New International Track & Field im Gamezone-Test

Test Sandro Odak

Sportfans aufgepasst: Konami bringt pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum ein neues Track & Field.

Es ist Sommer! Und bald auch noch Olympia! Nicht verwunderlich also, dass plötzlich die Sport- und vor allem Leichtathletik-Spiele aus dem Boden sprießen, wie es sonst nur im Frühling mit den Blümchen der Fall ist. Doch was hat es mit New International Track & Field auf sich? Wissen könnten dies unsere langjährigen Leser, denn Track & Field stammt noch aus einer Zeit, in der Spiele auf übermenschlich großen Arcade-Spielautomaten liefen. 1983 veröffentlichte Konami den ersten Teil, damals noch unter dem Titel "Track & Field". Am Publisher hat sich seither auch nach acht Nachfolgern und weiteren Spielkonsolen Spin-Offs nichts geändert, ob es technisch am NDS nach 25 Jahren Neuerungen zu verbuchen gibt, haben wir für euch getestet.

Sportlich ist New International Track & Field ein wahres Multitalent, bietet uns doch der Sport-Titel über 20 Disziplinen wie Hammerwurf, Hürdenlauf oder Gewichtheben. Geboten wird dem Spieler dreierlei: Eine Karriere, die in mehrere Turnier-Runden unterteilt ist, ein freies Spiel, in dem wir die freigespielten Disziplinen wiederholen können und somit auf Rekordjagd gehen und ein Wi-Fi-Online Modus. Doch davon erst später, konzentrieren wir uns vorerst auf den gelungenen Einzelspieler-Part.

Button Mashing und wildes Stylus-Schwingen

New International Track & Field New International Track & Field Das Spielprinzip von New international Track & Field ist einfach wie genial zugleich: Wie so oft bei solcherlei Spielen ermöglicht es eine hohe Zugänglichkeit leichten Einstieg in die Materie, lässt aber genug Freiraum, um sich selbst zu verbessern und einen will einen ständigen Schwierigkeitsanstieg gewährleisten. Dabei wurde die Steuerung des DS mit seinem Touch-Screen passend eingebunden und die Button-Mashing Steuerung für eben diesen Berühr-Bildschirm portiert. So ist es nun nicht mehr nur nötig, bestimmte Knöpfe zu drücken, sondern den Stylus auf dem Touchscreen hin- und herzubewegen, um beispielsweise Geschwindigkeit aufzunehmen. Es ist dennoch für all die Nimmersatten möglich, die Steuerung auf "manuell" umzuschalten, sodass wieder Knöpfe gedürckt statt Stylus bewegt werden müssen. Ob es seitens des Herstellers gewollt war, dass man dies mit dem Nintendo DS in der Hand tut, ist fraglich, zumindest wir sahen während des Tests nur selten die Möglichkeit, den Handheld auch wirklich in der Hand zu halten. So mussten wir Nintendos kleinen Wunderknaben eigentlich permanent auf den Tisch legen, wodurch sich ergibt, dass New International Track & Field nicht wirklich was für den mobilen Spaß zwischendurch ist. Um Track & Field mobil zu spielen, beispielsweise in der U-Bahn oder dem Bus, sollte weiterhin beachtet werden, dass es zu gewissen peinlichen Verwechslungen kommen kann. Was sich die Gegenübersitzenden wohl denken mögen, wenn man wie ein Verrückter den Stylus auf dem DS in seinem Schoss hin- und herbewegt, wollen wir uns gar nicht ausmalen, Schelm wer hier Böses denkt.

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Schelm wer Böses denkt...

New International Track & Field New International Track & Field Während anfangs die Steuerung noch durchaus brilliert und als spaßig betrachtet werden kann, flaut dieses Gefühl jedoch nach einiger Zeit wieder ab. Denn neben "Stylus hin- und herschwenken" oder Button-Drücken gibt es kaum weitere Abwechslung oder gar Innovation, es ist immer wieder das Selbe. Dadurch ergibt sich zwar eine für den DS hohe Disziplinen-Anzahl, in Sachen Langzeitspaß und Innovation ist man aber falsch. Dennoch motiviert der Titel zum weiter Spielen und ermutigt uns, zumindest die Karriere einmal komplett durchzuspielen, in dem man für die insgesamt sechs Standard-Charaktere unterschiedliche Kleidungsstücke, etwa Sportdresses, Freizeitanzüge oder freakige Punk-Klamotten, freispielen kann. Einen Effekt auf das Spielgeschehen haben diese Dresses zwar nicht, dennoch wecken sie die Sammellust im Spieler. Zusätzlich dazu bietet uns New International Track & Field, spezielle Zusatzcharaktere freizuspielen um mit diesen Herausforderungen anzutreten. Mit dabei sind altbekannte Konami-Koryphäen wie Sparkster (Rocket Knight Adventure), Pyramid Head (Silent Hill) und viele weitere. Diese haben, im Gegensatz zu den Sammel-Klamotten ganz unterschiedliche Eigenschaften und sind je nach Disziplin besser oder schlechter als die Standard-Charaktere. Wer auf Rekordjagd ist, hat auf jeden Fall viel zu beißen. Neben Silent Hill-Fans kommen aber auch Andere zum Spaß, so ist auch Solid Snake unter den Athleten, dessen Fähigkeiten jedoch streng geheim sind... Wie es sich für einen Agent nun mal gehört. Für Castlevania geht Simon Belmont ins Rennen, der sich nach langen Vampirjagden nun den "ungefährlicheren" Sportarten zuwendet.

Aus Alt mach Neu - Trist-Grafik ist passé

New International Track & Field New International Track & Field Den Sprung von Arcade-Automat ins 21. Jahrhundert hat Track & Field geschafft. Auch wenn sich vieles seit 1983 nicht geändert hat, was nicht immer schlecht ist, hier ist was passiert. Der Titel präsentiert sich erstaunlich bunt und farbenfroh und auch an witzigen bis niedlichen Details wie den unterschiedlichen Kostümen hat man im Hause Konami nicht gespart. So ergibt sich ein wirklich ansehnlicher DS-Titel, der in Comic-Knuddel-Grafik gehalten wird, dadurch einen ganz eigenen Reiz ausübt und sich positiv vom restlichen Olympia-Gaming-Lineup abhebt. Die verschiedenen Disziplinen sind allesamt liebevoll animiert worden und erhielten je einen Vor- und einen Abspann. Was leicht enttäuschte, war die Tutorialfunktion, die leider nur spärlich animiert war und somit manchmal nicht genug auf die kommende Herausforderung einging. Doch spätestens nach einer Testrunde hat sich auch dieser Punkt erledigt, sodass ein sorgenfreies Spielen möglich ist.

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