AMF Bowling Pinbusters! beweist mal wieder eindrucksvoll wieso man nicht jeden Sport auf jeder Konsole umsetzen kann.
Samstag Abend: Ihr, eine Bowling-Bahn und viele Freunde die mit euch auf die Jagd nach erfolgreich umgeworfenen Pin-Punkten gehen. Ein Idyll für jeden Hobby- oder Gesellschaftsbowler. Doch was tun wenn man z.B. gerade in der allmorgendlichen U-Bahn sitzt und sich nach so einem Bowling-Abend sehnt? Vielleicht hat das Entwickler-Studio namens "Vir2L" mit "AMF Bowling Pinbusters!" eine Lösung für dieses Problem parat. Alles was ihr benötigt ist euer Nintendo DS und selbstverständlich das Spiele-Modul. Also haben wir mal eine mehr oder weniger ruhige Kugel geschoben und sind auf Tuchfühlung mit den Pins gegangen.
Erklärungen sind unnütz
AMF Bowling: Pinbusters!
Eine Story oder Einleitung ist in "AMF Bowling Pinbusters!" nicht vorhanden. Ihr werdet sozusagen ins eiskalte Wasser geschmissen. Ihr wählt zunächst einen von zwei Charakteren und könnt dann im Anschluss zwischen verschiedenen Spielmodi wie zum Beispiel "Einzelspiel" oder "WM" auswählen. Egal für welchen Modus ihr euch entscheidet, ein erklärendes Tutorial sucht ihr vergeblich. Selbst der Menüpunkt mit dem Namen "Übung" setzt dummerweise auch schon die Vertrautheit mit der Basissteuerung voraus und ist somit für einen Anfänger - womit jeder gemeint ist, der das Spiel neu erwirbt - vollkommen unnütz.
"Sparta" lässt grüßen
AMF Bowling: Pinbusters!
Das Adjektiv "spartanisch" scheint die Schirmherrschaft bei der Entwicklung des Spiels inne gehabt zu haben, denn auch die Steuerung erweist sich als überaus nüchtern. Eine Taste (A) und das Steuerkreuz reichen nämlich vollkommen aus. So richtet ihr zunächst vor jedem Wurf eure Spielfigur wahlweise nach links oder rechts aus. Danach bestätigt ihr mit dem A-Knopf und seht euer alter Ego von schräg vorne. Nun geht es darum die Kraft für den Wurf zu bestimmen. Wiederum mit A leitet ihr den eigentlichen Abwurf der Bowlingkugel ein und holt Schwung. Dabei kommt eine Kraft-Leiste ins Bild, welche wie ein Halbkreis gehalten ist und durch den ihr eurer Kugel Schwung verleiht. Je nachdem an welchem Punkt ihr dann erneut den A-Knopf drückt, löst ihr den tatsächlichen Wurf aus und eure Kugel schießt in Richtung der Pins. Spätestens in diesem Moment werdet ihr sehen, ob ihr euch beim Ausrichten des Spielers arg vertan habt oder nicht. Sollte dies der Fall sein, könnt ihr die Kugel auf der Bahn mit dem Steuerkreuz noch ein Stück weit im Kurs korrigieren.
Eine halbe Stunde ist mal ganz nett ...
AMF Bowling: Pinbusters!
Besonders gut und schnell gespielte Kugeln füllen einen Energiebalken auf. Ist dieser voll könnt ihr mit einer Spezialattacke euren Gegner für eine Runde im Wurf behindern. Mag das gesamte Spielprinzip, inkl. Gegner behindern, anfänglichen noch ganz erfrischend und nett wirken, wird dieses Prozedere nach spätestens einer halben Stunde immer ermüdender und langweilender. Dabei nervt besonders, dass ihr eurem CPU-Gegner immer wieder zusehen müsst wenn er an der Reihe ist. Hier wäre eine Skip-Funktion mehr als nur erleichternd gewesen. Dafür wissen die Bowlingbahnen im Spiel zu gefallen. So bowlt ihr u.a. auf Fußballfeldern, 70er Jahre Diskos und anderen ausgefallenen Bahnen. Im Gegensatz dazu sind die Animationen der Spielfiguren und deren grafische Darstellung in sich einfach nur veraltet und verursachen Augenschmerzen. Die Vertonung ereilt das gleiche Schicksal wie den Spielspaß. Es geht nur 30 Minuten gut, danach lässt man lieber etwas anderes im Hintergrund laufen - denn so hart es ist, aber jede Fahrstuhl-Begleitmusik weiß auf Dauer die Ohren mehr zu erfreuen als die auf dem Modul bereit gestellte Dudelei.
AMF Bowling: Pinbusters!
Spaß für deutlich mehr als nur eine halbe Stunde kommt in "AMF Bowling Pinbusters!" dann auf, wenn man einen zweiten menschlichen Mitspieler gefunden hat. Dem sieht man dann auch gerne beim Wurf zu oder bekämpft ihn gerne mit der ein oder anderen Spezialattacke. Durch die Unterhaltungen zwischen den einzelnen Würfen wird die Langeweile zumindest reduziert und man ist in der Lage dem virtuellen Bowlen den nötigen Witz zu verpassen. Jedoch sollte man bedenken, dass jeder Spieler ein eigenes Modul benötigt.
