Wir haben den Strategieboliden unter die Lupe genommen und waren von überragender Technik und dem Gameplay überzeugt.
Mit Empire: Total War veröffentlichen Creative Assembly aus Großbritannien den nunmehr fünften Teil der beliebten Total War-Reihe, die Echtzeitstrategie par exellence bietet. Angefangen hatte alles im Juni 2000 mit Shogun: Total War, das ein japanisches Szenario im frühen Mittelalter bot. Eine Fortsetzung fand der Titel mit Medieval: Total War, dessen Szenario zwischen 1087 und 1453 in Europa angesiedelt war. Rome: Total War behandelte, wie der Name vermuten lässt, die römische Ära, wohingegen Medieval 2: Total War erneuet das Mittelalter zum Thema hatte, diesmal aber in Europa, Nordafrika, dem Nahen Osten und Teilen Amerikas. Was der aktuelle Part, der das 18. Jahrhundert thematisiert, so hergibt, haben wir getestet.
Empire: Total War
Angesiedelt ist Empire: Total War zu einem großen Teil in der "neuen Welt". In drei Kampagnen-Teile gesplittet erobert man erst auf britischer Seite die Ostküste, kämpft dann mit General George Washington in der zweiten Kampagne um die Unabhängigkeit von den Briten und spielt letztlich in Part Drei die Vereinigten Staaten Amerikas. Begleitet werden diese Abschnitte jeweils mit hübsch gerenderten Zwischensequenzen, die historische Momente und Zweigpunkte wie die Boston Tea-Party zeigen.
Die Strategiekarte
Empire: Total War
Ins Spiel startet man zu Beginn der Kampagne mit der Kolonie Jamestown, die man befestigen und zu einem autarken Gebiet ausbauen soll. Vor allem die Franzosen haben es sich aber auch in dem beschaulichen Gebiet rund um Virginia gemütlich gemacht und sind scharf auf unsere Ländereien. In den Kampagnen bietet Empire: Total War, wie in allen anderen Teilen auch, ein zweiteiliges Gameplay: auf einer Übersichtskarte plant der Spieler die Expansion seines Reiches, in Schlachten schaltet man in den Echtzeit-Modus über oder lässt sie vom PC automatisch ausführen. Die hübsch animierte 3D-Karte ist in unterschiedliche Territorien unterteilt, in dem je eine Hauptstadt steht. Jedes Gebiet weist eigene Ressourcen auf und soll so den Handel vorantreiben und zusätzlich die spielerische Vielfalt sichern. Das System macht damit ein mehrgleisiges Vorgehen notwendig, Monokulturen sind nur wenig sinnvoll. Die Anzahl an Soldaten und Gold beschränkt sich im neuen Total War durch die Population der eigenen Ländereien, diese ist von einem Zufriedenheitssystem abhängig. Wie in Aufbauspielen gilt es nun, die Bevölkerung "glücklich" zu machen und ihre Bedürfnisse zu befriedigen, um weitere Menschen anzulocken, die dann schließlich Siedlungen gründen welche zu Dörfern und Städten expandieren können.
Kampagnentrailer zu Empire: Total War
Empire: Total War
Auf der Karte angezeigt werden außerdem die Heerführer und wichtigen Aspekte einer Armee. Dazu gesellen sich nun sogenannte Gentlemen, die einerseits Forschungsboni vergeben, sich andererseits aber mit Gentlemen anderer Territorien duellieren können, womit man den Feind letztlich empfindlich schwächen kann. Der Ausgang des Duells wird in humorvollen Zwischensequenzen verdeutlicht, neben Sieg und Niederlage können aber auch beide Duellanten, je nach Können und Disziplin, entweder verfehlen oder gar fliehen, was einem einen Imageschaden unter den Verbündeten beschert. Kann der Gegner einen Gentleman nicht vertreiben, kann dieser die Universitäten und Schulen "plündern" und so feindliche Technologien stehlen, ohne selbst Zeit und Geld darin investiert zu haben. Den Gentleman ähnlich sind Agenten, welche jedoch ihr Spezialgebiet im Infiltrieren, Sabotieren und Meucheln sehen.
Empire: Total War
Um seine Gegner zu schwächen gilt es aber auch diesmal wieder, seine Truppen rundenbasierend über die Karte zu schicken, um sie so möglichst gut zu positionieren. Auf Knopfdruck lässt sich so anzeigen, wie weit Einheiten noch in einer Runde gehen können, auch ist es nun möglich mehrere Schritte hintereinander zu machen. Diplomatie findet nach wie vor in einem recht übersichtlichen Menü mit den verschiedensten Arten von Korrespondenz und bilateraler Kommunikation statt. Ob jedoch Verbündete Gold und Truppen schicken, wenn man sie anfordert, hängt maßgeblich an der Zusammenarbeit zuvor ab, hier hat sich die KI maßgeblich verbessert. So merken sich die Co-Fürsten jeden Schritt unsererseits und werden Feigheit, ausgeschlagene Forderungen und schlecht ausgeführte Züge mit Ignoranz und Auflösung von Allianzen vergelten.
Empire: Total War
Neben diplomatischen Verhältnissen kann man noch Handelsrouten etablieren. Diese verlaufen entweder über den Wasserweg oder aber über Land. Gehandelt werden alle Güter zu einem Weltmarktpreis, der je nach Angebot und Nachfrage dynamisch errechnet wird. Vor allem die Seewege sind hier jedoch gefährlich, denn Handelsrouten hat man nur selten für sich allein: häufig kreuzen sich die Routen der Feinde mit der eigenen und Kämpfe sind da vorprogrammiert. Wer selbst eifrig nach Gold sucht kann indes mit seinen Schiffen eine fremde Route besetzen und durch Piraterie von jedem Kahn 10% abzweigen. Das jedoch setzt eine einsatzbereite und taugliche Marine voraus, denn lange lässt sich diese Form der Piraterie niemand gefallen. Schiffe haben indes einen höheren Segelradius, als Landeinheiten, was zuweilen damit zusammenhängt, dass lange Törns sich sonst wohl über mehrere Runden hinziehen würden.
