In NecroVisioN kommt alles zusammen: Weltkrieg, Zombies, Vampire! Für Spieler ohne Anspruch auf Story ein Fest!
Story? Die brauchen doch nur Spiele, die nicht ausreichend Gewalt und Zombies beinhalten! Das jedenfalls werden sich die Entwickler The Farm 51 aus Russland gedacht haben, als die Idee zu NecroVisioN aufkam. Obwohl der Shooter in Deutschland nur geschnitten auf den Markt kam, mangelt es ihm auch hierzulande nicht an stupider Brutalität und vor allem Banalität. Mal von der völlig hirnrissigen Story, Technik von gestern und einer vollkommen innovationslosen Umsetzung abgesehen bietet NecroVisioN nichtsdestotrotz eine kurzfristige Unterhaltung im Stile von Painkiller: Loslegen, 200 Zombies und Monster niedermähen, Rechner ausmachen - Fertig!
Necrovision
NecroVisioN startet in der bedrückenden Enge der Grabenkämpfe im Ersten Weltkrieg, wo die Einheit unseres Protagonisten einem verheerenden Gasangriff zum Opfer fällt. Simon Bukner, ein Amerikaner der den Briten im Krieg zur Hilfe eilt, kann sich zusammen mit einem Kameraden einer anderen Einheit retten, doch schnell zeigt der Krieg seine hässliche Fratze: Bruderkämpfe entbrennen, die beiden streiten sich und es kommt zum Kampf. Mit wenigen Erklärungen kommen die Entwickler anfangs aus, die Steuerung ist nicht mal geringfügig von anderen Genrevertretern zu unterscheiden. Von dem Lärm des Kampfes angelockt stürmen schon bald Deutsche auf unser Versteck zu, die uns, wie sollte es in einem Weltkrieg auch anders sein, nicht gerade freundlich gesinnt sind. Doch sie sollen nicht die einzigen Feinde bleiben...
Die Gegner aus der Hölle und ein Zimmermann
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Während man zu Beginn der Kampagne, wenn man das storymäßig lose zusammenhängende Gebilde wilden Ballerns denn so nennen möchte, noch gegen menschliche Gegner antritt, verliert das Spiel mit zunehmender Spieldauer immer mehr an Authentizität und Nachvollziehbarkeit, und das hängt nicht nur mit hirnlosen Zombie-Gegnern zusammen. Viel mehr liegt das an der völligen Abwesenheit jeglicher Emotionen des Protagonisten. Leichen toter Soldaten steigen aus dem Erdreich hervor - wir ballern, mit einem flotten Spruch auf den Lippen. Fiese Höllenhunde rennen im Rudel auf uns zu: Schießen, nicht hinterfragen, was das ist. Dieser abgebrühte Ami nimmt Zombies, Monster und Magie so mir nichts, dir nichts auf und blendet sie komplett aus, ohne sich auch nur einmal zu wundern, was hier abläuft. Traurig ist auch, dass somit nicht nur die Spielfigur sondern auch der Spieler mit den Hintergründen der Geschichte im Argen gelassen wird - Verständnis und Storynähe sind, wenn man nicht gerade alle versteckten Briefe und Orte findet, wohl kein Ziel der Entwickler.
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Unlogisch sind auch KI und Gegnerverhalten. Zombies kann man Dummheit ja kaum vorhalten, schließlich sind die Boliden ja tot, aber den lebendigen Feinden mute ich ein Quäntchen KI schon zu. Stattdessen wirken menschliche Gegner arg geskriptet und reagieren erst gar nicht, wenn man einen bestimmten Trigger noch nicht ausgelöst hat. Dadurch spielt sich die Kampagne anfangs bockleicht, Probleme kriegt man so gut wie nie. Abwechslung schafft das Spiel nur mit dann einsetzenden Sequenzen, die wiederum viel zu schwer ausfallen oder einfach nur total langweilig sind, wer will schon ewige Schalterrätsel in einer Höhle lösen? Ein Mittelweg wäre schön gewesen, stattdessen setzt das Spiel als einzig fordernde Gegner Bosse ein, die meist durch stupide Gewalt zu meistern sind. Gehirn wird nur selten gefordert.
Gameplay aus der Hölle
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Nachdem man sich durch die Gräben des Ersten Weltkrieges geballert hat, wird es zunehmend düsterer. Irgendwann findet man sich in einer kruden Story aus Vampiren, Dämonen und Monstern aus der Hölle wieder, gegen die man als letzte Bastion antritt und versuchen muss, das Böse mit den im Verlauf gewonnenen Vampirkräften zurückzuschlagen. Zur Hilfe kommt uns dabei das Bewusstsein des Vampirs, dessen Stimme wir in unserem Kopf hören und eine Krallenartige Hand, mit der wir als Vampir Feuerkugeln durch die Luft ballern können... Klingt schräg, oder? Ist es auch. Hauptsächliches Gameplay-Element ist übrigens das wilde Schießen, nachdenken muss man nur selten. Das kann zwar manchmal überzeugen und ist perfekt, um mal eben ein paar Minuten Langeweile zu überbrücken, Nachaltigkeit oder Wiederspielwert bietet das Spiel aber kaum. Überhaupt sind die Level recht öde aufgebaut, sehr linear und bestechen nicht gerade durch viel Abwechslung. Besonders nervig sind Abschnitte mit ewig nachspawnenden Einheiten, die zwar wegen ihrer dümmlichen KI nicht viel Schaden anrichten können, dies durch ihre Masse so aber wieder wettmachen. Wenig begeistert waren wir auch von Gas-Passagen, die man nur mit Gasmasken durchqueren kann. Als Stilmittel eigentlich cool ausgedacht sollte die Maske eine befremdliche Stimmung der Klaustrophobie verbreiten, ist aber nur kläglich umgesetzt und nimmt einem lediglich die Sicht.
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Die Gasmaske dient dabei aber nur als Beispiel toller Ideen, die ins Gameplay leider nur mangelhaft eingebunden wurden. Ein weiteres wäre der Mech-Roboter, der thematisch so gar nicht ins Zeitalter des Ersten Weltkrieges passt und sich auch noch umständlich und träge steuern lässt. Solche Passagen sind zwar eigentlich dazu gedacht, die beklemmende Atmosphäre zu verstärken und natürlich Abwechslung ins Spiel zu bringen. Oft bewirkt es genau das Gegenteil. Mit dem linearen Aufbau und den einfachen Stilmitteln kann NecroVisioN jedenfalls nicht überzeugen.
