Bahn frei für das mieseste Spiel dieser Generation, dem letzten Nagel im Sarg der Legende.
Grafische Videospielfolter
Leisure Suit Larry: Box Office Bust
Im Intro des Spiels wird dick und breit erwähnt, dass man die Unreal 3 Engine zum Einsatz gebracht hat um Box Office Bust zu realisieren, doch hiervon spürt man rein gar nicht. Haben sich die Entwickler vielleicht vertan und lediglich die Beta-Version von Epics Engine verwendet? Oder man hat in Zeiten der Wirtschaftskrise an den Testern gespart, welche auf mögliche Fehler im Spielverlauf hinweisen, denn anders kann man sich diesen Ringelpietz der Grafikfehler und Bugs nicht erklären. Die Animationen sind einfach grauenvoll hölzern, bzw. abgehakt und Grafikeffekte praktisch nicht vorhanden. Manche Gebäudedächer oder Wände haben sogar noch nicht einmal Texturen, weswegen der Spieler manchmal auf einer praktisch völlig weißen Fläche steht (?!). Dazu gesellen sich immer wieder Tonnen an Pop-Ups und das auch in den Zwischensequenzen des Spiels. Fährt man mit dem Postwagen über das Studiogelände dann ruckelt und ruckt es an allen Ecken und Enden. Bei einer solch simplen Grafik hätte man zumindest erwarten können, dass ein halbwegs flüssiges Spielerlebnis serviert wird, doch nicht einmal dies wurde adäquat umgesetzt.
Leisure Suit Larry: Box Office Bust
Das wirklich üble an der grafischen Leistung ist allerdings das unsäglich schlechte Charakterdesign. Gut, es handelt sich hierbei um ein Spiel welches von einer Art Comiclook Gebrauch macht, doch deswegen müssen die Charaktere nicht dermaßen hässlich und unsympathisch aussehen; Allen voran die weiblichen Figuren. Selbst der Vorgänger Magna Cum Laude konnte zwar nicht durch detailgenaue Grafiken begeistern, doch hatte jedes weibliche Wesen zumindest "etwas" Charme. In Box Office Bust sehen die Frauen jedoch einfach nur schrecklich und keineswegs sexy aus, was unter anderem an den merkwürdigen Mundpartien und den Pferdegebissen liegt, die in Tinselwood anscheinend jeder zu haben scheint. Da helfen auch die überproportionierten Dekoltees der Damen nichts, zumal diese aufgesetzt, unecht und einfach nur peinlich wirken. Das gleiche trifft auch auf die männlichen Vertreter zu, so dass es in Tinselwood und Umgebung nicht einen einzigen Charakter gibt, der zumindest etwas Charme, Klasse oder sogar Sympathie ausstrahlt.
Leisure Suit Larry: Box Office Bust
Das Fiasko zieht sich hierbei auch durch die Synchronisation des Spiels und das obwohl "namenhafte" Personen wie Carmen Electra oder Shannon Elizabeth hieran mitgewirkt haben. Die Synchronisation wirkt durchweg unmotiviert und wurde zudem mal zu leise, mal zu laut abgemischt. Eine deutsche Lokalisation gibt es nicht und anstelle werden Textblöcke geboten, die zum einen mäßig übersetzt und zum anderen viel zu schnell ein- und wieder ausgeblendet werden. Es scheint, als hätten die Darsteller ihre Dialoge in ihrer Mittagspause heruntergerattert und nur den Ansatz von Emotion hierfür verwendet. Schlimm! Zumal Allen Covert von Happy Madison Productions (Adam Sandlers Filmfirma die Streifen wie Little Nicky oder Happy Gilmore produziert hat.) die Dialoge und Story für das Spiel geschrieben hat und man eigentlich erwartet hat, dass dieser Gebrauch von seinen komödiantischen Erfahrungen macht. Nein; Leider auch hier Fehlanzeige, denn die Komik reicht im höchsten Fall für ein seichtes Schmunzeln oder einen halben Schenkelklopfer aus, denn wirklich nichts ist witzig. Meist bewegt sich der Humor sogar unterhalb vorpubertärer Witze und zielt lediglich auf üble Genitalsprüche ab. Auch die Musik bildet, wie könnte es anders sein, keine Ausnahme. Belangloses, langweiliges Gedudel, so dass sich der Spieler auch hier fragt was das soll und sowohl augen- als auch Ohrenschäden davontragen könnte.
