Gerade weil der Vorgänger R6 Vegas so hohe Maßstäbe setzte hat nun der Nachfolger hohe Erwartungen zu erfüllen.
Nachdem Ubisofts Vorzeige-Serie Rainbow Six vom letzten Teil Rainbow Six: Vegas nach einigen Flauten wieder aus dem Tief gekarrt wurde, katapultiert der direkte Nachfolger Vegas 2 die Serie wieder in die Niederungen der Shooter-Mittelklasse. Denn viele der positiven Aspekte des Vorgängers ignoriert Vegas 2 einfach und setzt sie konsequent falsch oder gar nicht erst um. So fehlen die im Vorgänger brillierenden Taktik-Aspekte fast vollkommen, das Spiel verkommt viel mehr zu einer reinen Ballerorgie.
Tom Clancy's Rainbow Six Vegas 2
Doch Rainbow Six: Vegas 2 ist kein schlechtes Spiel. Nein, vielmehr erfüllt es einfach nicht die Erwartungen, die langjährige Fans der Reihe an einen Tom Clancy Titel stellen. Ob dieser Qualitätsverlust mit dem Verkauf der Namensrecht vor kurzem zu tun hat (wir berichteten am 21.03.2008), ist unklar, doch hoffentlich wird in Zukunft im Hause Ubisoft wieder mehr Wert auf Qualität statt auf Quantität gelegt.
Ich sehe Tangos!
Das Rainbow Six Prinzip ist alt bewährt: Böse Terroristen, sogenannte Tangos, nehmen Geiseln, wollen alle möglichen mordswichtigen Sachen in die Luft sprengen oder irgendwas mordsteures klauen. Die amerikanische Regierung findet das natürlich voll Moppelkotze, deshalb schickt man einfach uns. Und so ist es auch diesmal, eine Bande von Terroristen spickt Las Vegas mit Bomben und versucht möglichst viel sogenannten Kollateralschaden anzurichten.
Tom Clancy's Rainbow Six Vegas 2
Im Hubschrauber werden wir von einer Mission zur nächsten geflogen, zwischendrin bekommen wir per Funk und Videoeinblendung den geschichtlichen Hintergründe erklärt, welche zwar lose zusammenhängen jedoch mit der Zeit immer offensichtlicher werden. Am Zielort angekommen befehligen wir bis zu zwei Teams und koordinieren einen möglichst geräuschlosen, effektiven Zugriff. Zumindest theoretisch. Denn Geräuschlos bleibt es in Vegas 2 kaum, viel mehr erinnert der Titel an reine Shooter, der "One Hit, One Kill"-Aspekt des Vorgängers scheint vollkommen verflogen. Statt mit Schalldämpfern ausgestattet durch ein Lagerhaus zu pirschen ist es meist Gang und Gebe mit vollem Karacho, Granaten und MG-Feuer einzumarschieren. Dass die Gegner im Raum daneben nichts mitbekommen scheint unwirklich und unrealistisch, Taktik sucht man dabei so oder so vergebens. Nur ab und an ist es noch notwendig, strategisch zu denken und vorzugehen, nämlich dann, wenn man mit zwei Teams an verschiedenen Türen gleichzeitig zugreifen will. Doch auch hier beschränkt sich der taktische Vielfalt meist auf das Muster "Team Alpha geht von vorne rein und ballert rum um abzulenken, derweil betritt Team Bravo das Zimmer von der anderen Seite und knallt allen in den Rücken"
Tom Clancy's Rainbow Six Vegas 2
Um eben dies zu bewerkstelligen haben wir ein breites Arsenal an Gegenständen, serientypisch sind dies Maschinenpistolen, Sturmgewehre, Kleine MGs, Snipergewehre und Pumpguns, zusätzlich dazu haben wir noch mehrere Granaten und andere Gadgets wie Bewegungssensoren und Gas-Masken, welche aber zumeist ihren Verwendungszweck erst im Multiplayer-Modus erfüllen. Und obwohl der Spieltitel "Vegas 2" lautet, bekommt man vom international bekannten, von Leuchtstoffröhren hell erleuchteten Stadtkern nur wenig mit. Denn Vegas 2 könnte zwar in Las Vegas spielen, doch nur eine Mission in einem Casino verrät dies. Die Hochhaus-Missionen könnten genauso in New York sein, das Convention Center, in dem zum Zeitpunkt des Terrorangriffes eine Games-Messe abgehalten wird, könnte auch das LA Convention Center sein, in dem die E3 gerade tagt...
Tom Clancy's Rainbow Six Vegas 2
Erfreulicherweise gut gelungen sind Steuerung und Kampf-Manöver. Durch einen einfachen Rechts-Klick der Maus schmiegt sich unser Protagonist an die Wand und ist aus einer Third-Person Sicht zu sehen. Erst so kann er um Ecken schielen und weicht fast perfekt dem Kugelhagel der feindlichen Tangos aus. Neulinge des Taktik-Shooter Genres werden es wohl anfangs etwas befremdlich finden, sich alle paar Meter erst an eine Wand zu schmiegen, doch schon bald geht dieses aber auch andere Manöver, wie etwa das unter einer Tür mit der sogenannten "Snake-Cam" in den nächsten Raum zu lugen, in Fleisch und Blut über. Ansonsten ist die Steuerung äußerst intuitiv und genretypisch bekannt. Für den Fall, dass dem Spieler im Verlauf der linearen Levels mal die Munition ausgeht, sind großzügig Aufmunitionierungs- und Waffenkisten verteilt. An diesen kann man sich seine komplette Ausrüstung auch während der Mission zusammenstellen, sodass man individuell auf die "Gefahrenlage" reagieren kann.
Offizieller Trailer
