Das Singspektakel geht auf der Playstation 3 in die zweite Runde. Doch was hat Vol. 2 wirklich zu bieten?
Ende des letzten Jahres war es nun endlich so weit und das langersehnte Singstar der nächsten Generation stand in den Läden bereit. Nach den nahezu unendlichen Addons für die Playstation 2, wollten die Fans endlich wieder etwas Neues und ein paar frische Ideen, die der angestaubten Serie einen neuen Kick geben sollten. Mit dem Online-Modus und dem Shop, in dem Songs gekauft werden können, hat man diesen Wunsch der Fans endlich erfüllt. Auf diese Weise entstand eine gewisse Form von "Youtube", auf dem man seine Gesangeskünste in Videoform präsentieren konnte. Diese Plattform war allerdings einzig und allein für Singstar-Spieler. Das war anfangs sicherlich sehr spannend, aber am Spiel an sich hat sich noch immer nichts geändert. Nun gibt es mittlerweile "Singstar Vol. 2", welches PS3-Besitzer abermals zum Mikro greifen lässt. Doch was zeichnet das zweite Singstar der neuen Generation aus?
Altbewährtes Gameplay
SingStar Vol. 2
Vol 2. hält abermals am bewährten Gameplay fest, denn am Grundprinzip von Singstar hat sich seit dem ersten Teil eigentlich nichts Gravierendes geändert: Nachdem die Mikros angeschlossen sind, kann es schon fast losgehen. Jetzt wird noch fix entschieden, ob man alleine oder mit Freunden singen will und schon geht es ab in die Songauswahl. Hat man sich auf eines der 30 Lieder geeinigt, dürfen sogleich die Stimmbänder strapaziert werden. Nach wie vor wird der obere Rand des Bildes dafür verwendet, eure Punkte, die Länge des Songs usw. darzustellen und am unteren Rand seht ihr den jeweiligen Text zum Mitsingen. Ihr singt euch von Zeile zu Zeile, welche immer aus einer gewissen Anzahl an Wörtern bestehen, die auch als Balken dargestellt werden. Am Ende jeder Zeile wird euch ganz kurz in einem Wort gesagt, wie gut ihr im aktuellen Abschnitt gewesen seid (z.B. "grausam" oder "cool"). Um die Geschwindigkeit der aufeinander folgenden Wörter einschätzen zu können, werden diese deutlich farblich markiert. So weiß man immer genau, wo man gerade ist, bzw. sein sollte. Man kennt das ja bereits von den ersten Karaoke-Maschinen in Form eines kleinen Punktes, der immer auf die Wörter hüpft, die gerade gesungen werden müssen. Der Text alleine nützt einem aber gar nichts - wer die Melodie nicht kennt, wird kläglich scheitern. Doch auch dazu hat man sich etwas einfallen lassen: Aufgrund der Lage der farbigen Balken, kann man abschätzen, wie ein Wort gesungen werden muss. Sind diese eher unten angeordnet, dann muss tief gesungen werden, sind sie weiter oben, so solltet ihr höher singen. Je nach Länge des Wortes, sind die Balken mal länger und mal kürzer, was euch signalisieren soll, ob ihr den Ton lange halten oder nur kurz ansingen müsst. Bei besonders schrillen oder tiefen Passagen braucht ihr euch aber nicht die Seele aus dem Leib zu kreischen, denn man muss nicht die exakte Tonhöhe treffen, sondern nur die Melodie nachsingen. Es hat also jeder eine faire Chance.
Neues Harmonie-Duett, aber sonst...?
Dem Spieler bietet sich ein gewohntes Bild - die Köpfe der Sony-Studios haben sich in Sachen Spielmodi leider auch dieses Mal kein bisschen kreativ gezeigt und kaum Neuerungen eingebaut. Natürlich ist das Spielprinzip auch heute noch absolut klasse und spaßig, aber ein paar lustige Ideen hätten den Spaß am Singen mit Sicherheit noch weiter erhöhen können. So bleibt also alles wie es ist: Da hätten wir wieder den Einspielermodus, welchem abermals kaum Beachtung geschenkt wurde, denn Singstar ist definitiv kein Spiel, das einen alleine besonders lange fesseln kann - nicht umsonst sind von Anfang an gleich zwei Mikros mit dabei. Sollten aber mal keine Freunde in der Nähe sein, so dürfen alle Songs natürlich auch im Alleingang bewältigt werden. Zum Üben ist dies ganz nett und man kann seine Sangeskünste später auch noch mit Hall unterlegen, in eine Kinder- oder Roboterstimme umwandeln - kaum jemand wird sich hier stundenlang aufhalten. Eine andere Spielerei ist der Einsatz der EyeToy-Cam. Wird sie angeschlossen, seht ihr euch selbst auf dem Bildschirm und es erscheinen mitten in den Songs bei besonders schweren Passagen glitzernde Symbole. Hier werden ein paar Sekunden eures Geträllers aufgezeichnet und ihr könnt euch diese kurzen Ausschnitte nach Beendigung des Titels anschauen. Das sorgt für so manche Lacher.
So richtig lustig wird es aber erst dann, wenn ihr mit Freunden zum Mikro greift. Das eigentliche Herzstück ist logischerweise der Mehrspielermodus. Dort stehen euch wieder einmal die Optionen "Duett", "Duell" oder "Gib das Mikro weiter" zur Verfügung. Wie der Name schon sagt, wird beim Duett miteinander gesungen. Eure Leistungen werden in einen Topf geworfen und ihr bekommt eine gemeinsame Endabrechnung. Es gibt spezielle Duett-Songs, bei denen jeder in die Rolle eines Künstlers schlüpft und darauf achten muss, wann dieser singt. An der entsprechenden Farbe seht ihr immer wer gerade dran ist. Im Duell wiederum steht ihr gegeneinander auf der virtuellen Singstar-Bühne und bekommt dementsprechend auch zwei getrennte Bewertungen. Neu ist das "Harmonie-Duett". Hier müssen zwei Spieler gleichzeitig unterschiedliche Textzeilen eines Titels singen, was eine ganz besondere Herausforderung darstellt. Man sollte versuchen möglichst gut miteinander zu harmonieren (daher der Name). Doch auch mit mehr als zwei Spielern kann man seinen Spaß haben: Im "Gib-das-Mikro-weiter-Modus" ist nämlich Platz für bis zu acht Spieler. Hier geht richtig die Party ab, denn ihr tretet in zwei Teams gegeneinander an. So singt beispielsweise ein Spieler aus Team A gegen einen aus Team B, jemand singt solo und ein Konkurrent muss seinen Punktestand überbieten oder die beiden Teams singen gleichzeitig und jeder übernimmt nur einen kurzen Part, bevor er das Mikro an seinen Teamkollegen weitergeben muss. Die verschiedenen Varianten sind also sehr vielfältig. Damit es auch immer fair bleibt und man sich nicht nur die Songs aussucht, die man auch kann, wird das Aussuchen der Lieder vom Spiel übernommen. Sollte einem der zufällig gewählte Titel so ganz und gar nicht zusagen, dann kann man einen Joker nutzen und neu wählen lassen. Doch Vorsicht: Die Anzahl der Joker ist begrenzt!
Online rocks on!
Neben dem Harmonie-Duett hat man sich mit den Neuerungen also sehr zurückgehalten. Der Online-Modus ist aber noch immer sehr interessant und überzeugend. So können im Singstore neue Lieder erworben werden. Mittlerweile kann man sich Songs aus einer beachtlichen und stets weiter anwachsenden Auswahl einkaufen. Das funktioniert äußerst unkompliziert. Man wählt einen Titel aus, hört ihn sich kurz in der Vorschau an, sieht einen Ausschnitt aus dem Video und kann ihn dann gleich kaufen. Mit 1,49€ pro Song ist der Spaß allerdings nicht gerade billig. Jetzt muss er nur noch heruntergeladen werden und schon ist er in der Songauswahl vorhanden und kann fortan nach Lust und Laune gespielt werden. Das Video gibt's natürlich auch mit dazu.
