Nicht nur alleine, auch zu Zweit kann man in Hellboy die Höllenkräfte entfesseln.
Köpfe einziehen und hoffen, des es einen verschont, die Rede ist von Lizenz-Spielen, die nur selten überzeugen können. Hellboy: The Science of Evil wurde um den einen oder anderen Monat verschoben, weswegen man zumindest annehmen kann, dass der rote Höllenjunge vielleicht doch eine gute Figur macht. Auf jeden Fall ist der Release-Zeitraum nicht so verkehrt gewählt, schließlich erscheint im Oktober 2008 auch der zweite Kinofilm.
Spüre meine übergroße Faust
Hellboy: The Science of Evil
Hasser interessanter Storys werden bei Hellboy: The Science of Evil schon mal glücklich sein. Unser sonnengebrannter Freund jagt erneut irgendwelche Viecher durch die Weltgeschichte und kommt zu Beginn des Spiels auf einem düsteren Friedhof an. Viel mehr bekommt man als Spieler nicht mit, auch wenn uns im späteren Verlauf einige Handlungshappen vorgeworfen werden. In den wenigen und kurzen Ingame-Sequenzen versucht Hellboy sarkastisch und cool herüber zu kommen, doch das Ganze wirkt irgendwie gequält und wenig glaubwürdig.
Hellboy: The Science of Evil
Kaum ist man im Spiel angekommen, muss man sich schon durch erste Gegnerhorden schlagen. Dabei trifft man auf Werwölfe, Hexen, Skelette, aggressive Urwaldeinwohner oder kleine Gnome, die uns mit ihren explosiven Köpfen bewerfen. Leider ist die Gegnerauswahl alles andere als üppig. Pro Kapitel, von denen es sechs an der Zahl gibt, treffen wir auf durchschnittlich 2-3 unterschiedliche Rabauken. Dafür umzingeln uns schon mal 10 und mehr Dämonen, was nicht heißt, dass das Spiel besonders schwierig ist. Während wir einen Schuft bearbeiten, ist es so, dass sich der Rest der Bande meist zurück hält, weswegen wir uns einen nach dem anderen vornehmen können. Nur selten gerät man dabei in Bedrängnis.
Hellboy: The Science of Evil
Hellboy hat bekanntlich einen dicken Steinarm, mit dem er auch ordentlich zuhaut. Mit einer Schlagtaste vollführt man gewöhnliche Schläge, während ein zweiter Button für schwerer Angriffe verantwortlich ist. Kloppt man also unkoordiniert auf das Gamepad, kann man reihenweise mächtige Angriffe entfachen. Ebenso ist es möglich sich beispielsweise einen Baumstamm oder eine Holzplanke zu schnappen, um damit auf die Gegner einzuprügeln. Das Kampfsystem ist sehr einfach gehalten, unterscheidet sich nicht von anderen Hack & Slay-Spielen, wirkt allerdings recht langsam, da Hellboy nicht der agilste Kämpfer ist.
Langeweile auf dem Friedhof
Hellboy: The Science of Evil
Interessant ist allerdings die Art, wie man sich seine Lebensenergie zurückholt. Dazu muss man einen Feind zuerst mit einige Schlägen bearbeiten, um ihn dann zu packen, das Opfer in die Luft zu schleudern und seine Energie anzuzapfen. Leider ist es im Eifer des Gefechts einfach zu fummelig, einen dieser Kerle zu erwischen. Dieses Feature schadet dem Spielverlauf mehr als es nützt, aber irgendwie muss man sich ja von der Konkurrenz abheben, auch wenn es in diesem Fall völlig unnötig ist. Da hätte man doch besser mehr Zeit in die Abwechslung investiert. Ein langweiliger Kampf folgt dem nächsten, bis ein Kraftfeld aufgelöst wird und man in das nächste Areal kommt. Ab und zu dürfen kleinere Rätsel gelöst werden, in denen man irgendwelche Laternen anzündet und dadurch ein Tor geöffnet wird, sehr spannend.
Hellboy: The Science of Evil
Selbst die wenigen Bosskämpfe könnten unspektakulärer nicht sein. Während man bei Genre-Kollegen auf gewissen RPG-Elemente zurückgreifen kann, fehlt dies bei Hellboy ebenfalls komplett. Die Motivation sinkt also unaufhörlich in den Keller. Übrigens trägt Hellboy auch seine dicke Pistole bei sich, die sich mit verschiedenen Munitionsarten bestücken lässt. Mit einer Patronensorte kann man beispielsweise verfluchte Särge "entfluchen", um kleinere Rätsle zu lösen. Die Zielerfassung geschieht zwar automatisch, will man sie aber auf einen anderen Feind schalten, muss man mit dem rechten Analog-Stick ein Fadenkreuz ziemlich umständlich auf den nächsten Feind bewegen. Ansonsten funktioniert die Steuerung ordentlich, wobei selbst die Kamera nur selten zickt, immerhin etwas. Das Spiel dürfte kaum länger als sechs Stunden dauern, leider sechs ziemlich langweilige und monotone Stunden. Etwas mehr Spaß macht da schon der Koop-Modus für zwei Spieler, der sich an einer Konsole und auch online spielen lässt. Der Wiederspielwert tendiert allerdings trotzdem gegen Null, da es bis auf einige geheime Artefakte nichts zu entdecken gibt.
Düstere Aussichten
Hellboy: The Science of Evil
Obwohl Hellboy: The Science of Evil grafisch keine Meilensteine setzen kann, zaubert die Grafik-Engine recht düstere Eindrücke auf den Bildschirm. Höhlen sind schummrig ausgeleuchtet, während in einem Wald ein mysteriöser Nebel die unheilvolle Stimmung vorantreibt. Auch einige nette Physik-Spielereien, Hellboy kann Felsen zertrümmern oder kleine Waldstücke abholzen, sowie die beispielsweise hübsche Wasserdarstellung, verhelfen dem Spiel zu einigen positiven Aspekten. Aber es wäre auch angenehm gewesen, wenn die PS3-Version nicht beinahe unaufhörlich in ein leichtes Dauerruckeln verfallen würde. Die englische Sprachausgabe kann sich hören lassen, ebenso wie der eigentlich stimmungsvolle, leider undynamische Soundtrack.
