Jenga World Tour im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

Bis auf das Spielprinzip selbst, gibt es eigentlich nichts weswegen man diesen Titel den Wii-Spielern empfehlen könnte.

Jenga für Konsole? Wieso sollte man so etwas eigentlich machen? OK, die Wii-Steuerung würde sich durchaus eignen und mit Gimmicks, Extras und vielleicht interessanten Spielmodi könnte es ja eine Alternative zur Holzhardware aus dem Spielzeugwarenladen werden.

Jeder kennt es

Jenga World Tour Jenga World Tour Wer kennt Jenga denn nicht? Mit 60 Holzblöcken, wobei jeweils drei immer nebeneinander liegen, wird ein kleiner Turm aufgebaut. Danach werden die Steine Stück für Stück herausgezogen und wieder auf die Spitze des Gebildes gelegt. Dabei müssen die Spieler äußerst viel Fingerspitzengefühl beweisen, denn geht man zu unbedacht vor, kracht der Turm ein und man verliert. Noch heute erfreut sich das Spiel großer Beliebtheit und während des Tests überkam auch mich die Lust wieder eine Runde mit den Holzblöcken zu verbringen.

Atari hat nun eins und eins zusammengezählt, denn dank der Wii-Steuerung wäre es erstmals möglich das Konzept vernünftig als Videospiel umzusetzen. Dennoch stellt sich unweigerlich die Frage, ob denn so etwas überhaupt nötig ist, denn für wenig Geld kann man das Ganze auch ohne Konsole erleben. Jenga World Tour müsste da schon einiges bieten, um einen Kauf rechtfertigen zu können und das tut es übrigens nicht. Aber wo soll ich am besten anfangen? Jenga ist immerhin Jenga geblieben, nur das ihr im Rahmen verschiedenen Hintergründe spielt, wie spannend.

Die Steuerung

Jenga World Tour Jenga World Tour Zu aller erst scheitert es schon mal an der Steuerung, obwohl die Idee dahinter gar nicht mal so übel ist. Mit der Wiimote zieht ihr die einzelnen Blöcke heraus und legt diese dann auf den Turm. Das geschieht mit den entsprechenden Bewegungen. Mit dem Nunchuck dreht ihr die Kamera um den Turm und zoomt heran. Mit dem A-Knopf wird ein Stein gegriffen, während man mit dem B-Button prüfen kann, ob die jeweiligen Blöcke locker sitzen. Leider ist es äußerst müßig die Steine aus dem Turm zu ziehen, da man überhaupt keine Rückmeldung bekommt, wie fest das Objekt im Turm denn eigentlich steckt, auch nicht über eine Rumblefunktion. Außerdem reagiert die Bedienung äußerst ungenau und zitterig. Oft dauert es einige Zeit, bis man den gewünschten Block überhaupt greifen kann und auch das millimetergenaue Platzieren ist äußerst langwierig. Da kann ein Zug schon mal in der Eingewöhnungsphase bis zu zwei Minuten dauern. Danach geht es jedoch etwas schneller.

Die Spielmodi

Jenga World Tour Jenga World Tour Die KI zieht die Steine natürlich ohne Probleme heraus. Aber eigentlich wird das Spiel schon für viele zu Ende sein, bevor es eigentlich begonnen hat, denn bis man sich in die Steuerung hineingearbeitet hat, wobei der Turm in dieser Phase bereits nach 2-3 Zügen grundsätzlich immer kippt, hat man eigentlich schon keine Lust mehr. An der Physik kann man ebenfalls mäkeln, denn der Turm schwingt wie ein Gummibaum hin und her, bis er dann schließlich zusammenbricht, in einer "spektakulären" Zeitlupensequenz, beeindruckend. Nach der anfänglichen Neugierde ist die Luft sehr schnell raus. Die Spielmodi sind ebenfalls äußerst spärlich ausgefallen. Im namensgebenden World Tour-Modus absolvieren wir ein Level nach dem anderen. Hintergründe und das Aussehen der Steine ändern sich, das Spielprinzip bleibt nahezu identisch. Immerhin kann man Power-Ups benutzen, die beispielsweise anhand von Farben zeigen, wie locker die jeweiligen Blöcke im Turm sitzen oder es erlauben durch Eis einen Stein ganz leicht herauszuziehen. Auch die Umgebung erschwert manchmal das Gameplay. Im Spielhallen-Modus geht ihr auf Highscore-Jagd, in "Freies Jenga" spielt ihr ohne Gegner und in "Schnelles Spiel" können bis zu vier Spieler gegeneinander antreten, wahlweise mit CPU-Kontrahenten. Aber auch der Multiplayer-Modus reicht nicht, um Jenga World Tour aus den niederen Wertungsregionen zu reißen.

Grafik & Sound

Immerhin, die Grafik ist kein Totalausfall und durchaus zweckmäßig, wobei das Spielgeschehen im kurzen Moment des Turmaufbaus ins Ruckeln gerät. Die Hintergründe sind recht abwechslungsreich, ja schaut ganz nett aus. Der Sound gehört jedoch zur nervigen Sorte. Die absolut billige Mucke erinnert mich irgendwie an das gute alte Gedudel der ersten Soundkarte in meinem 486er. Kurz gesagt: Einfach zum abgewöhnen, ebenso wie die albern klingende Sprachausgabe. Aber das ist wirklich das geringste Problem von Jenga World Tour.

Meinung

Wertung zu Jenga World Tour (Wii)

Wertung:

3.0 /10
Pro & Contra
Nette Power-Upszweckmäßige Grafik
Ungenaue Steuerungkein Feedback beim Steineherausziehenlangweilige Spielmodimagerer Umfang "Gummibaum"-Physikarmselige Musikalberne SprachausgabeSpielspaß hält sich stark in Grenzenviel zu teuer
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