Tornado im Gamezone-Test

Test Michael Stadler

Viel Wind um nichts, oder wie eine wirklich gute Idee ganz durchschnittlich umgesetzt werden kann.

Heutzutage wird die Welt regelmäßig von Naturkatastrophen heimgesucht. Seien es Waldbrände, Lawinen, Gewitterstürme, große Fluten oder Tornados. Wobei Tornados der Welt doch von Nutzen sein könnten; Zumindest glauben die Entwickler von "Ignition Entertainment" daran. Drum gaben sie ihrem neuen Werk für den Nintendo DS auch gleich den stürmisch klingenden Namen "Tornado". Ob sie damit wirklich einen unaufhaltbaren Orkan auf die Spieler losgelassen haben, oder ob "Tornado" nichts weiter ist als ein bisschen heiße Luft, erfahrt ihr im nun folgenden Test.

In einer Zeit vor unserem Land...

...streifte ein finsterer Planetensammler namens "The Prince" durch das Universum. In seiner Tasche befanden sich schon die glanzvollsten und prächtigsten Planeten die man sich überhaupt nur vorstellen kann. Doch wie für einen Sammler üblich, ist unser Prinz nie mit dem zufrieden was er hat. Eines Tages kommt ihm nun doch der eine Planet unter die Augen, nach welchem er sein ganzes Leben lang Ausschau gehalten hatte. Er war schöner als alle anderen Planeten in seiner Sammlung. Das Blöde daran ist nur, das dem Prinzen ausgerechnet unsere Erde so gut gefällt. Kurzerhand schmeißt "The Prince" seinen berühmt berüchtigten "Black Hole Device" - zu Deutsch eine Maschine die schwarze Löcher künstlich herstellen kann - an und beginnt die Erde aufzusaugen. Doch damit noch nicht genug, sind auch die "Cosmic Cleaners" zur gleichen Zeit auf der Erde zugange. Das ist - wie der Name schon verrät - das Putzpersonal des Universums. Hunde, Katzen und eine Hyäne haben sich unter unter der Führung eines Tigers zusammen getan, um alle Planeten von unnötigem und überflüssigem Müll zu befreien. Jedoch haben diese Tierchen speziellere Methoden als eine Müllzange oder einen blauen Müllsack. Sie drehen sich einfach so lange bis sie genug Wind aufwirbeln um als astreiner Tornado durchzugehen und dem Unrat ganz entschieden auf die Pelle zu rücken. Leider nützt letzten Endes alles drehen nichts, denn das schwarze Loch ist augenscheinlich stärker. Doch noch ist nicht aller Tage Abend, denn die "Cosmic Cleaners" haben sich vorgenommen den dunklen Prinzen zu bekämpfen und die Welt, so wie wir sie kennen, wieder herzustellen.

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Vom Winde verweht

Tornado Tornado So interessant die Hintergrundgeschichte ist, es bleibt jedoch ein fader Beigeschmack. Denn mit "Tornado" erfindet "Ignition" das Rad ganz und gar nicht neu, denn bei genauer Betrachtung erkennt man eine durchaus beliebte Spielidee wieder - quasi nur Seitenverkehrt. "Tornado" versteht sich als geringfügig abgeänderte Form von "My Beautiful Katamari". Ihr bekommt - nach der Charakterwahl - eine Aufgabe durch einen eurer Teammitglieder gestellt, die es in abwechslungsreichen Levels zu absolvieren gilt. So kommt ihr von Paris über London in die Wüste und in die Antarktis, um dort mal ordentlich für frischen Wind zu sorgen. Was anfänglich noch eine gewisse Unterhaltung bietet, wird spätestens mit dem "Game-Over"-Bildschirm in Frust umgewandelt. Dann geht das Spiel nämlich nicht in eine Art Untermenü über, wie man es normalerweise gewohnt ist, sondern startet das Spiel immer von Neuem. Nach der dritten verlorenen Runde werdet ihr den den kompletten Vorspann auswendig kennen! Zwar könnt ihr den Storymodus bei der zuletzt angefangenen Mission wieder aufnehmen; Dennoch ist es wirklich nervig immer wieder von vorne alles anschauen zu müssen - vor allem ohne Skip-Funktion. Wenn man nur hin und wieder "Game-Over" gehen würde, wäre das nicht so schlimm. Da das Spiel aber eine grobe Schwachstelle aufweist, erfreut euch der "'Game-Over" Bildschirm immer wieder!

Ja wo bin ich denn

Tornado Tornado Die Übersicht, bzw. eigentlich wohl mehr die nicht vorhandene Übersicht als auch die Kamera, welche viel zu nah am Geschehen dran ist, machen euch das Weltrettungsunterfangen zünftig schwer. Auch die Karte, zu finden auf dem oberen Bildschirm, hätte man sich getrost sparen können. Hier wird Übersicht ebenfalls klein geschrieben bzw. versteckt. Hinderlich ist das vor allem deshalb, weil ihr in den verschiedenen Level immer wieder wichtige Geräte zusammen"wirbeln" müsst. Auf einmal zu schaffen, ist fast unmöglich. Oftmals muss man ein Level teilweise vier bis fünf Mal spielen, bis man alle benötigten Teile bzw. Geräte wirklich ausfindig gemacht hat. Die Runde kann zwar immer wieder vor dem Ende abgebrochen und neu angefangen werden. Hat man diese Gelegenheit jedoch verpasst, weil man zum Beispiel nur noch ein Teil zu finden hat, wird das Spiel komplett neu gestartet. Somit beweist sich auch, dass selbst das tricksen im Spiel nicht einwandfrei funktioniert und keine wirkliche Lösung ist. Eines ist sicher klar: Motivation sieht anders aus.

Saubere Flaute

Tornado Tornado Wie verwandelt man ein Tier in eine der gefährlichsten Naturkatastrophen dieser Erde? Man malt Kreise! So fordert es zumindest die Steuerung in "Tornado". Ihr startet jedes Level mit dem Charakter, welcher eurer Meinung nach besten Attribute (Kraft, Geschwindigkeit, Energie) in sich vereint. Habt ihr euch entschieden, fangt ihr an mit dem Stylus so lange Kreise um euren Charakter zu zeichnen, bis er sich in einen Tornado des ersten Levels verwandelt hat. Danach könnt ihr euch frei auf der meist recht üppig ausgestatteten Karte austoben. Zumindest so weit es die Kamera als auch die jeweiligen Level zulassen. Denn im ersten Level könnt ihr nur kleine Gegenstände, wie z.B. Bäume und Laternen aufsaugen. Getreu dem Motto "Kleinvieh macht auch Mist" müsst ihre euch Level um Level nach oben zwirbeln. Das heißt: Je höher euer Level, desto größer die Gegenstände, die ihr aufnehmen könnt. Bis ihr aber so weit seid, auch große Geschütze in eurem Sog mitzunehmen, heißt es für euch wirklich kämpfen, denn eure Geduld wird auf eine harte Probe gestellt. Die ersten Level sind überproportional schwer ausgefallen und hier fällt besonders auf, dass das Spiel an einer schlechter Übersicht und einer unglücklich postierter Kamera krankt.

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