Alpha Protocol im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

Als geschasster Agent gehen wir in den Untergrund und decken eine Verschwörung auf - viel spannender als 24 oder Bourne!

Alpha Protocol - Launch Trailer

Alpha Protocol Alpha Protocol Dabei hat jede Waffen ihre Vorteile: Bei den MPs erhält man beispielsweise einen Schadensmultiplikator je mehr Gegner man in kurzer Zeit umnietet. Beim Sturmgewehr wird der Schuss präziser je länger man still hält und den Feind anvisiert, eine höhere Chance auf einen kritischen Treffer ist eine weitere Folge. Bei der Schrotflinte führt dieses Vorgehen dazu, dass grundsätzlich mehr Schaden verursacht wird. Investiert man Punkte in den Nahkampf, wird man zu einer unaufhaltsamen Kampfmaschine. Wer ruhig vorgeht, sollte unerkannt bleiben und in Tarnung investieren. Dann wird aus Alpha Protocol ein kleines Splinter Cell, bei dem man taktisch vorgeht und aus dem Verborgenen tötet. Das ist auch viel interessanter, da die Ballereien schnell an Reiz verlieren. Leider ist dieses Vorgehen gleichzeitig nicht all zu leicht zu bewältigen, da nur schwer einzuschätzen ist, ob man gesehen wird oder nicht. Übrigens sollte man auch nicht den Faktor Technik unterschätzen, da zahlreiche Minigames in Form von Hacks oder Schlösserknacken bewältigt werden müssen. Während das aufbrechen von Schlössern noch recht gut umgesetzt wurde, muss man beim Hacken von Computern zwei versteckte Codezeilen finden, was auf die Dauer äußerst nervig ist, genau wie das Kurzschließen von Platinen. Irgendwann nutzt sich der Spaß ab. Leider sind die unter Zeitdruck zu bewältigenden Aufgaben derart häufig, dass man sehr subjektiv geschätzt 1/10 der Spielzeit damit verbringt, irgendwelche Computer zu manipulieren.

Home sweet home

Alpha Protocol Alpha Protocol Im Grunde schießt oder schleicht man sich von Punkt A nach B und sucht nach Beweisen und anderen Gegenständen. Ein Auftrag dauert dabei kaum länger als 20 Minuten. Die Zentrale des Spielers ist das jeweilige Apartment in Saudi-Arabien, Taipeh, Rom oder Moskau. Hier hören wir uns Nachrichten an, sprechen mit Auftraggebern oder lesen Emails. Die elektronische Post verschafft uns einen tieferen Einblick in die Story, wobei man mit seinem Gegenüber auch an dieser Stelle direkt kommunizieren kann. Auf der anderen Seite lässt sich der Schwarzmarkt aufrufen. Ob Waffen, Perks oder Rüstungen, hat man genügend Geld, findet man reichlich Material. Darüber hinaus sind auch Informationen erhältlich, die eine Mission unter Umständen vereinfachen können. Ob eine Übersichtskarte mit allen Kameras oder ein Ablenkungsmanöver, das die Feindeszahl minimiert, mit Geld hat man es deutlich einfacher.

Alpha Protocol Alpha Protocol Jede Waffe lässt sich mit mehreren Modifikationen ausstatten. Laservisiere, Schalldämpfer, größere Magazine und Co. führen dazu, dass ein Schießprügel sich danach völlig anders anfühlt. Mann muss entscheiden, ob man lieber mehr Schaden verursachen will, oder eher Wert auf Präzision legt. Ähnliches gilt für die Rüstung. Abhängig davon, welches Modell man trägt, darf man mehrere Modifikationen anbringen. Diese bewirken, dass stärkere Panzerung vorhanden ist oder Vorgehen auf leisen Sohlen bevorteilt wird. Deswegen sollte man vor jeder Mission genau überlegen, welche Waffe und welche Zusammenstellung am geeignetsten ist, denn während des Einsatzes dürfen nur die zwei mitgebrachten Waffen genutzt werden.

Geld regiert die Welt

Alpha Protocol Alpha Protocol Um sich die teuren Agenten-Gimmicks zu kaufen, muss natürlich reichlich Geld während der Einsätze gesammelt werden. Modifikation finden sich zudem in Tresoren oder anderen Orten. Darüber hinaus erhält man immer wieder Informationen zu beteiligten Personen und Gruppierungen, zumindest wenn man aufmerksam die Level durchsucht. In den passenden Dossiers lässt es sich wunderbar schmökern, doch das ist nicht der einzige Vorteil, verschiedene Boni auf Fähigkeiten sind ebenfalls drin. Diese bekommt man allerdings auch auf andere Weise. Wer zum Beispiel 75 Gegner lautlos beseitigt, bewegt sich anschließend 20 Prozent leiser. Wer konsequent skillt und auch seine Spielweise dementsprechend durchzieht, wird auf seinem Fachgebiet umso besser.

Alpha Protocol Alpha Protocol Alpha Potocol ist jedoch kein richtiges Open-World-Spiel. In unserem Quartier sehen wir verfügbare Missionen, die wir in beliebiger Reihenfolge angehen dürfen. Danach wird man direkt zum Ort des Geschehens teleportiert. Die vorhanden Areale sind meist eng begrenzt und linear aufgebaut. Innerhalb dieser Aufträge können zwar einige optionale Aufgaben gelöst werden, die typischen Nebenquests gibt es nicht. Für einen Durchgang wird man rund 25 Stunden benötigen. Das ist zwar für ein Rollenspiel nicht besonders lang, doch dafür ist der Wiederspielwert relativ hoch, da man den zweiten Versuch völlig anders angehen kann und somit verschiedene Dinge erlebt. Durch die aufgeräumten Menüs, die nicht zu überfrachtet wirken, das Sammeln der Erfahrungspunkte und dem Einsatz der Ausrüstung, funktioniert Alpha Protocol als nicht all zu tiefgreifendes Rollenspiel wunderbar. Hier wird beispielsweise viel mehr geboten als bei einem Mass Effect 2. In Sachen Shooter-Elemente ist das Spionage-RPG seinem SciFi-Konkurrenten wiederum teils gravierend unterlegen.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk