God of War 3 im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

... ist eines dieser Spiele, welches derart motivierend ist, dass man es am liebsten in einem Zug durchspielen will.

Kratos ist back in Action, und das nur wenige Tage nach dem 70. Geburtstag von Chuck Norris, ein Zeichen? Kratos ist derart krass drauf, dass man ihm auch die berüchtigten "Facts" widmen könnte. In jedem Fall freut sich die Spielerschaft auf den Abschluss der Trilogie. Ich will auch nicht zu viel Zeit mit der unsinnigen Einleitung verschwenden und lieber möglichst schnell über das Spiel berichten.

Rachefeldzug in der Verlängerung

God of War 3 God of War 3 Kratos ist sauer, immer noch. Diesen Mann kann wohl nichts beruhigen, nunmehr im dritten Teil schon fordert der Playstation-Held die altgriechischen Götter zum Kampf heraus. Getrieben wird der Hühne vom Hass und der Rache, immer noch will er Zeus - seinen leiblichen Vater - und alle anderen Götter töten, die sich ihm in den Weg stellen. Warum? Schauen wir mal zurück in der Zeit: Nachdem der Spartaner Kratos im ersten Teil (2005) den Kriegsgott Ares besiegt, weil er hofft dass die anderen Götter ihn dann von seinen schrecklichen Visionen befreien (die er übrigens nur hat, weil er seine Seele an Ares verkaufte) wird schnell klar, dass die anderen Götter Kratos an Ares' statt als neuen Gott aufnehmen. Das passt dem Spartaner gar nicht, der neben seinem eigenen Leben auch schon das Leben seiner Familie für seine seelische Befreiung geopfert hat. Aber in den Freitod erlässt man einen Gott im Olymp nun mal nicht so einfach, weswegen es im zweiten Teil (2007) direkt als Kriegsgott weitergeht. Um den Hass der Mitgötter auf sich zu ziehen ist er in seiner neuen Rolle ein klein wenig übereifrig und versucht das Inselreich Rhodos zerstören - ein fataler Fehler wie sich herausstellt. Zeus selbst kommt auf die Erde herab und entzieht ihm durch eine List die göttlichen Fähigkeiten.

God of War 3 God of War 3 Neue To Do-Liste, altes Vorgehen. Kratos will nun auch Zeus zu Fall bringen und mit ihm alle anderen Götter, die ihm gerade nicht in den Kram passen. Fast gelingt es ihm zum Ende des zweiten Teils sogar, nur knapp wird der Aufständische besiegt und getötet. Als Serien-Neuling sollte man sich nun nicht wundern, Kratos ist ein wahres Steh-Auf-Männchen! Wie oft der Gute schon gestorben, dann dem Hades (der Hölle in der griechischen Mythologie) entkommen ist und schlussendlich doch wieder im Fegefeuer landete, ist fast unzählbar. Auch im dritten Teil verschlägt es uns wieder dahin - Oh! Welch! Überraschung. In God of War 3 knüpft die Handlung nahtlos an die Geschehnisse des zweiten Teils an. Zusammen mit den Titanen stürmt Kratos den Olymp. An dieser Stelle muss ich zugeben, dass die ersten 30 Minuten des Rachefeldzuges die wahrscheinlich imposantesten sind, die ich jemals in einem Videospiel gesehen habe. So kämpfen wir zunächst auf dem Rücken von Gaia, während sich um uns herum die Titanen eine epische Schlacht mit den Göttern liefern. Zeitgleich greift uns immer wieder Poseidon an. Mal werden wir von Gaia getrennt, ein anderes Mal helfen wir ihr gegen Poseidon. In jedem Fall lässt sich sagen, dass man kaum zur Ruhe kommt.

Status Quo und rote Orbs

God of War 3 God of War 3 Nach kurzer Zeit steht schon der erste Bosskampf auf dem Programm, den wir zwar gewinnen, dafür verliert Kratos schon bald all seine Fähigkeiten, landet schwer angeschlagen im Styx und muss sich wieder aus der Unterwelt heraus kämpfen. Mit unseren Klingen ausgestattet geht es zunächst gegen etwas kleinere Feinde, die sich aufgrund des intuitiven und dynamischen Kampfsystems problemlos besiegen lassen, im Prinzip hat sich im Vergleich zu den Vorgängern kaum etwas getan. Darüber hinaus sammeln wir wie immer rote, grüne und blaue Orbs, die eigentlich selbst erklärend sind. Aber zur Erinnerung: Grüne und blaue Orbs frischen die Gesundheits- und die Magieleiste auf und finden sich hauptsächlich in Truhen wieder. Die roten Orbs dienen dazu, die Waffen aufzurüsten, die nach und nach neue Kombos erlauben und natürlich mehr Schaden anrichten. Insgesamt wird Kratos im Laufe seines Kampfes vier Primärwaffen anwenden, die sich direkt über das Steuerkreuz anwählen lassen. Ob Verbannungsklingen, Hadesklauen oder die Panzerhandschuhe von Herkules, das Stich- und Hiebwerkzeug eignet sich mal mehr, mal weniger für die verschiedenen Gegnerarten. Und hier muss man God of War 3 ohnehin viel Mut zur Abwechslung zusprechen, da selbst einige der vermeintlichen Standard-Gegner wie Minotauren oder Zyklopen imposant aussehen, schwierig zu meistern sind und teilweise die Bossbegegnungen der Genrekonkurrenz in den Schatten stellen. Wie immer werden die Gestalten zunächst geschwächt, um sie dann mit einem Quicktime-Event zu erledigen. Einige Kreaturen lassen sich zudem kontrollieren, um das Kollegium noch effektiver in Einzelteile zu zerlegen.

God of War 3 God of War 3 Jede der vier Hauptwaffen verfügt über eine magisch Spezialfähigkeit. So kann Kratos für kurze Zeit ein Wesen beschwören oder die Erde zum Beben bringen. Weiterhin dürfen wir auf weitere nützliche Ausrüstungsgegenstände zurückgreifen: Mit dem Bogen greifen wir Gegner nicht nur auf die Distanz an, sondern verbrennen beispielsweise auch Pflanzen, die uns am Weiterkommen hindern. Mit Helio's Kopf, den Kratos zuvor vom restlichen Körper abgetrennt hat, leuchten wir dunkle Gänge aus, Silent Hill lässt grüßen, blenden üble Gestalten oder offenbaren unsichtbare Kisten oder Durchgänge. Mit den Schuhen von Hermes ist es möglich, an Wänden entlang zu laufen, Hallo Prince of Persia, oder kurze Sprintangriffe durchzuführen. Teilweise fühlt man sich dezent an Zelda oder das jüngste Darksiders erinnert, da man mit wachsender Zahl der Fähigkeiten in zuvor verschlossene Bereiche gelangt. Dafür besucht man einige Orte jedoch mehrmals. Und da Kratos ein wirklich, wirklich wütender Krieger ist, füllt sich nach und nach seine Rage-Anzeige auf, bis er Spartas Zorn entfesselt und für kurze Zeit besonders viel Schaden anrichtet.

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