Ein erneuter Versuch From´s das Genre aufzupolieren um wieder an der Spitze mitmischen zu können.
Dank der letzten beiden Ausflüge der Tenchu Reihe versprüht der altehrwürdige Name, welcher seit 1998 im Reich der Videospiele herumgeistert, nicht gerade sonderlich viel Vorfreude. Der technische Misserfolg von "Tenchu Z" auf der Xbox 360, als auch das extrem mies geratene DS-Abenteuer "Tenchu - Dark Secret" sorgen dafür, dass jegliche Freude an Ninja-Schleichereien der Vergangenheit angehört. Dennoch schickt sich From Software erneut an, das Genre aufzupolieren und endlich wieder an der Spitze der Schleichspiele mitmischen zu können. Dank der Bewegungssteuerung sorgt die neue Nintendo Wii Fassung für eine priese frischen Wind. Doch stellt sich auch hier unweigerlich die Frage, ob der Entwickler endlich die Schwächen der neuern Generation an Tenchu-Spielen gemeistert hat, oder abermals mit "Shadow Assassins" in der Senke motivationsloser Aufgüsse versinkt?
Tenchu: Shadow Assassins
Nach dem Start der Nintendo Konsole verfliegt (zunächst) das unbehagliche Gefühl der Vorurteile, denn ein äußerst schick inszeniertes Video lässt nicht nur Wii-Spieler begeistert vor der Glotze abhängen, sondern das Gefühl einer gelungenen Inkarnation der Tenchu-Reihe aufkommen. Die wunderschöne operettenhafte Arie gesungen in glasklarer deutscher Sprache geht ins Ohr und die dazu gezeigten Bilder versprechen ein aufregendes, attraktiv inszeniertes und spannendes Ninja-Abenteuer. So darf der Titel definitiv weitergehen!
Tenchu: Shadow Assassins
Das Hauptspiel, dem Storymodus von "Shadow Assassins", versetzt euch einmal mehr in das feudale Japan, in welchem Samurais die Beschützer der Dörfer darstellen und Gaishas die Welt verzaubern. Altbekannte Gesichter erfreuen zwar jedes Tenchu-Herz, sorgen aber für ein trügerisch mulmiges Gefühl im Magen - ist "Shadow Assassins" doch wieder nur ein müder Abklatsch vergangener Tage? Die Vorurteile kurz beiseite gelegt, stellen sich Ninjaheld Rikimaru und seine Kollegin Ayame vor, beide weiterhin Lord Goda unterstellt. Aus ihrer ersten Mission bringen sie keine allzu guten Nachrichten mit. Ein Waffenlager wurde entdeckt und es besteht der Verdacht, dass ein Krieg bevorsteht. Kennen wir die ganze Geschichte nicht irgendwie schon? Wurde das nicht schon zig mal durchgekauft? Egal, die Story rund um gierige Nachbarn, einer entführten Tochter des Meisters und japanischen Machtleuten ist schließlich gut gestrickt und dient hauptsächlich, die insgesamt zehn Missionen zusammen zu halten.
Meistere die tödlichen Ninja-Techniken
Tenchu: Shadow Assassins
Im Schatten der Nacht durchforsten die beiden Ninjas Rikimaru oder Ayame Dörfer, Tempelanlagen und Holzverschläge, um letztendlich eine Zielperson auffinden oder ausschalten zu können. Die Schwärze ist stets ein Begleiter und Freund, verhindert die dunkle Nacht doch, von Wachen und anderen Feinden gesichtet zu werden. Von Busch zu Busch huschend, schatten werfende Wände ausnutzend und unter Häusern entlang kriechend schleicht man sich dem eigentlichen Ziel entgegen. Für alte Ninja-Haudegen sicherlich nichts besonderes, doch den Entwicklern von From Software gelingt auf der Nintendo Wii eine durchaus gelungene Inszenierung der Schleichspiele.
Tenchu: Shadow Assassins
Wabernde schwarze Schatten deuten immer darauf hin, dass man sich in diesem Gebiet ungehindert und vor allem ungesehen bewegen kann - der Mond rechts unten wird dunkel und vernebelt. Mit einem Schwung der Wii-Remote rollt sich der Ninja von Versteck zu Versteck und ein kurzer Kopfdruck reicht schon aus, um Kerzen oder Fackeln auszupusten. Gewiefte Meuchelmörder nutzen ihre Umgebung aus und klettern auf Dachbalken oder unter das Haus, um nicht von den patrouillierenden Wachen entdeckt zu werden. Sobald Rikimaru oder Ayame aber ins Licht treten, verschwindet der Neben auf der Mondanzeige und man ist den Augen der Wächter ausgeliefert, sofern sich diese in der Nähe befinden. Wird man entdeckt, hat man oftmals noch durch Schütteln der Wii-Remote die Möglichkeit, im letzten Bruchteil einer Sekunde in ein Versteck zu huschen.
Tenchu: Shadow Assassins
Direkt aus einem Schlupfwinkel heraus, aber auch wenn man sich von hinten an einen Feind heran schleicht, kann man mit einem so genannten "Hissatsu" (Todesstoß) die Wache fast lautlos ausschalten. In einem kurzen Gerangel entwendet man das Katana des Gegners und ersticht ihn kompromisslos, zieht den Feind unters Wasser, dreht ihm von der Decke herabhängend das Genick um oder spielt mit der Levelumgebung und lässt die Flammen den Todesstoß verrichten. Bis zu dreizehn tödliche Manöver haben die Schleichninjas auf der Nintendo Wii drauf, die abwechslungsreich und je nach Ausgangsposition zum Einsatz kommen. Darüber hinaus hat man den Todesakt cineastisch in Szene gesetzt und zeigt das Geschehen aus gekonnt positionierten Kameraperspektiven. Überzogen brutal wirkt der Titel trotz seiner Freigabe ab 18 Jahren aber zu keiner Zeit, da sich ein Ninja nicht am Blut seiner Feinde ergötzt und dem Widersache einen schnellen Tod gönnt.
In die eigene Falle tappend
Tenchu: Shadow Assassins
Ohne Feindkontakt ist keine der zehn Missionen zu meistern. Es wird immer wieder Situationen geben, in denen patrouillierenden Wächter nicht umlaufen werden können. Dazu trägt vor allem auch das streng lineare Leveldesign bei, denn allzu viele Alternativrouten werden leider nicht geboten. Mit dem Kopf durch die Wand, oder den Controller auf die Seite legen - das war es in den meisten Fällen auch schon. Daher werden die Ninja-Techniken allzu häufig eingesetzt. Sobald ein Feind in der Nähe ist, sei es, dass er sich am Versteck vorbei bewegt oder Rikimaru bzw. Ayame sich von hinten herangeschlichen haben, zeigt ein verschwommenes Bild und die A-Taste an, dass man einen Hissatsu durchführen kann. Anschließend müssen mit der Wii-Remote und/oder dem Nunchuck bestimmte Bewegungen für den Todesschlag durchgeführt werden.
