg zu gehen. Übrigens: Wer dennoch nicht auf ein klassisches "R-Type" auf der PSP verzichten will, der kann seit einiger Zeit den PSN-Titel "R-Types" aus dem Store herunterladen. Mit "R-Type: Tactics" präsentiert uns Irem aber keineswegs ihren ersten PSP-Titel - bereits mit dem durchaus gelungenen Knobelspiel "Puzzle Guzzle" haben die Entwickler einige Erfahrungen auf dem Sony-Handheld sammeln dürfen. Wie sich der neueste "R-Type"-Ableger auf der PSP geschlagen hat, erfahrt ihr im folgenden Review.
R-Type Tactics
Die Story von "R-Type: Tactics" befasst sich wieder einmal mit dem Kampf von Gut gegen Böse. In unserem Fall kämpfen wie auch schon in den Vorgängern die Menschen gegen die bösartigen "Bydo". Die fiese Alienrasse hat nichts Besseres zu tun, als den Menschen das Leben schwer zu machen und vor allem die Erde zu bedrohen. Der PSP-Ableger bekam als Protagonisten einen Kommandanten spendiert, der in kurzen Logbucheinträgen seine Gedanken dem Spieler mitteilt - und das war's auch schon. Vor einer neuen Mission bekommt ihr in kurzen Sätzen zu lesen, was die Bydo nun wieder angestellt haben. Die Entwickler haben darauf verzichtet, die Story mittels Sequenzen oder ähnlichem voranzutreiben. Lediglich ein ausgiebiges Intro und ein paar kurze Videos bekommt ihr in "R-Type: Tactics" zu sehen. Veteranen der alten "R-Type"-Spiele dürfte der Storyverlauf sicherlich gefallen - viele neue Zocker werden die Geschehnisse wohl mit Skepsis betrachten.
Schach im Weltraum - geht das?
R-Type Tactics
Eigentlich erwartet man bei dem Namen "R-Type" unglaublich fordernde Action und schnelle Fights - doch bei "R-Type: Tactics" ist quasi das Gegenteil der Fall: Ihr steuert nun eine ganze Flotte verschiedener Einheiten der Menschen und müsst wie auch schon in den bekannten "R-Type"-Titeln gegen die fiesen "Bydo" in den Kampf ziehen. Das Spielprinzip wurde dieses Mal komplett rundenbasiert gestaltet, was natürlich gerade den Bedürfnissen eines Handhelds entgegenkommt. Allerdings haben die Entwickler auch eine gewisse Zeitvorgabe mit in die Missionen eingebaut, damit einem trotzdem so etwas wie Zeitdruck im Nacken sitz: Für jede der über 57 (!) Missionen gibt es eine gewisse Rundenanzahl, in der ihr euren Auftrag zum Erfolg führen müsst - dies können mal 20 Runden, manches Mal aber auch 35 oder mehr Runden sein. Dabei kommt es dann schon einmal vor, dass eine Mission kurz vor Beendigung verloren geht, nur weil das Rundenlimit abgelaufen ist. Allerdings können auch Niederlagen dem weiteren Vorangehen durchaus dienlich sein: Denn in jeder Mission habt ihr die Möglichkeit eine gewisse Anzahl an verschiedenen Rohstoffen zu sammeln. Diese nennen sich im Spiel "Solonium", "Ätherium" und "Bydogen" und dienen ganz einfach der Aufrüstung euer Einheiten. Sammelt ihr als diese Ressourcen und verliert eine Mission, dürft ihr das gesammelte Material dennoch behalten.
R-Type Tactics
In "R-Type: Tactics" dürft ihr mit diesen gesammelten Rohstoffen dann eure eigenen Einheiten upgraden und so noch stärke Waffen gegen die Bydo in den Kampf schicken. Diese Upgrades werden gerade in den späteren Missionen der unabdingbare Schlüssel zum Erfolg - jedes Upgrade einer Einheit erfordert eine gewisse Anzahl an Rohstoffen sowie spezieller gefundenen Beuten. Dann könnt ihr aus den ehemals eher harmlosen Fliegern mächtige Einheiten formen. Dieses Feature regt vor allem dazu an, auch erfolgreich abgeschlossene Missionen noch einmal zu spielen und dann besonders die verschiedenen Rohstoffe abzugreifen. Die unterschiedlichen Ressourcen sind aber oftmals gar nicht so einfach zu bekommen, da die Entwickler das wertvolle Material geschickt in die verschiedenen Missionen implementiert haben. Beispielsweise müsst ihr euch erst durch mehrere Schichten aus Eisschollen kämpfen, bevor eine Bergungseinheit den jeweiligen Rohstoff "ernten" kann.
Geschickte Levelstruktur
R-Type Tactics
Beginnt ihr eine Mission, dann könnt ihr natürlich nicht von Anfang an alle Feinde in der Spielwelt sehen, sondern müsst euch erst durch eine Art "Nebel des Krieges" schlagen - dieser ist schon aus anderen Spielen bekannt. Eure Einheiten haben dabei ganz unterschiedliche Sichtweiten und so kann es schon Mal vorkommen, dass eine Bydo-Einheit nur wenige Felder von euch entfernt ist, ohne dass ihr es merkt. Auch ein unkontrolliertes Vorpreschen lohnt sich eigentlich nie, da ihr dann bei überraschendem Feindkontakt erst einmal einen Schuss kassiert, obwohl der Gegner noch nicht an der Reihe ist. Dabei spielt oftmals auch die Levelarchitektur eine entscheidende Rolle, wenn es um das richtige Vorgehen geht: Manchmal wird euch die Wahl gelassen, welchen Weg ihr einschlagt - dabei ist auch das Material des Weges nicht unbedeutend. Denn je nach Art dieses Materials wird eure Anzahl an verfügbaren Wegpunkten begrenzt - gerade bei Einheiten, die sowieso nur verhältnismäßig wenig Strecke mit einem Zug zurücklegen können haben es so also besonders schwer. Auch hilft es manchmal den Weg erst frei zu schießen und dem Gegner dann in den Rücken zu fallen - allerdings ist die KI der Gegner keinesfalls dumm und so kann es auch vorkommen, dass die Bydos den Spieß umdrehen und plötzlich direkt hinter eurem "Flagg-Schiff" auftauchen.
R-Type Tactics
Dieses "Flagg-Schiff" ist nämlich eure wichtigste Einheit - hat der Feind euer Schiff zerstört, ist die Mission automatisch verloren. Umgekehrt geht ihr allerdings als Sieger hervor, wenn ihr das feindliche Flagg-Schiff zerstört, auch wenn eigentlich noch Bydo-Einheiten übrig sind. Ziel der meisten Missionen in "R-Type: Tactics" ist es eben auch, das feindliche Flagg-Schiff zu zerstören, wenngleich es gelegentlich auch andere Ziele gibt: So gilt es beispielsweise einmal eine Raumstation auf dem Jupiter zurückzuerobern, welche von den Bydo annektiert wurde. Die R-Type-Veteranen unter euch dürfen sich aber ebenfalls wieder auf die gigantischen Endgegner freuen, die auch dieses Mal wieder kein Zuckerschlecken sind. Denn vor allem die Reichweite dieser Endbosse ist ein nicht zu unterschätzender Faktor - gerade wenn das Ende der erlaubten Rundenanzahl erreicht wurde, ist ein langsames taktisches Vorgehen nicht mehr möglich. Überhaupt kommt es leider so manches Mal vor, dass gewisse Missionen ganz einfach nur durch das bekannte Trial-&-Error-Prinzip zu schaffen sind. Besonders ärgerlich ist dieser Umstand, wenn ihr euch am Ende einer langen Mission befindet und dann durch ein ungeschicktes Manöver die ganze Mission verloren geht.
Taktik ist Trumpf!
R-Type Tactics
Eine große Stärke von "R-Type: Tactics" sind die enorm vielfältigen Möglichkeiten eurer Einheiten - dabei gilt es besonders darauf zu achten, über welche Stärken eure Schiffe verfügen. Die verschiedenen Einheiten verfügen wie bereits erwähnt über verschiedene Reichweiten bezüglich ihrer Bewegung - dasselbe gilt auch für die Reichweite der Waffen. Ebenso gilt es zu beachten, dass natürlich nicht jede Waffe denselben Schaden verursacht und -ganz wichtig- nicht unendlich Munition besitzt. Manche Waffen können sogar nur einmal abgefeuert werden und müssen dann erst von einer Versorgungseinheit wieder aufgeladen werden. Diese Versorgungseinheiten helfen auch aus, wenn einmal der Treibstoff knapp wird - allerdings müssen sie mit dem Nachteil der wenigen Bewegungspunkte leben und wenn dann noch unwegsames Gelände hinzukommt, haben es diese Einheiten besonders schwer. Die bösen Bydo-Einheiten haben jedoch dieselben Probleme. Sowohl Menschen als auch Bydo verfügen auch in "R-Type: Tactics" über die schon aus vergangenen Tagen bekannte Wellenkanone. Diese Waffen dürfte bei Auswahl die wohl stärkste Waffe darstellen, allerdings brauch sie auch mehrere Runden, bis sie vollständig aufgeladenen ist - wird das Schiff in der Zwischenzeit angegriffen, wird der Ladestatus auf Null gesetzt. Fluch und Segen zugleich also. Einige Einheiten haben zudem die Möglichkeit, eine so genannte "Macht" zu montieren. Eine solche Macht kann ebenfalls eigenständig agieren, in Verbindung mit einem passenden Schiff verfügt dieses dann aber über neue Waffengattungen. Was hier für die Menschen gilt, haben die Bydo-Einheiten auch wieder zur Verfügung.
