Ryu Hayabusa schnetzelt wieder und hinterlässt auch auf dem NDS einen furiosen Eindruck.
Dürstende Fans des Ninja-Kämpfers Ryu Hayabusa mussten lange auf eine passende Fortsetzung des ursprünglichen Xbox Knallers warten - denn Jahrelang wurde man mit zahlreichen Remakes des Originals abgespeist. Das Jahr 2008 ist hat es für alle Anhänger des flotten Gemetzels in sich, denn nicht nur auf der Xbox 360 kämpft der dunkle Ninja im lang erwarteten zweiten Teil um Ehre und sucht die Vergeltung - auch auf dem Nintendo DS beehrt uns der Klingenmeister höchst persönlich. Letztere Variante ist Anlass zu diesem Review. Wir traten in die Fußstapfen des Nachfahren der Drachenlinie und schnetzelten uns durch Horden von Dämonen. Unseren Eindruck könnt ihr im folgenden Text nachlasen!
Ninja Gaiden Dragon Sword
In der Geschichte wandert man einige Monate in die Zukunft. Die Ereignisse des Xbox Originals rücken ein wenig in die Vergangenheit und sind als "Der Dunkeldrachen-Vorfall" bekannt. Im Alleingang bewahrte Ryu Hayabusa die Welt vor dem Untergang und zerschlug die Dunkeldrachenklinge nach einem harten Endkampf mit einem einzigen Hieb seines Drachenschwertes in tausend Stücke. Sechs Monate später holt ihn die Vergangenheit aber wieder ein. Die Krieger der "Schwarzen Spinne" haben es abermals auf Ryu und sein legendäres Drachenschwert abgesehen. Obaba, die älteste Zauberin des Clans der Schwarzen Spinne hat eine Möglichkeit entdeckt, die Dunkelheit erneut heraufzubeschwören und setzt nun alles daran, die Welt in ein Reich der Dämonen zu verwandeln.
Das DS-Kunstwerk
Ninja Gaiden Dragon Sword
Ryu Hayabusa wird unweigerlich in die erneuten Pläne des Clans der Schwarzen Spinne hinein gezogen und muss mit ansehen, wie eine junge weibliche Ninja aus seinen Dorf entführt wird - dies und noch viel mehr ist Grund genug, das Drachenschwert in die Hand zu nehmen und die Reise durch dreizehn neue und herausfordernde Kapitel anzutreten. Völlig unbekannt dürften so einige Orte unter den Fans aber nicht sein. Neben dem Hayabusa Dorf wandert man nicht selten durch altbekannte Territorien. Die Kathedrale zum Beispiel - einst eine große Hürde für zahlreiche Spieler dank des Endkampfes gegen Alma - durchstreift man in einer Art einer Vision erneut. Die Entwickler achteten in solchen Situationen präzise darauf, dass eine bis ins Detail vertraute Umgebung offeriert wird. Einzelne Abschnitte, Treppenhäuser und Gänge haben denselben Charme des Originals und wirken dennoch wie runderneuert.
Ninja Gaiden Dragon Sword
Dies wurde vor allem aufgrund der für den Nintendo DS angepassten Darstellung erreicht. Nur selten wandelt der Polygon-Ryu in einer 3D-artigen Umgebung umher und schwingt elegant das Drachenschwert, die meiste Zeit rennt der wackere Held über wunderschön gezeichnete und einfach nur atemberaubend inszenierte Render-Szenarien - ähnlich wie man es aus "Resident Evil" seinerzeit gewohnt war. Gespart wurde aber dennoch nicht an grafischen Effekten. Das Wasser fließt, die Sonne taucht den Hain in schummriges und wechselhaftes Licht und zahlreiche Insekten oder Vögel beleben die Welt. Darüber hinaus gilt es eine Gegnerwelle nach der anderen ins Jenseits zu befördern. Untermauert wird der Spaß mit einer für den Nintendo DS hervorragend umgesetzten musikalischen Ambiente. Kenner vernehmen bekannte Klänge und Melodien und erfreuen sich an der dichten Atmosphäre. Die Geschichte wiederum wird leider mit nur wenig Sprachausgabe angereichert, dafür aber durch hübsch gezeichnete Comicsequenzen dargestellt.
Die Wunderwaffe Stylus
Ninja Gaiden Dragon Sword
Dirigiert wird der Ninja-Held ausschließlich über den Touchscreen. Der Nintendo DS wird wie ein Buch vor sich gehalten und je nach Links- oder Rechtshändereigenschaft entsprechend in die Hand gekommen. Die Darstellungsfläche ist somit hochkant ausgelegt und bietet optisch viel Freiraum für Details und visuelle Effekte. Zur Geltung kommt das lang gestreckte Bild vor allem bei den häufig auftretenden Endgegnern, welche sich pompös anmelden - "God of War" lässt grüßen! Der normale Bildschirm dient der Darstellung hervorragend ausgearbeiteter und hilfreicher Levelkarten, während über den Touchscreen fast alle Eingaben erfolgen. Ryu folgt stets dem Stift und wandert dessen Spitze entgegen. Kommt es zu einer Auseinandersetzung, wird die Waffe quer über den Touchscreen mit einfachen Handbewegungen gezogen. Kettenangriffe sind dabei genauso möglich, wie auch einige wenige komplexe Angriffsmanöver. Letztere erfordern zwar genaue Eingaben auf dem Screen, welche aber intuitiv und sauber durchgeführt werden. Die Steuerung ist dennoch ziemlich wild und hektisch, doch der Held blockt bei eigenen Angriffen gegnerische Attacken ab, kann per Knopfdruck in die Deckung gehen, gekonnt den Attacken mit einer Rolle ausweichen und hat durchaus gute Chancen, ohne Gegentreffer eine Meute von über 50 Feinden ins Jenseits zu befördern. Grund hiefür ist der stark gesenkte Schwierigkeitsgrad. Im Gegensatz zu den Heimkonsolenvarianten tritt nur selten Frust auf und auch die Endgegner sollten nach einigen wenigen Versuchen und durchdachten Taktiken schnell Geschichte sein. Das Spiel endet leider auch nach etwa fünf Stunden. Diese wenigen Stunden haben aber ein gewaltiges Actionfeuerwerk in sich, welches auch optisch mit zahlreichen Effekten, bis zu fünf Gegnern auf dem Bildschirm und pompösen Kämpfen ein wahrer DS-Schmaus darstellt.
Ninja Gaiden Dragon Sword
Fans fühlen sich von Anfang an wie Zuhause. Auch wenn das Gameplay an zahlreichen Stellen Einbußen hinnehmen musste, der Charme des Originals ist stets erkennbar. Neben dem ausladenden und dennoch hervorragend spielbaren Kampfsystem sorgen altbekannte Ninpo-Zauber für Windböen, Feuerbälle und eisigen Atem. Die Zauberkunst dient aber nicht nur der Feindvernichtung, auch wenn dies primär eine effektive Waffe gegen die Dämonen und Schergen des Clans der Schwarzen Spinne darstellt. Kleinere Rätseleinlagen wollen ebenfalls mit Ninpo gelöst werden. Fackeln müssen entzündet, Spinnennetze beseitigt und Passagen geöffnet werden. Allzu lange hält man sich aber nicht mit den Kleinigkeiten auf, da auch "Dragon Sword" in erster Line ein furioses Metzelabenteuer darstellt. Spielerisch erinnert der Titel zudem stark an die Konsolenvarianten. Mit gekonnten Stiftbewegungen springt man von Wand zu Wand und kann auch furiose Angriffsmanöver ausführen. Gespeichert wird an den Drachenstatuen, welche zugleich auch Lebens- aus als Ninpokraft regenerieren. Am Ende eines jeden Levels kann man zudem von einem Kräfte raubenden Bosskampf ausgehen. Daher deckt man sich bei Muramasa mit hilfreichen Items ein. Dabei gibt es nicht nur Heilgegenstände beim wandelnden Händler, auch die Waffen dürfen wieder nach Herzenslust verbessert werden.
