Tom Clancy's Rainbow Six: Vegas 2 (dt.) im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

Das knallharte Gameplay aus dem Vorgänger wich einer schnellen Action, was die Fans durchaus unterfordern könnte.

Nachdem Ubisofts Vorzeige-Serie Rainbow Six vom letzten Teil Rainbow Six: Vegas nach einigen Flauten wieder aus dem Tief gekarrt wurde, bugsiert der direkte Nachfolger Vegas 2 die Serie wieder eine gute Stufe zurück. Denn das gnadenlose und harte Gameplay aus Vegas entdeckt man nur noch zeitweise im höchsten der drei Schwierigkeitsgrade. Auch fehlen die im Vorgänger brillierenden Taktik-Aspekte fast vollkommen, das Spiel verkommt - besonders im einfachen Schwierigkeitsgrad - zu einem Arcade-Shooter der geübte Spieler kaum mehr fordert.

Ich sehe Tangos!

Tom Clancy's Rainbow Six: Vegas 2 (dt.) Tom Clancy's Rainbow Six: Vegas 2 (dt.) Das Rainbow Six Prinzip ist alt bewährt: Böse Terroristen, sogenannte Tangos, nehmen Geiseln, wollen alle möglichen mordswichtigen Sachen in die Luft sprengen oder irgendwas Mordsteures klauen. Die amerikanische Regierung findet das natürlich voll Moppelkotze, deshalb schickt man einfach uns ins Krisengebiet. Und so ist es auch diesmal, eine Bande von Terroristen spickt Las Vegas mit Bomben und versucht möglichst viel sogenannten Kollateralschaden anzurichten.

Tom Clancy's Rainbow Six: Vegas 2 (dt.) Tom Clancy's Rainbow Six: Vegas 2 (dt.) Im Hubschrauber werden wir von einer Mission zur nächsten geflogen, zwischendrin bekommen wir per Funk und Videoeinblendung den geschichtlichen Hintergründe erklärt, welche nur lose zusammenhängen, jedoch mit der Zeit immer offensichtlicher werden. Am Zielort angekommen befehligen wir bis zu zwei Teams und koordinieren einen möglichst geräuschlosen, effektiven Zugriff. Zumindest theoretisch. Denn Geräuschlos bleibt es in Vegas 2 kaum, viel mehr erinnert der Titel an reine Shooter, der "One Hit, One Kill"-Aspekt des Vorgängers scheint vollkommen verflogen. Statt mit Schalldämpfern ausgestattet durch ein Lagerhaus zu pirschen ist es meist Gang und Gebe mit vollem Karacho, Granaten und MG-Feuer einzumarschieren. Dass die Gegner im Raum daneben nichts mitbekommen scheint manchmal unrealistisch, Taktik sucht man dabei so oder so vergebens. Nur ab und an ist es noch notwendig, strategisch zu denken und vorzugehen, nämlich dann, wenn man mit zwei Teams an verschiedenen Türen gleichzeitig zugreifen will. Doch auch hier beschränkt sich der taktische Vielfalt meist auf das Muster "Team Alpha geht von vorne rein und ballert rum um abzulenken, derweil betritt Team Bravo das Zimmer von der anderen Seite und knallt allen in den Rücken". Das klassische Flankiermanöver also, welches wir inzwischen aus so manchem Game her kennen.

Tom Clancy's Rainbow Six: Vegas 2 (dt.) Tom Clancy's Rainbow Six: Vegas 2 (dt.) Um eben dies zu bewerkstelligen haben wir ein breites Arsenal an Gegenständen, serientypisch sind dies Maschinenpistolen, Sturmgewehre, Kleine MGs, Snipergewehre und Pumpguns, zusätzlich dazu haben wir noch mehrere Granaten und andere Gadgets wie Bewegungssensoren und Gas-Masken, welche aber zumeist ihren Verwendungszweck erst im Multiplayer-Modus erfüllen. Im Vergleich mit dem Vorgänger stehen uns 11 neue Waffen zur Auswahl, sowie neue Tarnausrüstungen und Kleidungsstücke um unseren Charakter zu individualisieren. Doch obwohl der Spieltitel "Vegas 2" lautet, bekommt man vom international bekannten, von Leuchtstoffröhren hell erleuchteten Stadtkern nur wenig mit. Denn Vegas 2 könnte zwar in Las Vegas spielen, doch nur eine Mission in einem Casino verrät dies. Die Hochhaus-Missionen könnten genauso in New York angesiedelt sein, das Convention Center, in dem zum Zeitpunkt des Terrorangriffes eine Games-Messe abgehalten wird, könnte auch das LA Convention Center sein, in dem die E3 gerade tagt. Dafür muss sich das Gezeigte nicht verstecken und bewegt sich auf einem angenehm hohen Niveau. Jede Lokalität ist einmalig und bleibt einem so in guter Erinnerung.

Tom Clancy's Rainbow Six: Vegas 2 (dt.) Tom Clancy's Rainbow Six: Vegas 2 (dt.) Erfreulicherweise gut gelungen sind Steuerung und Kampf-Manöver. Per Schultertaste schmiegt sich unser Protagonist an die Wand und ist aus einer Third-Person Sicht zu sehen. Erst so kann er um Ecken schielen und weicht fast perfekt dem Kugelhagel der feindlichen Tangos aus. Neulinge des Taktik-Shooter Genres werden es wohl anfangs etwas befremdlich finden, sich alle paar Meter erst an eine Wand zu schmiegen, doch schon bald geht dieses aber auch andere Manöver, wie etwa das unter einer Tür mit der sogenannten "Snake-Cam" in den nächsten Raum zu lugen, in Fleisch und Blut über. Kenner des Genres dürften damit sowieso keine Probleme haben. Generell ist die Steuerung recht intuitiv und genretypisch ausgefallen. Für den Fall, dass dem Spieler im Verlauf der linearen Levels mal die Munition ausgeht, sind großzügig Aufmunitionierungs- und Waffenkisten verteilt. An diesen kann man sich seine komplette Ausrüstung auch während der Mission zusammenstellen, sodass man individuell auf die "Gefahrenlage" reagieren kann.

Offizieller Trailer

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle findest du externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Ein Hochgenuss?

Tom Clancy's Rainbow Six: Vegas 2 (dt.) Tom Clancy's Rainbow Six: Vegas 2 (dt.) Graphisch hat sich in Las Vegas nicht sonderlich viel getan, eher das Gegenteil ist der Fall. Denn während die Spielcasinos und vor allem Aussen-Levels im Vorgänger viel lebhafter und dynamischer waren, so sehen leider viele der Level im aktuellen Titel etwas trist aus, als hätte man plötzlich keine Zeit mehr gehabt um daran weiterzuwerkeln. Zwar hat man an den Einheiten ein wenig gearbeitet, diese Feinheiten fallen im Spiel jedoch kaum auf. Wie lang schaut man denn schon ein Gegnermodell an bevor man schießt? Zwar erkennt man am Leveldesign selbst durchaus die Hand des Profis und an mancher Stelle läuft auch Vegas 2 zur grafischen Hochform auf, im Schnitt jedoch muss es sich vom Vorgänger knapp geschlagen geben.

Tom Clancy's Rainbow Six: Vegas 2 (dt.) Tom Clancy's Rainbow Six: Vegas 2 (dt.) Der Sound ist recht akzeptabel. Waffen- und Granatengeräusche sind relativ realistisch abgemischt und sorgen für viel Action. Auch die Sprachausgabe im Spiel ist gelungen, unserer Protagonist Bishop brüllt im Kampf den Kameraden Befehle zu, beim Anpirschen flüstert er. Die Zwischensequenzen hätten indes ruhig etwas professioneller ausfallen dürfen, an mancher Stelle wirken sie fast schon wie einem Amateurprojekt entnommen. Und auch die Hintergrundmusik kann mit dem bombastischen Soundtrack des Vorgängers nicht mithalten, zur akustischen Untermalung dudelt im Hintergrund lediglich eine überflüssige Melodie, auf die man gut und gerne verzichten könnte.

Auch die KI weiß größtenteils nicht zu überzeugen, hier haben die Höhepunkte der Rainbow Serie schon weitaus mehr leisten können. Es werden zwar drei verschiedene Schwierigkeitsgrade angeboten, die Unterschiede sind jedoch zu gering ausgefallen. Wer schon mehr als ein Spiel dieses Genres gezockt hat, sollte unbedingt den höchsten Schwierigkeitsgrad wählen, um es nicht mit tauben Gegnern zu tun zu haben. Ebenso tragen wir auf dem höchsten Level nur noch zwei Granaten statt derer zehn mit uns.

Tom Clancy's Rainbow Six: Vegas 2 (dt.) Tom Clancy's Rainbow Six: Vegas 2 (dt.) Doch neben der Gegner-KI haben wir natürlich auch noch unsere eigenen Mannen unter Kontrolle, hier klappt die Befehlsgebung gewohnt lässig und ohne viel Wirr-Warr oder gar Durchklicken im Menü. Ein Druck auf die Leertaste genügt, um die virtuellen Kumpanen an die Position zu schicken, an die unsere Maus gerade zeigt. Dies funktioniert größtenteils gut, meist führen die Untergebenen unsere Befehle zur Zufriedenheit aus und handeln eigenständig. Dennoch passierte es manchmal, dass sich die Figuren irgendwie in einer Pfütze verharken und nicht mehr aus dem großen Hindernis rauskamen, ebenso war es öfters der Fall, dass sie einfach zu sehr eigenständig sind und in unerschlossene Räume, somit also in die Hände der Gegner, rannten. Doch nicht nur die Kameraden leiden an leichter Desorientierung, auch unser eigener Charakter verharkt sich das ein oder andere mal in Leitern oder anderen, unsichtbaren Gegenständen. In der Praxis jedoch lernt man mit diesem umstand schnell umzugehen, und dann können einem die KI-Kameraden durchaus auch mal nützlich sein, beispielsweise wenn wir sie vorschicken um "aufzuräumen".

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk