X-Blades im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

Die halbnackte Protagonistin soll als Blickfang für dieses uninspirierte Hack'n'Slay dienen und vom Kern ablenken.

Ayumi, attraktiv, luftig bekleidet, schwer bewaffnet und Single, ist eine abenteuerlustige Schatzjägerin, die aufgrund eines Artefaktes dummerweise mit einem üblen Fluch belegt wird. Da bleibt ja nichts anderes übrig, als sich davon zu befreien, da es für eine Impfung bereits zu spät es, mal abgesehen davon, dass sich die gute Frau aufgrund ihres Bekleidungsstils noch eine Blasenentzündung holen könnte. Kind, zieh dir doch bitte etwas an! Oder wollen wir es mit den Worten von Fettes Brot beschreiben? Aus lizenztechnischen Gründen heben wir uns den Spaß zunächst auf.

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Was kann eigentlich die Monster-Krabbe dafür?

X-Blades X-Blades Man muss es ehrlich sagen, eigentlich hat man mit dem Fluch nur zu kämpfen, weil die gute Ayumi einfach zu gierig und dumm war. Das macht die Hauptfigur zunächst keinesfalls sympathisch. Ansonsten bleibt sehr wenig von der Story übrig, aber was soll's, es geht ja um die Action. In über 40 Abschnitten kämpft sich unsere Heldin durch allerlei Monsterhorden, die aber furchtbar langweilig und wenig bedrohlich ausgefallen sind. Irgendwelche Echsenwesen, ein paar Krabbelviecher, fliegende Geisterwesen, die an Kinderbücher erinnern, oder blaue Energiekugeln (sie leuchten blau), so etwas wie Kreativität hatten die Entwickler von Gaijin Entertainment keinesfalls. Selbst die Bossgegner, auf die man ab und zu trifft, könnten harmloser nicht aussehen. Insgesamt wirkt das Aufgebot mehr lächerlich als angsteinflößend. Dafür überzeugen die Feindesscharen allerdings mit ihrer schieren Anzahl. Dutzende von Gegnern stürmen dabei gleichzeitig auf die junge Ayumi zu.

X-Blades X-Blades Auch die einzelnen Level sind extrem monoton ausgefallen. Meist besteht ein Abschnitt aus einem etwas größeren Raum. Hier muss eine bestimmte Anzahl an Feinden besiegt werden, bis sich der Eingang zum nächsten Level öffnet. Das geschieht dann so etwa 40 Mal, dauert jeweils bis zu 10 Minuten, und schon das Spiel ist beendet. Abwechslung gibt es unter dem Deckmantel der Einfallslosigkeit. Man darf sogar Monstergeneratoren zerstören oder Fallen ausweichen. So kann ein Level zum Beispiel nur darin bestehen, fünf Minuten lang in einem 10x10 Meter großen Raum aus dem Boden schießenden Speeren auszuweichen, die ständig in ihrem Muster variieren. Da fragt man sich, ob die Entwickler das überhaupt ernst meinen können.

Das ist meine Seele!

X-Blades X-Blades Man muss eigentlich kaum erwähnen, dass die Monsterhorden absolut hirnlos sind, doch dafür hinterlassen sie Seelen, die Ayumi natürlich dankend einsammelt. Und was macht man mit eingesammelten Seelen in Hack & Slay-Spielen? Richtig, man spendet sie an wohltätige Organisationen, dummer Scherz beiseite, man kauft damit natürlich neue Angriffe. Doch Ayumi, die übrigens immer noch nichts an hat, schnetzelt und ballert sich nicht nur mit ihren Gunblades durch das üble Gesocks, sie kann auch Zauberangriffe erwerben. So wird ein Feuerball verschossen, ein paar Blitze abgelassen oder ein kräftiger Flächenzauber angewandt. Das kostet alles Rage, die man anhäuft, indem man ordentlich Feinde verprügelt. Bis zu vier Zauber lassen sich direkt aufrufen. Auf der PC-Tastatur kann man sich dabei schon etwas die Finger verknoten.

X-Blades X-Blades Die Steuerung ist aber dennoch denkbar einfach ausgefallen. Mit der linken Maustaste wird geprügelt, die rechte Maustaste wird zum Schießen benötigt, während die WASD-Tasten zum Bewegen verwendet werden. Das Kampfsystem ist darauf ausgelegt, dass man sich mitten in das Geschehen stürzt und ohne taktische Finesse die Maustasten quält, denn so etwas wie ein Blocksystem gibt es nicht. Zwar kann man sich nicht direkt auf einen Gegner aufschalten, doch irgendwas trifft man immer. Gezielt wird auch nicht manuell, das übernimmt die Automatik, die ähnlich wie bei Tomb Raider funktioniert. Obwohl man in den Optionen die X- und Y-Achse invertieren kann, zeigte dies übrigens keinerlei Auswirkung auf die Kamerasteuerung per Maus. Da muss wohl ein Bug vorliegen, der aber äußerst nerven kann. Ansonsten kann man alternativ auf das Xbox 360-Gamepad zurückgreifen, das ohnehin empfehlenswerter ist als die Steuerung über Maus und Tastatur.

X-Blades X-Blades Neben den ulkigen Monstern finden sich in den Leveln auch noch allerlei Lebensenergie sowie Artefakte, die unsere Angriffe dauerhaft verstärken. Insgesamt ist X-Blades ein sehr leichtes Spiel und kann nach etwa 5 Stunden durchgespielt werden. Der Wiederspielwert auf höheren Schwierigkeitsstufen fällt indes sehr gering aus. Die Level sind sehr kurz geraten, wodurch nie größere Abschnitte wiederholt werden müssen, doch falls mal die Lebensenergie ein kritisches Ausmaß erreicht hat, kann man sich mit gesammelten Seelen neue Kraft für den Kampf kaufen, und das zu äußerst günstigen Konditionen. Immerhin lassen sich auf diese Weise 1-2 Level kurz in der Mittagspause durchspielen. Für Zwischendurch kann das sehr rasante Spieltempo nämlich durchaus gefallen.

Ayumi's Rundungen

X-Blades X-Blades Wenn man allein das Charaktermodell von Ayumi sowie ihre Animationen anschaut, kann man zufrieden sein. Immerhin hat man es endlich geschafft, dass die lange Mähne und der Körper keine Clippingfehler am laufenden Band verursachen. Also Daumen hoch für die Haaranimation. Ebenso erfreulich anzusehen sind die teilweise bildschirmfüllenden Zaubereffekte. Die Level wirken trotz knackscharfer Texturen allerdings leer, monoton und wenig beeindruckend. Vor einigen Jahren hätte man sich an der Architektur vielleicht ein klein wenig erfreut, heutzutage nimmt es einfach so hin. Zudem muss man die langweiligen Abschnitte manchmal auch noch ein zweites Mal besuchen.

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