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GTI Club+Playstation 3-Review von Jonas Küßner (18.12.2008)Als Konami 1996 den Arcade-Titel GTI Club veröffentlichte, beschritt man im Genre der Rennspiele neues Terrain. Eine frei befahrbare Stadt, die unzählige Möglichkeiten an Abkürzungen bot, eine Handbremsen-Funktion, die schnelles und zielgenaues Kurven-Handling ermöglichte und eine für damalige Verhältnisse tolle Grafik – im Gegensatz zu aktuellen Spielen nahm man all das noch nicht für selbstverständlich. Nun, knapp 12 Jahre später, kam mit GTI Club+ eine überarbeitete Version in den Playstation Network Store, welche das bekannte Spielgefühl wieder aufleben lassen soll. Stellt sich nur die Frage, ob der mittlerweile betagte Titel, um dessen Portierung sich das Entwicklerteam von Sumo Digital (u.a. Virtua Tennis 3, Sega Superstar Tennis) gekümmert hat, auch heute noch für Spaß am Controller sorgen kann. Get the Flash Player to see this player. ![]() GTI Club+Die Steuerung geht leicht von der Hand und ist intuitiv und somit schnell zu erlernen. So hat man zu Beginn eines Rennens die Möglichkeit, sich zwischen automatischer und manueller Gangschaltung zu entscheiden, fortan müssen daneben lediglich der linke Analogstick und die hinteren L-Tasten zum Gasgeben und Bremsen genutzt werden. Zwar reagiert GTI Club+ recht empfindlich auf die Eingaben des Nutzers, was den einen oder anderen Crash zur Folge hat, jedoch gewöhnt man sich recht schnell daran. Und hat man nach wenigen Rennen die Steuerung drauf, erfreut man sich an den schnellen und unkomplizierten Manövern, die man mit Hilfe der Handbremse durchführen kann. ![]() GTI Club+Im Kampf um den höchsten Podiumsplatz stellt man sich sieben KI-Konkurrenten, die sich strikt an einen einprogrammierten Kurs halten. Dabei wird zu keiner Zeit auf den Spieler geachtet, sondern sich nur an die Ideallinie gehalten, was dazu führt, dass man den Gegnern bei optimaler Streckennutzung schlicht davonfährt. Zwar hält sich GTI Club+ an das Gummibandprinzip, fährt man selbst davon, fahren also auch die Gegner schneller, dennoch scheinen sie mit der geistigen Überlegenheit des Spielers nicht zurecht zu kommen. Hat man einmal den Dreh raus, ist es ein leichtes, den Sieg nach Hause zu fahren. Achten muss man zudem auf ein begrenztes Zeitfenster, das sich durch Erreichen diverser Checkpoints aufstocken lässt. Ist es jedoch einmal unterschritten, wird das Rennen unmittelbar beendet. ![]() GTI Club+Erschwert wird das Ganze ferner durch Stadtverkehr in Sonntagsfahrermanier, die ab dem mittleren Schwierigkeitsgrad hinzu geschaltet werden. So muss man sich in Höchstgeschwindigkeit den vor sich hin tuckernden Franzosen ausweichen, um nicht wertvolle Zeit zu verlieren. Kollidiert man nämlich mit einem Fahrzeug, dreht man sich ein paar Mal schnell um die eigene Achse und benötigt wieder ein wenig Zeit, um die Höchstgeschwindigkeit erneut herzustellen. Was bei wiederholtem Spiel auffällt, ist das sich diese Fahrzeuge nicht etwa frei durch die Stadt bewegen, sondern während jeder bestimmten Runde zur gleichen Zeit am gleichen Ort befinden. Fährt man also beispielsweise drei Mal auf Schwer in Runde zwei an der gleichen Stelle vorbei, wird man auch drei Mal auf dieselbe Ansammlung an Fahrzeugen stoßen. ![]() GTI Club+Apropos Kollisionsabfrage: Eine der größten Schwächen von GTI Club+ sind Hindernisse auf der Strecke, die man als solche gar nicht erkennt. So genannte unsichtbare Wände sorgen des Öfteren für Verwirrung und Ärgernis beim Spieler, an manchen Stellen befinden sich die Streckenbegrenzungen geschätzt einen virtuellen Meter von der eigentlichen Barriere entfernt. Die Bäume im äußeren Bereich der Stadt hingegen können ohne jeglichen Widerstand durchfahren werden – all das sollte heutzutage in einem Rennspiel nicht mehr vorkommen. Auch die Tatsache, dass man sich ein ums andere Mal ohne ersichtlichen Grund überschlägt, schlägt gehörig auf die Nerven. Aus alt mach neu… ![]() GTI Club+Wie bereits erwähnt gleicht GTI Club+ dem Original sehr, im Bezug auf die Grafik hat sich jedoch einiges getan. Statt auf ein verpixeltes Bild schaut man nun auf eine nette Darstellung in 720p, die fast durchgehend mit 60fps und ruckelfrei daherkommt. Zwar sind die Texturen längst nicht auf dem aktuellen Stand der Dinge, für einen PSN-Titel kann man die Grafik jedoch als gelungen bezeichnen. Das fängt bei dem schönen Blick auf das Mittelmeer an und geht bei den frei wählbaren Designs der Wagen weiter, wirkliche HD-Grafik wie etwa bei Race Driver: GRID darf man nicht erwarten – auch ein Schadensmodell wird man nicht zu sehen bekommen, es Sprühen lediglich ein paar Funken, wenn man mit seinen Gegnern zusammenstößt. Das HUD ist recht simpel gehalten, verinnerlicht jedoch alle notwendigen Informationen, die man während des Spielens benötigt. Die aktuelle Platzierung, die verbleibende und die aktuelle Rundenzeit, Geschwindigkeit und der Gang, in welchem man sich gerade befindet – alles wird übersichtlich und gut eingeteilt auf dem Bildschirm dargestellt. Auch eine hilfreiche Minikarte mitsamt Ideallinie ist zu sehen, sodass man sich nur schwer verfahren kann. ![]() GTI Club+Soundtechnisch fällt die Wertung hingegen ein wenig ernüchternd aus, da man nur ein zweiteiliges Musikstück serviert bekommt. Die angenehmen, flotten elektronischen Beats untermalen jedoch das Spielgeschehen gekonnt und es fällt auch nicht weiter auf, dass sich die Tonfolgen stets wiederholen. Hinzukommt ein recht wortkarger Kommentator, dessen Wortschatz sich auf „Watch out, behind you“, wenn sich ein gegnerischer Fahrer unmittelbar hinter einem befindet und „Extra time“ beim Durchfahren eines Checkpoints begrenzt. 1 | 2 | Nächste Seite >> |
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