Ein neuer Prinz mit neuer Begleitung in komplett neuem Ambiente, der uns voll und ganz überzeugen konnte.
Der Wind ist Frei, doch der Sand geht, wohin er weht.
Eigentlich hatte er nur kurz seinen Esel aus den Augen verloren, kein Wunder bei dem Sandsturm der ihn fast blind durch die Wüste stolpern lies. Doch hätte sich unser Prinz nie vorgestellt, dass ihn ein Ausrutscher in eine Schlucht nicht nur endgültig von seinem Esel trennt, der eine nicht unbeträchtliche Menge Gold transportierte, sondern ihn im wahrsten Sinne des Wortes in ein neues Abenteuer stürzte, und direkt in die Arme von Elika. Diese wiederum wusste offensichtlich ganz genau was sie wollte, nämlich weg von ihrem Vater um die Welt von der Finsternis zu befreien, die Ahriman über die einzelnen Gebiete des Reiches ihres Vaters gelegt hat. Ihr Volk nämlich hatte die Aufgabe den bösen Ahriman im Baum des Lebens gefangen zu halten, doch nach dem Tod der Königin verfiel der König in Trauer. Die Welt der Ahura zerfiel immer mehr, und nach Tausend Jahren wurde es Zeit zu handeln.
So also treffen unser Prinz und die Prinzessin Elika aufeinander, welche ab sofort ihr Schicksaal teilen. Gut, anfangs noch wehrt sich der Prinz, möchte lieber seinen Esel mit dem vielen Gold suchen, um sich die dicksten Teppiche der Welt kaufen zu können, doch wie so oft im Leben ist es das Schicksal welches zwei Menschen zusammenführt.
Prince of Persia
Das erste Kapitel von Prince of Persia, welches die eben beschriebene Geschichte erzählt, dient uns noch als Tutorial um uns mit den besonderen Fähigkeiten des Prinzen und von Elika vertraut zu machen. Diese haben erheblichen Einfluss auf das Gameplay, denn wir steuern im Grunde beide Charaktere, auch wenn wir vordergründig nur die Kontrolle über den Prinzen haben und uns Elika einfach folgt. Die erste Präsentation ihrer Macht bekommen wir geboten, wenn wir die Klauenhand des Prinzen, die dazu dient sich horizontal und vertikal an Wänden entlang bewegen zu können, falsch einsetzen und wir abstürzen. Dann nämlich kommt Elika unter Aufhebung der Schwerkraft auf uns zu und rettet uns, was ihr aber augenscheinlich viel Kraft kostet. Etwas später lernen wir diese Fähigkeit zu unserem Vorteil einzusetzen, beispielsweise um große Abgründe zu überwinden. Todesmutig können wir uns darüber stürzen, worauf ein Knopfdruck genügt und Elika ergreift uns in der Luft und schubst uns weiter. Reagieren wir hingegen nicht, fängt sie uns zwar auch auf, setzt uns aber wieder an der Absprungstelle ab, was uns natürlich nicht weiter bringt.
Prince of Persia
Dafür steht sie uns bei den Kämpfen wieder tatkräftig zur Seite. Unter zu Hilfenahme ihrer magischen Kräfte können wir sie wie eine zweite Kämpferin einsetzen, mit demselben Knopf der dazu dient sie uns zur Rettung zu rufen. Doch lasst mich dazu erst das komplett neue Kampfsystem des Prinzen erklären. Dies funktioniert auf recht einfache Weise, erzeugt aber ganz schön spektakulär und aufsehenerregende Kämpfe. Sobald uns ein Feind gegenübersteht, geht der Prinz automatisch in den Kampfmodus. Dabei gibt es eine Taste (X bzw. Quadrat) um mit dem Schwert anzugreifen, und eine andere (B bzw. Kreis) um den Klauenhandschuh einzusetzen. Zusätzlich können wir mit einer dritten Taste (A bzw. X) die Füße einsetzen, also den Gegner treten bzw. auf ihn springen. Das Interessante dabei sind die Kombinationsmöglichkeiten, wobei es sich als recht wirksam herausgestellt hat im ersten Schritt auf den Gegner zu springen, und dann eine Kombination aus Schwert und Klauenhieben nachzusetzen. Meist versucht der Gegner dann zurück zu schlagen, was wir mit der rechten Schultertaste (RT bzw. R2) abblocken und bestenfalls noch mit einer der beiden Schlagtasten kontern.
Prince of Persia
Und jetzt kommt Elika ins Spiel. Mit der verbliebenen vierten Taste (Y bzw. Dreieck) können wir ihre magischen Attacken auslösen, doch nur wenn wir nah genug am Gegner stehen, also in dessen Schlagreichweite sind. Das erfordert natürlich ein gewisses Timing, denn die Widersacher versuchen gerne in dem Augenblick ebenfalls zuzuschlagen. Den Schlag bekommen dann wir ab, also der Prinz, und nicht die flinke Elika, die sich grundsätzlich rechtzeitig zurück zieht. Besonders die größeren Gegner im Spiel verlangen eine ausgeklügelte Taktik um sie zu bezwingen. Beispielsweise begegnet uns recht schnell einer der großen Typen die sich auf konventionelle Art und Weise nicht besiegen lassen, weil sie durch das Schwert oder die Klaue des Prinzen keinen Schaden nehmen. Diese Gegner muss man unter zu Hilfenahme der Umgebung bezwingen. Wie das genau funktioniert, wird hier nicht verraten, wir wollen euch ja nicht den Spaß verderben. Der aufmerksame Leser aber wird bereits herausgehört haben, dass es immer nur einen Gegner gibt, niemals müssen sich die zwei mit mehreren gleichzeitig anlegen. Das ist der Fluch und Segen des neuen Kampfsystems zugleich.
Die Welt
Prince of Persia
Doch warum und gegen wen und wieso kämpfen die zwei Blaublütler eigentlich? Wie schon Eingangs beschrieben, sind die einzelnen Areale des Königreichs von der Dunkelheit infiziert. Und wie könnte es auch anders sein, unsere Aufgabe besteht darin sie von der Dunkelheit zu befreien. Dies geschieht indem wir uns in jedem der insgesamt 24 Areale bis zum Zentrum vorarbeiten, wo der finale Gegner wartet. Ist dieser bezwungen, verschwindet die Dunkelheit und das Areal blüht, im wahrsten Sinne des Wortes, auf. Dabei ändert sich der grafische Stil des Spiels komplett und es tauchen die wichtigen Lichtkeime auf, welche Elika für ihre magischen Fähigkeiten benötigt. Immer wenn wir eine bestimmte Anzahl dieser Lichtkeime eingesammelt haben, gewinnt sie eine Fähigkeit dazu. Dabei sollten wir mitnehmen was geht, denn was wir Anfangs nicht sammeln, fehlt uns später und dann die noch verbleibenden Keime in den einzelnen Arealen zu suchen ist recht zeitaufwändig.
Prince of Persia
Zudem ist es auch ein schönes Erlebnis die Welt, die eben noch finster und bedrohlich wirkte nun in erblühtem Zustand zu erleben. Oft hinterlassen die "befreiten" Areale einen komplett anderen Eindruck, wenn plötzlich alles voller Leben ist und es überall blüht und gedeiht. Und trotzdem fällt einem speziell in diesen Momenten auf, dass es im Spiel relativ karg ausgestattete Stellen gibt. Nicht, dass das aktuelle Prince of Persia schlecht aussehen würde. Ganz im Gegenteil entfaltet der eigenwillige Tuschezeichnungs-Stil eine ganz spezielle Faszination, doch trotzdem erkennt man als verwöhnter Zocker, dass der Detailgrad nicht der höchste ist. Dafür muss man aber wirklich und deutlich den homogenen Stil der Grafik loben, sowie die gelungenen Charaktere selbst. Allen voran natürlich unseren Prinzen und die Prinzessin Elika, die für die damalige Zeit vielleicht etwas zu leicht gekleidet scheint, was das Spielerherz aber sicher freut. Nicht zuletzt muss man erwähnen, dass Prince of Persia auf beiden Systemen, also der Xbox 360 ebenso wie der Playstation 3 ein 1080p-Signal ausgibt und nur ganz selten mal im Spiel ein Frame verliert. Das ist aber Gejammer auf ganz hohem Niveau, denn die Grafik des Titels lebt von dem einzigartigem Stil und dem Wechsel zwischen der Dunkelheit und dem Licht.
