Killzone 2 im Gamezone-Test

Test Jonas Küßner

Guerilla Games haben ganze Arbeit geleistet und kredenzen uns mit Killzone 2 einen ausgereiften Egoshooter.

Killzone 2 Killzone 2 Wie für einen Ego-Shooter üblich, findet man im Zuge des Spielverlaufes dutzende Waffen, mit denen man sich gegen die scheinbare Übermacht zur Wehr setzen kann. So stehen neben Maschinen- und gewöhnlichen Pistolen auch Scharfschützengewehre und Flammenwerfer bereit, später kann man sich auch mit einem Bolzenschussgerät, welches Gegner gar an die Wand tackern kann, und einem Stromverteiler vergnügen. Dabei fühlt sich das Tragen jeder Waffe ein wenig anders an, sodass man bei größeren Kalibern ein wenig in der Bewegung eingeschränkt ist, was man steuerungstechnisch jedoch schnell verinnerlicht. Leider kann man neben der Pistole, die man stets im Gepäck hat, nur eine weitere Waffe mit auf Reisen nehmen, was im Gefecht durchaus Nachteile haben kann. Hat man etwa gerade den Flammenwerfer zur Hand, kann man geradewegs in ein weitläufiges Gebiet vorstoßen, in welchem man mit seiner Primärwaffe folglich kaum etwas anrichten kann. Drum bleibt man meist in Besitz des Maschinengewehres, das sowohl für Nah- und Fernkämpfe geeignet ist.

Killzone 2 Killzone 2 Auch in Sachen Steuerung gibt sich Killzone 2 keine Blöße. Fühlt es sich zu Beginn ein wenig träge und ungenau an, hat man recht schnell den Dreh raus und wird nach kurzer Eingewöhnungszeit exakt das Gegenteil behaupten. Dabei läuft man wie gewohnt mit dem linken Analogstick durch die Umgebung, während man sich mit dem rechten in der Spielwelt umschaut. Etwas umständlich zu erreichen ist das genauere Zielen, das nicht wie in den meisten Spielen auf L1 gelegt worden ist, sondern per Druck auf den rechten Stick aktiviert wird. Auf R1 betätigt man seine Waffe, auf R2 wirft man mit Granaten um sich und mit L2 ist man in der Lage sich zu ducken, was auf dem Schlachtfeld erhebliche Vorteile hat, da man kein Kanonenfutter für seine Gegner mehr ist. Begibt man sich in die Nähe eines Objektes, hinter dem man sich verstecken kann, so hat man zudem noch die Möglichkeit, blind aus dieser Position heraus nach vorne zu schießen oder ein wenig nach oben oder zu den Seiten herauszuschauen, um von dort seine Feinde aufs Korn zu nehmen. Auch stehen weitere Hilfestellungen zur Verfügung, beispielsweise kann man sich per Knopfdruck den Weg zum nächsten Ziel anzeigen lassen, sodass man nicht blind durch das streng lineare Leveldesign laufen muss. Die Sixaxis-Funktion des gleichnamigen Controllers wird ebenso genutzt, wenn auch nur spärlich. Lediglich beim Anbringen von Sprengsätzen oder der Nutzung von Hebeln muss man seinen Drücker ein wenig zur Seite lenken.

Auch bietet Killzone 2 einen Haufen freischaltbare Elemente wie etwa Wallpaper oder Videos, die man nach erreichen diverser Erfolge herunterladen kann. Selbstredend ist auch die Trophy-Funktion der Playstation 3 integriert, sodass man spätestens beim zweiten Durchspielen beispielsweise nach Geheimdienstkoffern oder Helghast-Zeichen Ausschau hält, einen höheren Schwierigkeitsgrad ausprobiert oder gar versucht, das Spiel ohne zu sterben zu absolvieren.

Ein technisches Meisterwerk?

Killzone 2 Killzone 2 Entgegen diverser Befürchtungen, was das Gameplay anbetrifft, stand angesichts der vielen Videos, die im Vorfeld der Veröffentlichung im Internet auftauchten, eines zu keiner Zeit in Frage: die Grafik. Was 2005 in der bereits erwähnten Tech-Demo zu sehen war und zum damaligen Zeitpunkt als (für die Playstation 3) technisch unmöglich galt, wird 2009 fast genauso in Killzone 2 umgesetzt. Spektakuläre Explosionen, eine wunderschön in Szene gesetzte Ruinenstadt und tollen Texturen, die nur zum Teil beim näheren Betrachten etwas pixelig erscheinen - hier stimmt das Gesamtbild, mit welchem als Primus sich die kommenden Spiele vergleichen lassen müssen.

Killzone 2 Killzone 2 Dank der Havok Phyik-Engine fliegen Objekte und Körper realistisch durch die Gegend, während Granateneinschläge Staub und Feuerrauch durch die Gegend wirbeln lassen. Auch lassen sich viele in den Levels verstreute Gegenstände zerschießen, sodass diese, falls sie den Helghast zuvor Deckung boten, das Schussfeld auf letztere freigeben. Allgemein sind die Orte, die man während des Spielens entdeckt, erstaunlich detailgetreu erstellt worden, sodass sie trotz der todbringenden Atmosphäre der fast komplett zerstörten Stadt Leben einhauchen. Am meisten beeindruckt wird man jedoch von den Animationen sein, welche man den Charakteren mit auf den Weg gegeben hat. So verhalten sich die Mit- und Gegenspieler, je nachdem wo sie getroffen worden sind, anders, halten sich das Gesicht bei einem Kopftreffer, oder knicken bei einem Knieschuss ein. Das schaut zum Teil erstaunlich, gar erschreckend realistisch aus und gab es in dieser Form und in diesem Detailgrad zuvor noch bei keinem anderen Videospiel.

Killzone 2 Killzone 2 Auch Soundtechnisch hat Killzone 2 einiges zu bieten, dank voller 7.1 Surround-Sound-Unterstützung weiß man - natürlich falls die entsprechende Technik vorhanden ist - genau wo sich was Abspielt. Überall nimmt man Schüsse und Explosionen wahr, Parolen beider Seiten dröhnen aus diversen Lautsprechern und auch Helghast- sowie ISA-Einheiten haben immer einen Spruch auf Lager. Dazu gesellt sich ein toller Soundtrack, der zur Spielsituation passend im Hintergrund läuft, meist aber bombastische Töne anschlägt und die hitzigen Gefechte perfekt untermalen kann. Die deutsche Synchronisation der Charaktere kommt qualitativ zwar nicht an das englische Original heran, ist jedoch erfreulich professionell umgesetzt worden und lässt zu keiner Zeit zu wünschen übrig. Ein wenig nervt jedoch die zum Großteil unsynchrone Lippenbewegung während der Zwischensequenzen, sodass man sich scheinbar stummen Bauchrednern gegenüber sieht.

Killzone 2 Killzone 2 Ein paar technische Schwierigkeiten kann Killzone 2 jedoch auch nicht abstreiten. So kommt es bei Gefechten mit sehr großer Gegneranzahl gelegentlich zu einem leichten Ruckeln, das jedoch ebenso schnell wieder verschwindet wie es aufgetaucht ist. Ebenso fallen oft mehrere Sekunden lange Ladezeiten zwischen einzelnen Checkpoints auf, die das Spiel immer wieder unterbrechen. Auch ärgert die Tatsache, dass das Spiel lediglich eine Auflösung in 720p unterstützt und kein FullHD-Bild liefert, was dahingegen wohl noch größere Ruckler zur Folge hätte. Alles in allem sind die eben aufgezählten Aspekte nur Randerscheinungen, die den Spielspaß jedenfalls zu keiner Zeit trüben können.

Hast du das Zeug zum General?

Wer sich an der Einzelspielerkampagne satt gesehen hat, hat die Möglichkeit, sein Können auch online unter Beweis zu stellen. In der so genannten Kriegszone kann auf Servern mit bis zu 31 weiteren Spielern zocken, Clans gründen oder beitreten oder sich dutzende Statistiken zur Gemüte führen. Ferner hat man zudem die Möglichkeit, offline gegen Bots die verschiedenen Maps auszuprobieren, falls man sich für Online-Partien noch nicht gut genug fühlt oder keinen Internetanschluss hat.

Killzone 2 Killzone 2 Killzone 2 bietet mehrere Spielmodi, die man zwar alle bereits zur Genüge gespielt hat, hier jedoch in einer besonderen Form daher kommen. So werden die einzelnen Modi wie Eliminierungsmission (Team-Deathmatch), Suchmission (Capture the Flag), Eroberungsmission und so weiter nacheinander durchgespielt, ohne dass man einen Ladebalken zu Gesicht bekommt. So gestalten sich die Partien als ein wenig langwierig, dank der Vielfalt an Spielvarianten - insgesamt fünf - und dem daraus resultierenden Abwechslungsreichtum können sie auf Dauer motivieren. Optional können sich die Ersteller eines Spieles für einzelne Modi entscheiden, zwingend erforderlich ist das Ganze also nicht.

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