Indiana Moorhuhn auf der Suche nach dem Schatz bietet äußerst eintönige Geschicklichkeitskost.
1999 sorgte ein kleines gefiedertes Wesen dafür, das sich viele Büroangestellte lieber auf virtuelle Hühnerjagd begaben, als ihrer tatsächlichen Arbeitsaufgabe nachzugehen. Die Geburtsstunde des Moorhuhns sorgte für einen wahren Boom des Fun-Shooter Genres und versorgte die Spielergemeinde in den darauffolgenden Jahren mit Dutzenden verschiedenen Versionen des Moorhuhn-Themas. Dabei wurde das Spiel zu Anfang eigentlich als Werbeaktion für die schottische Whiskeymarke Johnnie Walker von der niederländischen Entwicklerschmiede Witan programmiert, ist aber seitdem nicht mehr aus der Welt der Videospiel wegzudenken. Manche mögen darin ein Phänomen sehen, andere eher eine gute Möglichkeit, ein bekanntes Franchise gnadenlos auszuschlachten. Rund 9 Jahre nach dem Erstlingswerk erreicht das Moorhuhn nun ein weiteres Mal den Nintendo DS und geht in der PC-Umsetzung des Budget-Titels Juwel der Finsternis auf die Jagd nach Schätzen, Gold und Edelsteinen.
Moorhuhn im Tempel des Todes
Moorhuhn: Juwel der Finsternis
Wer sich schon alleine das Cover des Spiels ansieht, der kann sich bereits denken, wie das Setting des Titels gestaltet ist. Den Spieler erwartet eine Art Boulder Dash meets Rick Dangerous im besten Indiana Jones Ambiente oder auf gut Deutsch; ein Jump 'n Run Geschicklichkeitsspiel, welches euch durch 60 verschiedene Level jagt. Eine einführende Geschichte oder Introsequenz gibt es hierbei nicht, doch wird dem Spieler in der Anleitung verraten, das Moorhuhn eines Tages eine geheimnisvolle Schatzkarte im Postkasten vorfindet, welche das Federvieh zu einem verlassenen Tempel tief im Dschungel führt. In den Katakomben wartet bereits ein sagenumwobener Schatz, doch bevor dieser erreicht werden kann, müssen viele Gefahren überstanden und Dutzende an Verschieberätsel gelöst werden.
Moorhuhn: Juwel der Finsternis
Guter Dinge ergreift man also den Nintendo DS um das Huhn möglichst schadenfrei durch die verschiedenen Tempelabschnitte zu dirigieren. Neben jeder Menge Gegner, die man mittels Granaten oder herabfallenden Steinen beseitigen kann, müssen besagte Felsbrocken auch möglichst geschickt verschoben oder gesprengt werden, um den weiteren Weg freizuschaufeln. Was zu Anfang natürlich recht leicht ist, gestaltet sich mit zunehmender Spieldauer immer komplizierter und präsentiert rätselfreudigen Moorhuhn Fans die ein oder andere verzwickte Herausforderung. Es gilt zudem immer zu beachten, welche der Steine man verschiebt, zerbröselt oder sprengt, da man sich dadurch auch den ein oder anderen Weg zu wertvollen Schätzen versperren kann. Stellt man sich aber einigermaßen geschickt an und beseitigt zudem alle Monster im Labyrinth, gelangt man umgehend zum Ausgang und hat das Level entsprechend absolviert. Schafft man ein Level nicht auf Anhieb, muss man allerdings nicht ganz von vorn anfangen, sondern lediglich den gescheiterten Abschnitt wiederholen.
Verschiedene Spielmodi sucht der Moorhuhn-Fan allerdings vergeblich, da das Spiel einzig und allein die vorgegebenen Levels und keine weiteren Bonusinhalte bietet. Hält man sich ran und hat ein Faible für solche Rätselspiele, so ist der Schatz innerhalb von ein, zwei Abenden geborgen.
Rudimentäre Steuerung für jedermann
Moorhuhn: Juwel der Finsternis
Bewegt wird "Indiana Moorhuhn" mit dem digitalen Steuerkreuz, da beinahe komplett auf die Verwendung des Stylus verzichtet wurde. Lediglich zum Eingeben des Highscores kommt der Stift des DS zum Einsatz, aber das war es dann auch schon. Die Entwickler haben sich schlicht und ergreifend keine Mühe gegeben, den Touchscreen zum Einsatz zu bringen, weswegen man zu 99% das digitale Steuerkreuz, sowie die Buttons benutzt, wobei auch diese nicht alle belegt sind. Als Fazit in Bezug auf die Steuerung kann man deswegen durchaus sagen, das diese äußerst simpel und schlicht ausgefallen ist und sich, wie auch bei der Kollisionsabfrage, keine groben Schnitzer erlaubt. Probleme bei der Bedienung sollten also in keinem Fall aufkommen.
Technisch nicht der heilige Gral, aber solide
Moorhuhn: Juwel der Finsternis
Technisch erwartet uns kein wirklich grafischer Augenschmaus, aber immerhin kann man die Grafik durchaus als solide und zweckdienlich bezeichnen. Die Animationen sind zwar etwas hölzern und das Ganze eher auf Gameboy Advance Niveau angesiedelt, aber dennoch reicht es aus um das notwendige gerade noch passabel darzustellen. Es handelt sich eben um ein zweidimensionales Geschicklichkeitsspiel, das wohl vor allem Gelegenheitsspieler ansprechen soll und anscheinend nie den Anspruch hatte mit einer Topgrafik auf sich aufmerksam zu machen. Wer sich durch alle 60 Level kämpft, dem wird die Musik allerdings nach spätestens 10 Abschnitten zum Halse heraushängen, da sich diese nie verändert und immer wieder ein und dieselbe Musik aus den Boxen dudelt.
