Ein weiteres Festmahl für Naruto-Fans und ein solides Abenteuer für den Gelegenheitsspieler.
Naruto erfreut sich seit einigen Jahre recht großer Beliebtheit und das nicht nur im Heimatland, auch in Deutschland wird der Frechdachs im orangefarbenen Anzug gerne auf dem TV-Bildschirm gesehen. Bandai/Namco liefert uns seit einiger Zeit passendes Material für die Spielkonsolen und versorgt damit dürstende Fans. Mit "Naruto Ultimate Ninja 3" geht der Spaß in die nächste Runde, wobei sich die Entwickler an Ubisofts Pendant orientiert haben. Doch dies hat nur den Anschein und ist im Grunde nicht ganz richtig, denn "Ultimate Ninja 3" wurde noch vor "Rise of a Ninja" (Xbox 360) anno 2005 in Japan für die Playstation 2 veröffentlicht. Es dauerte nur mal wieder viel zu lang, bis der Titel seinen Weg auch nach Europa fand!
Naruto Ultimate Ninja 3
Nichts desto trotz freuen sich die Fans über einen weiteren Titel mit ihrem Lieblingshelden Naruto Uzumaki sowie seinen Freunden Sakura Haruno und Sasuke Uchiha. Für all diejenigen unter euch, die noch nie von Naruto gehört haben, einen kurzen Abriss der mehrere Staffel umfassenden TV-Serie: Einst wurde das Dorf Konohagakure, auch kurz Konoha genannt, von Kyubi angegriffen. Das nahezu unbesiegbare neunschwänzige Fuchsungeheuer wurde durch die Opferung des Ranghöchsten Ninjas, den vierten Hokage Minato Namikaze in den Körper von Naruto gebannt. Leider erschwert dies das Leben des Helden, da die Dorfbewohner ihn eher meiden und Angst vor ihm haben. In kindischer Wut und mit Trotz setzt er sich aber das Ziel, der nächste Hokage zu werden und versucht trotz seiner schlechten Auszeichnungen in der Ninjaschule voranzukommen. Im weiteren Verlauf verfolgt man das Leben des Schülers Naruto Uzumaki und wie er sich langsam aber sicher den nötigen Respekt verschafft.
Kampf der Ninjas
Naruto Ultimate Ninja 3
Soweit zu den Grundkenntnissen der japanischen Manga- und Animeserie. Hauptmodus des neuesten Teils ist der "ultimative Wettkampf", welcher in Konoha ausgetragen wird. Der Sieger dieses "Battle Royal" Turniers darf ein neues Gesetz nach seinen Wünschen aufstellen, welches von allen Bewohnern akzeptiert werden muss. Soll die Nudelsuppe nun billiger, eine Tierklinik geöffnet oder das Barbecue für alle öffentlich gemacht werden? Jeder teilnehmende Ninja hat natürlich seine eigenen Wünsche, dem kleinen Naruto geht es aber einmal mehr darum, respektiert und anerkannt zu werden. Sein Ziel, der nächste Hokage zu werden, hat er nicht aus den Augen verloren.
Naruto Ultimate Ninja 3
Wie dem auch sei, wird das Abenteuer durch einige nette Videosequenzen eingeleitet. Zahlreiche bekannte Gesichter feiern ihr Comeback - zumindest für die Fans - so dass auch altbekannte Rivalitäten für ein wolliges Naruto-Feeling sorgen. Was wäre ein solcher Titel ohne die verachtende Haltung von Sakura, oder ohne einige Streitgespräch mit Sasuke? Euch wird das gesamte Dorf Konohagakure sowie einige Außenbezirke wie der Trainingsplatz, der Wald oder die heiße Quelle zur Verfügung gestellt. Frei von einem linearen Spielsystem könnt ihr euch nach Lust und Laune in diesen Arealen hinfort bewegen, mit den Dorfbewohnern reden und auch so manches Minispiel oder Training bestreiten. Dabei erhält man nicht nur reichlich Wissen, sondern auch zahlreiche Items, die den frischen Ninja neue Statuswerte verpassen oder zumindest im Kampf hilfreich unterstützen. Leider ist die Häuseransammlung eher trist und abstrakt ausgefallen. Auf den Straßen und in den Gassen trifft man nur selten auf ein menschliches Wesen und mit großem Abstand verteilt findet man diverse Objekte, die zerstört einige Münzen oder andere spezielle Dinge hervorbringen. Das "Open-World"-Prinzip wurde zwar umgesetzt, wirkt aber langweilig und eingeschränkt. Auch die RPG-Elemente sorgen nicht für den nötigen Kick. Rein statistisch ist der Stufenaufstieg zwar an den Zahlen erkennbar, doch deutliche spielerische Eigenschaften daraus sind nicht wirklich spürbar.
Gewohnt gute Inszenierung
Naruto Ultimate Ninja 3
Prinzipiell geht es in der Vor- und Endrunde des Turniers darum, genügend blaue und rote Kristalle einzusammeln. Diese erhaltet ihr für einfache kleine Missionen, in denen ihr hungrigen Kindern was zu Essen bringt oder die Medizin für ein krankes Mädchen beschafft. Hauptsächlich steht aber der Kampf mit den Rivalen im Vordergrund. Lauft ihr einem Gegner über den Weg, was dank undurchschaubarer Logik nicht immer so einfach ist, geht es nach einem kurzen verbalen Gefecht in das knallharte Duell - dem Kampf. Dieser wird, wie man es aus den Vorgängern gewohnt ist, stilvoll in einer gesonderten Arena durchgeführt, in der man in bester Beat'em'Up-Manier Backpfeifen austeilt. Neben cool inszenierten Schlägen und Tritten sorgen vor allem die Ninjafähigkeiten für atemberaubende Bildschirmsequenzen. Hat ein Ninja einmal sein Chakra entfaltet, zaubern animierte Sequenzen inklusive kleiner Quick-Time-Event-Einlagen ein unvergleichliches Erlebnis auf den Bildschirm.
Naruto Ultimate Ninja 3
Kenner der Serie werden unverändert zurechtkommen. Der Kern des Kampfsystems wurde aus den Vorgängern übernommen und mit einem letzten Feinschliff perfektioniert. Mitunter können die Charaktere nun die Form eines riesigen Monsters annehmen, zumindest wenn sie zuviele Treffer eingesteckt haben. Das kraftprotzende Ungetüm richtet dann ordentlich Schaden an, hat aber mit einigen Nachteilen, wie z. B. Schwerfälligkeit, zu kämpfen, welche es abzuwägen gilt. Prinzipiell machen die Auseinandersetzungen wieder ordentlich Spaß, manche der 20 Arenen sorgen auch mit mehreren Ebenen für viel Abwechslung, doch leider hat das Kampfsystem auch seine Schwächen: Mit nur einer einzigen Angriffstaste spiegelt sich sogleich auch die minimale Integration eines Beat'em'Up wieder, so dass "Soul Calibur" oder "Virtua Fighter" Anhänger nur müde gähnend auf "Ultimate Ninja 3" herabschauen. Denn sonderlich tiefgängig ist das System nicht. Einfaches Tastengehämmer und schnelle Aktionen reichen zumeist aus, um siegreich aus der Meinungsverschiedenheit herauszukommen.
Kurze Spieldauer, aber unglaublich viele Extras
Naruto Ultimate Ninja 3
Das schwache Kampfsystem ist mitunter auch der Grund, warum der zusätzliche Duellmodus nicht so richtig in Fahrt kommen möchte. Ihr könnt im Verlaufe des Spiels bis zu 40 unterschiedliche Charaktere mit all ihren Eigenschaften innerhalb der verschiedenen Modi freischalten, welche fortan für Versus-Einlagen zur Verfügung stehen. Angefangen bei den Freunden Narutos und dem Teamführer Kakashi Hatake, bis hin zu zahlreichen Gegenspielern ist alles vertreten, was in der TV-Serie einen Rang oder Name hat. Aber leider sorgt das eher minimalistische, wenn auch optisch atemberaubende Kampfspektakel dafür, dass ein Duell gegen einen Freund eher langweilig und ohne allzu großer taktischer Raffinesse ausfällt.
