Es gibt guten Trash und schlechten Trash... Secret Service gehört leider zu Letzterem. In unserem Review erfahrt ihr, warum.
Secret Service, ein Ego Shooter, zu dem Activision kaum Werbung machen wollte. Still und leise erschien das Spiel kürzlich für die Xbox 360. Dabei scheint das Szenario auf den ersten Blick ganz interessant ausgefallen zu sein: Als Agent des Secret Service muss man das Leben des Präsidenten beschützen und sich durch Washington kämpfen.
Terroristen in Washington
Secret Service
Leider verpufft das unverbrauchte Szenario in einer völlig belanglosen und dummen Handlung, die absoluter Trash ist. Selbst Filme mit Chuck Norris und Dolph Lundgren haben mehr Inhalt. Irgendwie wimmelt es in der Hauptstadt der USA plötzlich nur so von Terroristen, die so ziemlich jeden wichtigen Ort besetzen. Wir alleine müssen uns deswegen durch die Übeltäter kämpfen und dabei eine Pseudo-Verschwörung aufdecken. Es ist schon merkwürdig, dass die mächtigste Nation der Welt sich so überrumpeln lässt, weswegen man nahezu nie von Soldaten oder anderen Agenten begleitet wird, und das im Zentrum der amerikanischen Macht.
Secret Service
Aber sei es drum, wer erwartet schon Logik bei einem Ego Shooter? Leider ist auch das Gameplay äußerst zurückgeblieben und erinnert an die seligen, frühen 90er Jahre. Eigentlich hätte es nur noch gefehlt, dass man eine blaue Keycard für die ebenso blaue Tür suchen muss. Weit entfernt sind wir davon aber nicht. Während uns ständig KI-lose Terroristen vor die Nase hüpfen, immerhin gehen sie in Deckung, die wir trotzdem prompt abballern, kämpfen wir uns durch immer gleich aussehende und enge Areale, die scheinbar in Windeseile in einem Leveleditor entstanden sind und mit den ewig selben Elementen ausgeschmückt wurden. Obwohl wir durch das Kapitol, das Lincoln Memorial die Airforce One oder sogar das Weiße Haus rennen, macht sich aufgrund des einfallslosen Spielprinzips schnell größte Langeweile breit.
Die verdammte Bombe
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So primitiv Secret Service auch aufgebaut ist, teilweise macht das trashige Spielprinzip recht viel Spaß. Kurz ein paar Terroristen umnieten, warum nicht? Das letzte Fünkchen Spielspaß wird allerdings durch sehr schlecht gesetzte Speicherpunkte und den schwankenden Schwierigkeitsgrad zerstört, weswegen Secret Service an vielen Stellen einfach unfair wird. Ein weiterer Nervfaktor sind die lästigen Puzzle-Einlagen, die immer dann auftreten, wenn man ein Schloss hacken oder eine Bombe entschärfen muss. Hier muss man mehrere Energieknoten unter Zeitdruck miteinander verbinden und gleichzeitig aufpassen, dass es keinen Kurzschluss gibt, BioShock lässt grüßen. Diese kleinen Spielchen unterbrechen den Spielfluss unnötig und wirken extrem aufgezwungen. Dummerweise gibt es vor so einem Hacker-Minigame nicht immer einen Checkpoint. Explodiert die Bombe, muss man sich wieder durch Horden von Terroristen kämpfen, um erneut am engen Zeitlimit zu scheitert. In diesem Momenten würde man am liebsten laut los schreien.
Secret Service
Ein weitere Designschwäche des Spiels ist der Umstand, dass die Entwickler ab der zweiten Hälfte des Spiels teils wahllos Laserfallen aufgestellt haben, die uns mit einem Schlag ins Jenseits befördern. Das Problem dabei ist, dass man die Dinger nur mit der Nachtsicht sieht. Das führt zu unzähligen Toden, in Verbindung mit dem unschönen Checkpoint-System ein Spielspaßkiller. Ansonsten kann man wirklich nichts positives über Secret Service schreiben, außer dass man sich mit den üblichen Waffen, wie UZIs und AKs beschäftigt. Selbst die Steuerung ist unpräzise. Auf kleine Bewegungen des rechten Analogsticks reagiert das Spiel erst gar nicht, Grobmotoriker wird es freuen. Ein Multiplayer fehlt, die Kampagne ist ca. 6 Stunden lang, für ca. 50 Euro ist das Preisleistungsverhältnis mehr als mangelhaft, es sei denn, man ballert sich fürs Leben gerne durch ewig ähnlich aussehende Tunnel.
Secret Service
Die Technik ist mehr als dürftig. Die generisch aussehenden und eckigen Level wirken fast vorsintflutlich, wobei man wenigstens von Rucklern weitestgehend verschont bleibt. Selbst die Waffengeräusche sowie die englische Sprachausgabe sind qualitativ weit unter dem Standard, von den abenteuerlichen Animationen der Terroristen ganz zu schweigen. Man kann es also drehen wie man will, Secret Service ist ein Spiel ohne eigene Ideen und einer Spielmechanik, die man im 21. Jahrhundert nicht mehr sehen will. In einigen Teilen ist das Machwerk bestenfalls Mittelmaß, über den Rest sollte man am besten den Mantel des Schweigens ausbreiten. Es ist schon erstaunlich, dass Activision sein Logo auf dieses Spiel geklebt hat.
