L.A. Noire im Gamezone-Test

Test Michael Stadler

Bitte erheben Sie sich zur Urteilsverkündung: L.A. Noire ist ein Spiel, dessen Faszination man nicht in Worte fassen kann.

Kriminalität und das daraus entstehende Gefahrenpotenzial beherrscht unser Leben und ist selbst im Moment größter Sicherheit allgegenwärtig. Medien sind täglich randvoll gefüllt mit grausamen Morden und es scheint, dass der bösen Kreativität zumeist per lege keine Grenzen gesetzt werden können. Die schwerste Arbeit kommt dabei meist den zuständigen Ermittlern zu, welche unter dem Druck der Öffentlichkeit und vor allem der Angehörigen des Opfers jeden Beweis sammeln, auswerten, prüfen, querverbinden und schlussendlich in Zusammenhang mit dem richtigen Verdächtigen bringen müssen. Umso erstaunlicher ist es, dass sich mit Rockstar in L.A. Noire ein Studio eben dieser Blickrichtung des Ermittlers annimmt, welches sonst den Spieler die Polizei beschäftigen und nicht verkörpern lässt. Doch ist das Leben auf dem richtigen Pfad wirklich so aufregend und spannend wie es auf der anderen Seite in Mafia und GTA ist, oder sehen wir schwarz für das LAPD? Notizblock raus, wir hätten da den einen oder anderen Hinweis...

Aufschwung mit Nebenwirkungen

L.A. Noire L.A. Noire Wer den Titel L.A. Noire das erste Mal hört wird wohl ohne große Hirnverrenkungen auf den Schauplatz des Spiels schließen können. Wir befinden uns in Kalifornien kurz nach dem Krieg, genauer gesagt im Jahr 1947. Die Stadt ist noch weit entfernt vom Glamour heutiger Tage, befindet sich jedoch in den ersten Schritten in diese Richtung. Doch wie es nun einmal ist, ist dieser Weg nicht so einfach zu beschreiten, denn der Krieg macht vor strahlenden Metropolen nicht Halt. So werden wir in eine Stadt geworfen, welche sich gerade wieder von Strapazen und Nachbeben des Krieges erholt hat und wirtschaftlich goldenen Zeiten entgegenblickt. Die Stadt wächst, Wohlstand breitet sich aus. Doch es gibt auch viele Menschen, hauptsächlich Männer, denen diese Dinge zunächst einmal nichts bedeuten. Es sind heimgekehrte Soldaten die im vergangenen Weltkrieg, über Jahre hinweg, jeden Tag mit der Todesangst im Marschgepäck auf fremden Schlachtfeldern unterwegs waren. Menschen die vorher vielleicht so waren wie wir alle, Menschen wie Cole Phelps. Phelps, seines Zeichens mit dem Silver-Star ausgezeichneter Ex-Marine-Lieutenant , versucht ebenfalls die Erlebnisse durch Ablenkung so gut es geht zu verdrängen und heuert so bei dem Los Angeles Police Department kurz LAPD an. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Schattenseiten des glamourösen Lifestyles, der sich beinahe schon infektiös auszubreiten scheint, gehen zu Lasten der Bevölkerung. Die Filmindustrie missbraucht unerfahrene Wannabe-Starlets für sexuelle Spielchen, Drogen gehen mehr über den Ladentisch als Kaugummis und in den höchsten Ämtern befinden sich nicht wenige Abgeordnete, denen das Preisschild gut leserlich aus der Brusttasche hängt - Klar dass in diesem Milieu die Polizei keine ruhige Minute verbringen kann.

Komm mal klar mit L.A. Noire!

L.A. Noire L.A. Noire Es ist schon mitten in der Nacht, als ihr zum ersten Mal als Cole Phelps einen Fall übernehmt. Ihr bekommt eine Adresse mitgeteilt an der ein Mord stattgefunden haben soll. Ein schwarzer männlicher Bürger soll durch Erschießen ums Leben gekommen sein. Dass ihr nicht allzu lange zum Tatort braucht liegt an einem entscheidenden Faktor: Die Spielmechanik. L.A. Noire spielt sich nämlich, wenig überraschend, nicht anders als jeder andere Titel von Rockstar. Der linke Analogstick bewegt die Spielfigur, der rechte Stick die Kamera dahinter. Ihr steigt wie schon in GTA oder auch Red Dead Redemption mit der gleichen Taste in euer Fortbewegungsmittel und braust durch die Nacht der Westüstenstadt. Ein gelbes Fähnchen auf der in schwarz-weißer Optik gehaltenen Mini-Karte gibt euch euer aktuelles Ziel an, eine Musterstrecke ist jedoch farblich nicht hervorgehoben. So kann es schon manchmal ein wenig länger dauern an das Einsatzziel zu gelangen. Das kann auch an den insgesamt 40 Nebenmissionen liegen die ihr zwischen euren Ermittlungen erledigen könnt. Wird über den Polizeifunk ein gemeldeter Vorfall durchgegeben, könnt ihr euch per Tastendruck um die Problembewältigung bewerben. Das Einsatzziel wird dann ebenfalls auf der Karte markiert.

L.A. Noire L.A. Noire In diesen Nebenfällen geratet ihr an Bankräuber, Taschendiebe, verrückte Lover, Selbstmordgefährdete oder Kleinkriminelle die in L.A. Schabernack treiben. Dabei spielen sich Schusswechsel ebenfalls angenehm vertraut: Per Bumper wird in Deckung gegangen, mit dem linken Trigger gezielt und mit dem rechten aus allen Rohren gefeuert. Und ist mal keine Waffe zur Hand wird mit den Facebuttons geblockt, gepackt und geschlagen.

L.A. Noire L.A. Noire Verfolgungsjagden zu Fuß oder im fahrbaren Untersatz gehen ebenfalls Flott von der Hand. Wo im Automobil die Möglichkeit der Überwältigung nur auf die Demolierung des anderen Fahrzeugs hinaus läuft, ist im Vollsprint mehr Variantenreichtum vorzufinden. Seid ihr nah genug an der Zielperson, legt ihr per Knopfdruck kurzzeitlich noch einmal an Geschwindigkeit zu und reißt die Zielperson zu Boden. Befindet sich eine Waffe in eurem Besitz, könnt ihr auch stehen bleiben und den Verdächtigen ins Visier nehmen. Dabei füllt sich eine kreisrunde Anzeige rund um den Zielpunkt, ist diese voll gebt ihr einen Warnschuss ab und bewegt den Flüchtenden so zum Anhalten. Schafft ihr beide Versionen nicht, endet die Verfolgung meist in einer Geiselnahme. Dabei müsst ihr den Satz "Ein Schuss, ein Treffer" in die Tat umsetzen: In den Bruchteilen einer Sekunde wird von euch erwartet den Übeltäter gezielt auszuschalten. Ist euch das zu stressig und ihr wollt schnell zum nächsten Ziel? Dann lasst einfach euren Partner fahren und seid sofort und entspannt am nächsten Zielort. Allerdings könnt ihr so keine Nebenaufträge annehmen, solch eine Schnellreise sollte also stets wohl überlegt sein.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk