Pro Evolution Soccer 2009 im Gamezone-Test

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Auch in diesem Jahr kann Pro Evolution Soccer auf der PSP die Konkurrenz in die Schranken verweisen.

Es ist gerade einmal gut acht Monate her als die PSP-Version von "Pro Evolution Soccer 2008" erschien. Das Spiel musste wohl aufgrund von Kapazitätsmängeln im Entwicklerteam bei Konami nach den anderen Versionen erscheinen. Mit dem aktuellen 09er-Update bekommen wir aber wieder einen zeitgleichen Release und schon in unserem Review zur Playstation 3-Version durftet ihr nachlesen, wie sich der diesjährige FIFA-Konkurrent geschlagen hat. Natürlich bedarf es bei der PSP-Version einer besonderen Betrachtung, da die bisherigen drei Ableger für den Sony-Handheld jedes Mal an diversen Kinderkrankheiten litten. Gerade die Slowdowns, der fehlende Onlinemodus und sowie kaum vorhandene Kommentatoren schmähten den positiven Gesameindruck. Ärgerlich war, dass genau diese Punkte schon in den jeweiligen Vorgängern bemängelt, aber nicht behoben wurden. Alle Hoffnungen liegen natürlich nun in der 2009er-Version.

Keine Champions League für unterwegs

Pro Evolution Soccer 2009 Pro Evolution Soccer 2009 Als im September bekannt wurde, dass der neueste Vertreter der PES-Serie erstmals die Champions League - Lizenz enthalten wird, war die Freude groß. Bis dahin hatte Konkurrent Electronic Arts die alleinigen Rechte an der Königsklasse und auch auf der PSP erschien ein Ableger rund um die besten Klubs Europas. Wie ihr sicherlich in den Reviews zu den Konsolenversionen gelesen habt, ist die Umsetzung in Pro Evolution Soccer 2009 aber alles andere als gelungen. Zwar hat der Modus dort in einer gewissen Originalität einen Auftritt spendiert bekommen, allerdings gibt es hier zum aktuellen Zeitpunkt gerade einmal 13 der eigentlich insgesamt 32 Teams. Auf der PSP hat Entwickler Konami den kompletten Modus gestrichen - aber warum? Das kann nur spekuliert werden: Vielleicht hat Konami auf der PSP keine Möglichkeit ein Update per Patch anzubieten, wie es auf der Konsole passieren soll.

Werde zur Legende - Der Vergleich mit "Be-A-Pro" aus FIFA 09

Im EA-Kicker dürft ihr aus allen enthaltenen Vereinen einen Lieblingsspieler auswählen und diesen dann über vier Saisons steuern und seine Fähigkeiten verbessern. Konkurrent Konami setzt auf ein anderes Konzept: In einem wirklich umfangreichen Editor dürft ihr euch euren eigenen Spieler erschaffen und habt dabei die Möglichkeit aus einem schier unerschöpflichen Pool an Einstellungen auswählen. Alle Körperteile dürfen dabei nach Lust und Laune verformt werden und einem Abbild beispielsweise eures eigenen Aussehens dürften somit (fast) keine Grenzen gesetzt sein. Im Gegensatz zu dem "Be-A-Pro"-Modus in FIFA 09 dürft ihr euch nicht euren eigenen Verein aussuchen, sondern müsst in einem Testspiel beweisen, was ihr drauf habt. Je nach Leistung bekommt ihr dann ein Angebot eines Vereins.

Pro Evolution Soccer 2009 Pro Evolution Soccer 2009 Am Anfang eurer Karriere könnt ihr natürlich froh sein, dass ihr beispielsweise bei einem Verein wie Chelsea London überhaupt auf der Bank sitzen dürft. Und natürlich ist ein unerfahrener Spieler, wie ihr es nun mal zu Beginn seid, nicht automatisch in der Startelf vertreten. Jedes Spiel muss gezeigt werden, dass wirklich der Wille da ist, zum Stamm der Mannschaft gehören zu wollen. So passiert es gerade zu Beginn der Karriere, dass ihr das Spielgeschehen aus der Zuschauerrolle betrachten müsst und nicht aktiv in das Spiel eingreifen dürft. Hier könnt ihr das Spielgeschehen dann auch schneller laufen lassen, damit es nicht allzu langweilig vor dem Bildschirm wird. So kann es also durchaus vorkommen, dass euer Team bis zu eurer Einwechslung mit ein oder zwei Toren zurückliegt und es dann natürlich schwer wird das Spiel noch zu drehen.

Es ist ebenfalls von Bedeutung, welche Position ihr bekleidet. Als Abwehrspieler ist es nicht eure Aufgabe für Tore zu sorgen, sondern vielmehr den Gegner in seinen Angriffen zu stören. Aber als Stürmer sieht das schon ganz anders aus: Hier wird von euch erwartet, dass ihr trefft - und wenn dies nicht der Fall ist, werdet ihr entweder ausgewechselt oder dürft zu Beginn des nächsten Spiels erst einmal auf der Bank sitzen. Die Leistung des Spiels ist aber auch für andere Dinge entscheidend: Beispielsweise wird nach jedem Spiel der so genannte "MVP", sprich der Man of the Match, gekürt. Wird euch dieser Titel zugesprochen ist dies schon einmal sehr förderlich für euren Status in der Mannschaft und außerdem werden durch durchgehend gute Leistungen natürlich auch andere Vereine auf euch aufmerksam. So habt ihr die Chance von einem eher durchschnittlichen Club zu einem namhaften Team zu wechseln.

Pro Evolution Soccer 2009 Pro Evolution Soccer 2009 Während ihr in FIFA 09 für jedes Spiel spezielle Aufgaben bekommt, wie beispielsweise den Ball min. 20 Mal im ganzen Spiel zu berühren, gilt es in PES 2009 einfach nur das eigene Spiel so gut wie möglich zu bestreiten. Dabei wird auf eine ähnliche Kameraperspektive zurückgegriffen wie im EA-Konkurrenten: Das Geschehen wird mit dem Fokus auf den eigenen Spieler dargestellt und nicht wie man es vom TV gewohnt ist vom Spielfeldrand gezeigt. Allerdings muss bei PES 09 auf ein Feature verzichtet werden, welches beim Konkurrenten FIFA 09 zum Einsatz kam: Dribbelt eurer Spieler mit dem Ball auf Höhe des Strafraums, dann kommt es im Spiel von Konami nicht zu dem atmosphärischen Wackeln der Kamera - klarer Pluspunkt für den Kick aus dem Hause EA.

Im "Werde zu Legende"-Modus wird angezeigt, wo sich die aktuelle Abseitslinie befindet - dies geschieht dynamisch und ihr seht immer wo ihr am besten nicht hinspielen oder eben selbst nicht stehen solltet. FIFA 09 bildet in diesen Situationen kleine Abseitsflaggen über den Köpfen der Spieler ab. Als Spieler habt ihr auch die Möglichkeit den Ball zu fordern: Mit einem Druck auf die L-Taste wird euren Mitspielern signalisiert, dass ihr den Ball haben wollt. Steht ihr optimal, versuchen eure virtuellen Teamkameraden euch den Ball zuzuspielen. Allerdings werdet ihr auch nicht immer mit einem Pass bedacht, was natürlich gerade in Situationen vorkommt, in denen ihr von einem gegnerischen Spieler gedeckt werdet.

Pro Evolution Soccer 2009 Pro Evolution Soccer 2009 Im Konkurrenzprodukt FIFA 09 dürft ihr zudem nach und nach neue Aktionen wie beispielsweise das Fordern eines Passes in den Raum oder dem Schuss aufs Tor freischalten - dies dürfte vor allem der Langzeitmotivation bei EA-Spiel dienlich sein. In Pro Evolution Soccer 2009 lässt sich der Modus zwar über ganze 18 Spielzeiten spielen, also deutlich länger als im Konkurrenten von EA, dafür bekommt ihr aber auch mehr Anforderungen in Form von Aufgaben spendiert. Darüber hinaus müsst ihr mit einigen Übersichtprobleme in der "Spieler"-Kameraperspektive leben. Die Kamera "klebt" nämlich viel zu nah an eurem Spieler und macht gerade bei schnellen Kontern Probleme.

Wieder dabei: Der Welt-Tour Modus

Eine der größten Neuerungen des Vorgängers war der schon aus den FIFA-Teilen bekannte World-Tour Modus. Auch in der aktuellen 09er-Variante von PES auf der PSP ist dieser abwechslungsreiche Spielmodus wieder enthalten: Allerdings müsst ihr hier wieder einmal keine historischen Matches nachspielen (wie es bei FIFA Tradition ist), sondern ihr reist mit einem Team eurer Wahl durch alle Kontinente um gegen die dortigen Vereinsmannschaften und Nationalteams anzutreten. Das Spektrum der Aufgabenstellung ist dabei sehr breit gefächert und ist auch so manches Mal nicht beim ersten Versuch zu schaffen: So sind Herausforderungen wie beispielsweise ohne Ersatzspieler zu gewinnen, Tore nur via Flanken zu schießen oder auch den Kasten sauber zu halten noch relativ leicht zu bewältigen - zu Erfüllung einiger anderer gehört dann schon ein wenig Glück dazu: Zu verhindern, dass man in die Abseitsfalle läuft oder auch mehr als 70 Prozent der Schüsse ins Ziel zu bringen, wenn mindestens fünf oder mehr Schüsse verlangt werden, benötigen da schon ein wenig mehr Können.

Pro Evolution Soccer 2009 Pro Evolution Soccer 2009 Der "Welt-Tour"-Modus zeichnet sich aber vor allem dadurch aus, dass nur selten vollständige Spiele absolviert werden müssen und deshalb manchmal nur wenige Minuten zur Bewältigung einer bestimmten Aufgabe benötigt werden. Leider wird in der Aufgabenstellung selbst keine Variation geboten - egal ob ihr mit einem Top-Team wie Frankreich startet oder doch lieber mit einem schwächerem Team wie Kanada, sind die Aufgaben jedes Mal gleich. Es macht schon ein Unterschied zwei Tore mit unterschiedlichen Spielern zu schießen, wenn man keinen Top-Angriff zu bieten hat. Hier hätte Konami durchaus mehr Feingefühl zeigen können und die Aufgabenstellungen nach Stärke des eigenen Teams auswählen können. Wenigstens variieren die gegnerischen Teams dank Zufallsauswahl.

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