Mit "Agon - The Lost Sword of Toledo" präsentiert uns Kalypso Media die vierte Episode aus der Reihe der Agon Adventures aus den Private Moon Studios. Ähnlich wie bei Sam & Max 2 besteht das Spiel selbst aus einer Vielzahl an Episoden, die vom Hersteller zunächst nur als Downloadversion verkauft wurden. Im Falle von Agon sollen es vierzehn Teile werden, von denen die ersten drei gebündelt, wohl wegen des Lokalisierungsaufwands, im Herbst 2007 in Deutschland auf den Markt gekommen sind. Mal sehen, wie den Private Moon Studios die vierte nun vorliegende Episode gelungen ist.
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AGON - The Lost Sword of ToledoFür alle, die die ersten drei Episoden nicht kennen, zunächst ein kleiner Überblick über die bisherigen Geschehnisse im Spiel: In "Agon - The Mysterious Codex" wird die Hauptperson der Spielreihe eingeführt, bei der es sich um Samuel Hunt, Professor für Altertumsforschung am berühmten British Museum, London, handelt. Hunt liebt es ungewöhnliche Phänomene und Dinge zu untersuchen, liebt Puzzles und andere Rätsel. Das Spiel startet im Jahre 1903 in London. Bei dieser ersten Episode handelt es sich mehr um einen Prolog, erst die zweite Episode, die uns nach Lapland führt, spiegelt eine typische Agon Folge wieder. Dort muss man von einer kleinen Bahnstation wegkommen und dann das Dorf und die Umgebung erkunden. Am Ende einer jeden Episode muss der Spieler in einem Brettspiel gegen den Computer antreten. Dabei handelt es sich jeweils um ein frei erfundenes Spiel, nicht um ein bekanntes Brettspiel wie Schach, Dame oder Mühle. Im dritten Teil geht es nach Madagaskar. Dort muss man sich mit den Eingeborenen und Piraten im Ruhestand herumschlagen und schließlich kann die Suche nach einem geheimnisvollen Schatz losgehen. Der kleinste gemeinsame Nenner, der alle Episoden verbindet, ist die Tatsache, dass sich Professor Hunt auf der Suche nach den fehlenden Seiten des so genannten "John-Gillam-Manuskriptes" befindet.
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AGON - The Lost Sword of ToledoIm vierten Teil nun begeben wir uns mit unserem Alter Ego, Professor Hunt, auf die Reise in das spanische Toledo. Eigentlich wollten wir dort einen alten Freund besuchen, einen Künstler der sich mit Malerei und der Musik beschäftigt hat. Zu unserem Bedauern müssen wir leider feststellen, dass dieser schon vor einem Jahr verstorben ist. Von der Tochter unseres Freundes erfahren wir von Ihrem Freund und zukünftigem Ehemann Ihrer Wahl, der angeblich einen schweren Diebstahl begangen haben soll. Wie man sich beim Titel des Spiels schon denken kann, soll er angeblich das "Schwert von Toledo" gestohlen haben, welches momentan komplett verschollen ist.
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AGON - The Lost Sword of ToledoIm Rahmen der Suche nach der Wahrheit entdecken wir so einige alte Geheimnisse in dem kleinen spanischen Nest. Wie das in einem so kleinen Dorf ist, gibt es da korrupte Händler und Politiker, wenig pflichtbewusste Polizisten und der Dorfbarde darf natürlich auch nicht fehlen. Obwohl der vierte Teil der Agon Saga die Geschichte der ersten drei Episoden weiter erzählt, können auch Neueinsteiger mit diesem Spiel viel Freude haben, da es nicht zwingend notwendig ist die komplette Vorgeschichte aufarbeiten zu müssen.
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AGON - The Lost Sword of ToledoWir steuern unseren Professor in der First Person Perspektive durch das spanische Dorf. Hierbei kann man mit der Maus den Kopf und damit die Ansicht frei durch den dreidimensional gestalteten Raum bewegen. Toledo ist hierbei in verschiedene Schauplätze aufgeteilt, wie dem Dorfplatz, dem Haus des verstorbenen Freundes, Polizeiwache und vielen mehr, die man mit Hilfe einer Übersichtskarte ansteuern kann. Innerhalb jeder dieser Schauplätze kann man sich bewegen, in dem man mit der Maus die Hotspots anwählt, die den Mauszeiger in einen Pfeil verwandeln, der die Bewegungsrichtung anzeigt. Der konsequente Verzicht auf die Tastatur ist zwar gut gemeint, die Anwahl der Hotspots gestaltet sich manchmal jedoch schwierig, wenn man gerade in die andere Richtung schaut oder nicht genau die passende Perspektive hat. Das restliche Spiel steuert sich in altbekannter Point & Click Manier, bei dem der sich verändernde Mauszeiger benutzbare oder untersuchbare Gegenstände anzeigt.
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AGON - The Lost Sword of ToledoDie Grafik im Spiel ist sehr liebevoll gestaltet worden. Generell muss man anerkennend sagen, dass mit jeder Episode die Grafik besser geworden ist. Jedes Objekt wurde gezielt ausgewählt, so dass man tatsächlich glaubt sich in einem zeitgenössischen spanischen Dorf zu befinden. Das beginnt bei den Bildern, Fotografien und altem Spielzeug und endet bei den passenden Türen, Möbelstücken und architektonischen Merkmalen der Gebäude. Leider wird der optische Genuss durch die Tatsache beeinträchtigt, dass sich in den Szenen nur wenige animierte Objekte befinden. Das verleiht dem spanischen Städtchen Toledo, von dem man eigentlich dem Klischee folgend zumindest außerhalb der Siesta ein quirliges Leben erwartet, eher den Status eines Totengräberstädtchens. Schade, denn hier wäre nur wenig mehr eine deutliche Verbesserung gewesen. Absolut unzureichend ist jedoch die graphische Darstellung der anderen Figuren im Spiel. So werden die Personen vermutlich aus ein und derselben Grafik erzeugt, die vertikal einfach nur gespiegelt wird. Dies hinterlässt insbesondere auf der Stirn einen deutlich sichtbaren Streifen, der einem fast schon vermuten lässt, man habe es hier mit der Stirnwulst der Romulaner zu tun. Das ist schade, denn die animierten Bewegungen der Figuren wiederum wirken sehr glaubwürdig, von Mimik und Gestik einmal abgesehen. Diese beiden letztgenannten Punkte scheinen irgendwie ein Problem zu sein, bei dem den meisten Entwicklerstudios die Puste oder das Budget ausgeht. Warum schafft es niemand, einigermaßen glaubwürdige Lippen- und Augenbewegungen hinzubekommen? Auch Agon ist hier leider keine Ausnahme.
Was die Vertonung angeht, so werden hier ebenfalls schnell die Schwächen von Agon deutlich. Ist die Hintergrundvertonung noch recht akzeptabel und auch der Soundtrack meist sehr stimmungsvoll, so ist die deutsche Sprachausgabe wenig liebevoll. Durch die oben schon erwähnte wenig realistisch anmutende Mimik und Gestik der Personen im Spiel erweckt das den Eindruck, man wäre im Dorf der spanischen Meisternuschler gelandet. Manche Synchronstimmen passen auch nicht wirklich auf die Typen, die hier verkörpert bzw. repräsentiert werden sollen.