Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Nett gedacht, doch leider schlecht ausgeführt. Diese Filmumsetzung kann ziemlich frustrierend werden.

Walt Disney Pictures und Walden Media laden in dieser Woche abermals zu einem fantastischen Leinwandabenteuer in fernen Landen ein. Mit "Prinz Kaspian von Narnia" flimmert der nunmehr zweite Film der "Chroniken von Narnia" ab dem kommenden Donnerstag über die Leinwände der Lichtspielhäuser. Wer die Tage beim Shoppen war, konnte schon die passenden Videospielumsetzungen in den Händlerregalen ausmachen. Während uns vor kurzem "Kung Fu Panda" mit spaßiger Unterhaltung begeistern konnte, bereitet uns die Umsetzung von Narnia Sorgen. Das Grundkonzept ist passend und an die Videospiele zum erstem Film angelehnt, doch die Umsetzung für die Xbox 360 oder Playstation 3 ist den Entwicklern nicht wirklich gelungen. Wo unsere Nerven strapaziert wurden und warum dieser Titel den allgemeinen Ruf der Filmlizenzen leider mal wieder gerecht wird, lest ihr im Folgenden!

Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia Wie nicht anders zu erwarten, folgt das Spiel dem inhaltlichen Plot des Kinofilms. Ganz klassisch - wie wir es seit "Der Herr der Ringe" gewohnt sind - wird das Abenteuer mit schicken Filmszenen eingeläutet. Positiv hervorzuheben für Fans und Filmliebhaber, dass reichlich Filmmaterial den Weg ins Spiel gefunden hat. Da darf man durchaus mal ein paar Minuten genüsslich atemberaubende Bilder über sich ergehen lassen. Im zweiten Kinoabenteuer, chronologisch gesehen das vierte Buch der siebenteiligen Serie, dreht sich alles um Prinz Kasipan, eigentlich der legitime Thronerbe von Narnia. Doch was er nicht weiß, macht ihn letztendlich auch nicht heiß. Seine Eltern starben durch die Hand seines nun erziehenden Onkels Miraz, amtierender König von Narnia. Dem nicht genug, erfährt er alsbald, dass sein Volk, die Telmarer, das Land einzig allein durch Gewaltanwendung an sich gerissen hat. Die ursprünglichen Bewohner, zumeist sprechende Tiere und Fabelwesen, haben sich tief in die Wildnis und die Berge zurückgezogen und leben im verborgenen.

Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia Doch fluchtartig muss Prinz Kaspian sein Heim verlassen. Zum einen kann sein Onkel den Prinzen und sein Interesse für Alt-Narnia nicht leiden, zum anderen gebar ihm seine Frau tatsächlich noch einen gesunden Thronerben - somit ist das Leben des Prinzen in Gefahr. Letztendlich findet Kaspian Zuflucht in einer fremden Welt mit sprechenden Tieren, mächtigen Bäumen und fabelhaften Wesen. Die Zeit ist gekommen, den ursprünglichen Narnianen ihr Land zurückzugeben und den gemeinen Miraz vom Thron zu stoßen. Doch merkt euch die Geschichte gut, denn ohne Wissen aus dem kommenden Kinofilm oder der Romanvorlage werdet ihr von alledem kaum etwas erfahren. Trotz zahlreicher Videosequenzen, oftmals entnommen aus dem Film, sowie einigen Unterhaltungen, kommt die Story im Spiel viel zu kurz. Ihr werden zum Teil völlig unwissend in irgendwelche Kämpfe hinein geworfen, spielt mit völlig unbekannten Charakteren, die nie vorgestellt wurden und wisst schlussendlich nicht, wie die Geschehnisse auf dem Bildschirm in das Gesamtkonzept einzuordnen sind. Eigentlich könnte man meinen, dass Dank einer Kinoinszenierung und schriftlichen Vorlage der Geschichtsschreiber kaum Arbeit hat - doch hier wurde leider ordentlich geschlampt.

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Knobelabenteuer ohne Anspruch

Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia Spielerisch erinnert "Prinz Kaspian von Narina" stark an "Der König von Narnia". Immerhin dürft ihr nicht nur in die Rolle der Pevensie-Geschwister schlüpfen, sondern auch zahlreiche Fabelwesen aus Narnia und den Prinzen höchst persönlich steuern. Jeder Charakter hat spielerische Vor-, als auch Nachteile. Der Zwerg Trumpkin (welcher wie viele andere Personen nicht ordentlich vorgestellt wird) zum Beispiel quetscht sich durch kleine Öffnungen und Löcher, während die Minotauren oder gar Riesen brachiale Gewalt anwenden können und somit ganze Höhlen zum Einsturz bringen. Auch auf den Bogen von Suse kann man in vielen Situationen ebenfalls nicht verzichten. Darauf aufbauend ist das Spiel abermals stark auf die Fähigkeiten der Charaktere ausgelegt. Ihr müsst also ferne Schalter durch gezielte Bogenschüsse aktivieren, die Muskeln mancher starker Helden für schwere Objekte in Anspruch nehmen und schlussendlich mit allen Aktivitäten und vor allem gemeinsamer Arbeit aller Mitstreiter (am spaßigsten dann im Koop-Modus) zahlreiche Rätsel lösen.

Das Repertoire reicht von einfachen Schieberätseln und Tastenspielereien bis hin zu Schalterrätsel und vor allem sammeln zahlreicher Objekte, welche an entsprechender Stelle ihre Verwendung finden. Mit Steinen baut man sich eine Brücke übers Wasser, der Holzstab wird als Verlängerung einer Schalteranlage missbraucht und das Zahnrad gehört natürlich in das Getriebe eines riesigen mechanischen Apparats. Prinzipiell offeriert uns der Spielverlauf dank etlicher Charaktere und Knobelaufgaben einen äußerst variantenreichen Spielfluss, welcher aber durch den niveaulosen Schwierigkeitsgrad gnadenlos an Fahrt verliert. Sämtliche interaktive Objekte leuchten hell auf und offenbaren somit alle möglichen Apparaturen, welche von euch bedient werden müssen. Des Rätsels Lösung wird euch quasi mit auf den Weg gegeben, ihr müsst eure grauen Gehirnzellen so gut wie gar nicht in Anspruch nehmen. Somit werden Objekte einfach an den nächstmöglichen Ort geschleppt und eingesetzt, sowie entsprechende Tasten betätigt - schon ist der Weg zum nächsten Schauplatz frei!

Simples Kampfgetümmel

Nur selten ist ein wenig Tüftelarbeit von Nöten - dies aber auch nur dann, wenn feindliche Schergen mit von der Partie sind. Diese müssen ab und an in Fallen gelockt, oder anderweitig hintergangen werden. Der zweite große Part des Titels ist das ständige, aber kinderfreundlich ohne Blut dargestellte Dauergemetzel auf dem Bildschirm. Das Aufeinanderprellen der beiden Armeen überzeugen, vor allem in den ersteren und letzteren Abschnitten, mit zahlreichen Soldaten und schier unendlichen Massen von Gegnern. Man könnte fast gar von einer epischen Schlacht reden, wäre die künstliche KI nur annähernd mit einer priese an Intelligenz gesegnet. Manch Telmarer Soldat rennt einfach blind im Kreise, die nächsten schwer bewaffneten Gegner stehen einfach nur dumm in der Gegend herum und müssen zunächst mit dem Schwert gestochen werden, damit sie aus ihrem Schönheitsschlaf erwachen. Immerhin reichen so einfache Schläge und simples Buttonsmashing für die einfachen Soldatenränge aus, während die Anführer der Telmarer nur mit geschicktem Einsatz des Schildes zu bezwingen sind.

Mit einem schlechten Ergebnis der Feinde im IQ-Test kann man ja noch leben, doch zeigen sich nicht nur im Kampf zahlreiche technischen Mängel. Während die Videosequenzen mit aufwendigen Animationen protzen, offeriert sich der offene Kampf meist mit nicht nachvollziehbaren Bewegungsabläufe. Weiterhin gehen Items und Gegner gerne mal in der Levelarchitektur "verloren", oder aber Interaktionen bzw. manch andere Steuerungstätigkeiten klappen einfach nicht so, wie man es gerne hätte. Mitunter kann man auch den Kameramann für Schuldig erklären, wenn manche Operation nicht flüssig geklappt hat. All das zeugt von Mankos, die man mit entsprechender Feinarbeit sicherlich hätten behoben werden können. Es hat schlussendlich den Anschein, dass die Mannen des renommierten Entwicklerstudios "Traveller's Tales" (den Machern des durchaus überzeugenden LEGO-Indy Spiels) letztendlich aufgrund der Deadline bezüglich des Kinostarts einfach nicht die nötige Zeit für die Entwicklung bekommen haben!

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