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Mirrors Edge

PC-Review von Michael Sosinka (19.01.2009)
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Electronic Arts, verschrien als Update-Schmiede, will neue Marken auf den Markt bringen. Nachdem Dead Space erschienen ist, ist nun das ungewöhnliche Mirror's Edge an der Reihe, das ebenfalls frischen Wind in das EA-Portfolio bringt. Im neuen Jahr bekommen nun PCler die Möglichkeit mit der attraktiven Faith über die Häuser zu springen, und das in einer deutlich aufgewerteten Version.

Hoch über den Straßen


Mirrors Edge - Review - Test
Mirrors Edge
In der Welt von Mirror's Edge würden sich Datenschützer die Haare raufen: Polizei und andere Repressionskräfte halten die Stadt, in der die Handlung spielt, auf Trab und verfolgen am Boden jeden Schritt der Bürger. George Orwells „1984“ lässt grüßen. Sensible Daten, von denen man nicht möchte dass der Staat sie einsehen kann, müssen daher auf sicheren Wegen transportiert werden. So herrscht über den Dächern der Stadt reger Verkehr von so genannten „Runnern“, Eilboten die im Parkcour–Stil von Haus zu Haus hüpfen und jede erdenkliche Art von Halt finden, überbringen dort meist abgeschottet von Polizeikräften, die am Boden schon mehr als genug zu tun hat um die Überwachung der Bürger möglichst komplett zu gewährleisten. Faith, eine der Runner, hatte eigentlich nie Probleme mit der Ordnungsmacht, bis ihre Schwester wegen eines Mordes, den sie nicht begangen hat, verhaftet wird. Neben der Aufgabe, die Schwester aus den Händen der Polizei zu befreien, gilt es plötzlich, auch eben diesen aus dem Weg zu gehen und zu entkommen, denn Faith soll die Nächste sein.

Mirrors Edge - Review - Test
Mirrors Edge
Aber keine Sorge, als Spieler muss man keine Postkarten mit Urlaubsgrüßen ausliefern, in Mirror's Edge geht es darum, die Verschwörung rund um die Schwester zu ergründen. Dabei ist die Polizei der hübschen Faith fast die ganze Zeit auf den Fersen. Da die junge Frau keine Elite-Kämpferin mit umfangreichem Waffenarsenal ist, muss die Gute das tun, was sie am besten kann, nämlich rennen, rennen was das Zeug hält. So springen wir von Dach zu Dach, unter uns in tiefer Ferne der Straße, klettern über Zäune, hangeln an Vorsprüngen entlang und balancieren in über 100 Metern Höhe an Stangen entlang, und das alles in einem Affentempo, denn der schießwütige Polizeihubschrauber sowie die Spezialeinheiten sitzen uns im Nacken. Dadurch entsteht ein fast unvergleichliches und adrenalinlastiges Spielgefühl, bei dem man sich schon mal mit schweißnassen Händen an die Maus klammert.

Beim 12. Versuch

Mirrors Edge - Review - Test
Mirrors Edge
Glücklicherweise gibt es zur Entspannung auch einige ruhigere Abschnitte, bei denen es eher darauf ankommt, den richtigen Weg zu finden und den Sprung in die Tiefe nicht zu verhauen. Hier erinnert Mirror's Edge an ein Tomb Raider aus der Ego Perspektive und wem das letzte Abenteuer von Lara Croft, Tomb Raider: Legend, zu simpel war, bekommt bei dem Werk von DICE und EA eine neue Herausforderung. Nicht immer ist der Weg leicht zu finden, oft muss die Umgebung genau untersucht werden, um die richtige Route zu finden. Hinzukommt noch, dass man bei Verfolgungen keine Zeit hat sich umzusehen und da Faith nur 2-3 Treffer verträgt, muss jeder Wallwalk (Prince of Persia lässt grüßen), jeder Sprung und jeder Rolle perfekt sitzen. Bevor das geschmeidige Gameplay entsteht, welches man womöglich aus diversen Videos kennt, vergehen eine Menge Versuche.

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Mirrors Edge Launch Trailer (Konsolen)


Mirrors Edge - Review - Test
Mirrors Edge
Mirror's Edge ist ein sehr extremes Beispiel für das Trial & Error-Prinzip, das nicht jedem gleichermaßen liegen dürfte. Zwar ist die Route durch farblich abgehobene Objekte grob ersichtlich und per Knopfdruck schaut Faith auch in die richtige Richtung, doch die Umgebung ist oft zu komplex und unübersichtlich, als dass alles beim ersten Anlauf reibungslos über die Bühne geht. Einige Abschnitte kosten dadurch viele Nerven. Man muss sich also nicht wundern, wenn man im späteren Verlauf der insgesamt 10 Abschnitte eine Stelle mehr als ein Dutzend Mal in Angriff nehmen muss, da die Aneinanderreihung von spektakulären Moves perfekt sitzen muss, während uns eine Meute Polizisten unter Beschuss nimmt. Dennoch bleibt die Motivation gegeben, da man eigentlich immer weiß, was man verbessern muss. Wichtig ist das Timing, hält man das ein, kommt man gut über die Runden, wobei gerade das erst geübt werden muss.

Ballern, nein danke

Mirrors Edge - Review - Test
Mirrors Edge
Wie bereits beschrieben, ist Faith keine Kämpferin, dennoch kann sie auch austeilen und bearbeitet die Staatsmacht mit akrobatischen Tritten und Faustschlägen. Zudem ist es möglich den Gegner zu entwaffnen und kurzzeitig wie in einem Shooter zu agieren. Dies geschieht allerdings eher selten, wobei man das Spiel ohne einen einzigen Schuss beenden kann. Wenn es das Missionsziel nicht gerade vorgibt, sollte man von der Konfrontation stets absehen und die Beine in die Hand nehmen. Durch das schnelle Absolvieren von Abschnitten erlangt man zudem die so genannte Reaction-Time, die es uns ermöglicht, das Spielgeschehen für einen kurzen Augenblick in Zeitlupe ablaufen zu lassen. Das dient vor allem dazu, den Gegner zu entwaffnen, da man nur einen kurzen Augenblick hat, bei dem die Waffe rot aufleuchtet, um an den Schießprügel zu kommen. Selbst bei den Kämpfen mit mehr als drei Gegnern führt jede falsche Entscheidung in Sekunden zum Tod.

Mirrors Edge - Review - Test
Mirrors Edge
Bei den Tausend Toden, die man im Verlauf des Spieles, und aufgrund des vorherrschenden Trial & Error-Prinzips, sterben wird, ist es natürlich wichtig, das die Checkpoints fair gesetzt sind und das ist tatsächlich der Fall. Zwar muss man kurze Passagen mehrmals wiederholen oder nicht unterbrechbare Sequenzen immer Mal wieder anschauen, insgesamt kann man nur selten behaupten, dass die Speicherpunkte ungünstig verteilt sind. Beim ersten Durchlauf wird man für Faith's interessante Geschichte ca. 7 Stunden veranschlagen müssen, allerdings nur, weil man ständig nach dem richtigen Weg Ausschau hält, und aufgrund der vielen gescheiterten Sprungversuche, die ebenfalls dazu gerechnet werden müssen. Kennt man den Weg, bräuchte man kaum länger als vier Stunden. Ist die Story durch, kann man sich am Time Trial versuchen und um hier gute Zeiten zu erlangen, muss man die Level auswendig kennen und nahezu perfekt beherrschen. Eine richtige Herausforderung, die zu weiteren Spielstunden führt.

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Mirrors Edge Cover

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[16 Bilder]
Details Titel:
Mirrors Edge
System:
PC
Publisher:
Electronic Arts
Developer:
DICE
Genre:
Action-Adventure
Sub-Genre:
1st Person Shooter

Release: 15.01.2009
Spieler: 1 Spieler
Version: DE

Freigegeben ab 16 Jahren

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